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Die Sprachen Berlins

17. Oktober, 17:17 Uhr - Blog - Martin Jankowski

Hugenotten, Russen, Polen, Türken, Viertnamesen – schon seit Jahrhunderten kommen Menschen verschiedenster Sprachen in unsere Stadt, deren Geschichte vor Urzeiten einst als slawische Siedlung begann. Heute wird Berlin immer internationaler: Fast jeder dritte Einwohner hat mittlerweile seine Wurzeln im Ausland. Damit liegt die Hauptstadt weit über dem Bundesdurchschnitt. Und die Zahl der deutschen Berliner mit Migrationsgeschichte wächst, wenn auch weniger stark als die der Berliner mit nicht-deutschem Pass. Derzeit gitb es  etwa 423.000 Berliner Deutsch-Türken, Deutsch-Araber, Deutsch-Vietnamesen und Kinder aus binationalen Partnerschaften sowie ca. 550.000 Berliner Ausländer.

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Migrantenfamilien prägen inzwischen ganze Kieze der deutschen Hauptstadt: In Mitte hat fast jeder Zweite (47,2 Prozent) der 351.000 Einwohner einen ausländischen Hintergrund. In Neukölln sind es 41,6 Prozent, in Friedrichshain-Kreuzberg 38,4 Prozent. Auch die Einwohnerschaft von Charlottenburg-Wilmersdorf besteht zu mehr als einem Drittel (35,9 Prozent) aus Migranten. Bei den östlichen Bezirken liegt Lichtenberg mit 17 Prozent vorne (die wenigsten Menschen mit ausländischen Wurzeln leben in Treptow-Köpenick mit 8,7 Prozent). In Stadtteilen wie Neukölln, Kreuzberg und Wedding findet man typische Berliner Kieze, in denen deutlich mehr als jeder zweite Bewohner ein Migrant ist.

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Berlin hat 2016 zum ersten Mal seit 1944 wieder mehr als 3,5 Millionen Einwohner. Ende 2015 waren 3,52 Millionen Menschen in der Stadt gemeldet, gut 50.000 (1,4%) mehr als ein Jahr zuvor. (Die Zahl der Wohnungen wuchs im selben Zeitraum jedoch nur um rund 10.900.) 182.000 Menschen zogen im vergangenen Jahr nach Berlin, 139.000 zogen weg. Hinzu kam ein Geburtenüberschuss: 38.000 Kinder wurden geboren, 34.300 Menschen starben. (Neben Hamburg ist Berlin damit das einzige Bundesland, in dem mehr Menschen geboren werden als sterben.)

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Und Berlin wird internationaler: Unter den im vergangenen Jahr Zugezogenen finden sich vor allem Ausländer. Syrer machen mit gut 11.000 Neuberlinern die größte Gruppe aus, es folgen Afghanen, Bulgaren, Rumänen, Iraker und Albaner mit jeweils rund 2.000. Polen liegt als stärkstes EU-Land mit einem Plus von 1.800 an siebter Stelle. Die Zukunft Berlins ist (ebenso wie seine Entstehung, Geschichte und Gegenwart) ohne Migranten schlicht nicht vorstellbar. Von den Berliner den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren haben heute bereits 44,7 Prozent ausländische Wurzeln.

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Im Dezember 2015 lebten insgesamt 621.075 ausländische Einwohnerinnen und Einwohner in Berlin. Die nachfolgende Aufzählung gibt Auskunft über die 25 häufigsten Staatsanghörigkeiten in Berlin. Sie geben gleichzeitig ein Abbild der insgesamt mehr als einhundertzwanzig Sprachen, die in unserer Stadt gesprochen werden: Türkei (97.960), Polen (54.951), Italien (26.715), Bulgarien (24.214), Russische Föderation (20.962), Serbien (einschließlich ehemaliges Serbien und Montenegro sowie einschließlich Kosovo = 19.950), Frankreich (17.683), USA (16.846), Rumänien (16.546), Vietnam (15.517), Vereinigtes Königreich (13.995), Spanien (13.875), Griechenland (12.954), Kroatien (11.851), Bosnien und Herzegowina (11.806), Ukraine (10.946), Österreich (10.938), China (8.812), Libanon (7.600), Niederlande (6.094), Iran (5.465), Mazedonien (5.460), Schweiz (5.324), Ungarn (5.171), Thailand (4.872).

(Alle Zahlenangaben laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.)

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