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VIMU

9. August, 16:00 Uhr - Blog - Joey Bahlsen

Leider ist der Eintrag nur auf Amerikanisches Englisch verfügbar. Der Inhalt wird unten in einer verfügbaren Sprache angezeigt. Klicken Sie auf den Link, um die aktuelle Sprache zu ändern.

Stadtsprachen-friends Elsye Suquilanda and Jarno Eerola introduce the new iOS app VIMU.

In their own words:

„Vimu is a free video app for iOS that translates the camera view into music.

You can record 16 second videos with music included and share them instantly on Facebook and Twitter.

Vimu has three visual filters (black and white, old school and alien).

Vimu detects the mood of the scene and creates unique music free for you to share anywhere!

You don’t need to narrate or edit your videos with Vimu – they are as good as they can get, ready for exposure!

You can create musical flyers or promotions of your performance and events. You can make videos of you working and it will sound great! You can easily get creative and come up with new stories to catch your audience.“

VIMU on Itunes
How to use VIMU

 

filmed at the PARATAXE presentation on the 8th of june 2017


Puerto Berlín, dokumentiert

14. Juli, 10:32 Uhr - Blog - Joey Bahlsen

Die sich wandelnde Lage der Berliner lateinamerikanischen Literat*innen einst und jetzt wurde am 19. Mai 2017 beim Parataxe Symposium I „Puerto Berlín“ im LCB mit fast dreißig Autoren und wissenschaftlichen Experten sowie mehr als siebzig interessierten Besuchern aus verschiedensten Blickwinkeln erstmals überhaupt dargestellt und gemeinsam diskutiert.

Die Berliner Literarische Aktion, das Literarische Colloquium Berlin und das Webportal Literaturport unter der Leitung der Gastkuratoren Timo Berger und Rike Bolte von der Latinale präsentierten erstmalig einen vielstimmigen Tag lang Geschichte und Gegenwart der lateinamerikanischen Literatur in und aus Berlin. Links zu den aufschlussreichsten Beiträgen und Ergebnissen des Symposiums finden sich ab sofort als Texte, Videos oder Audioaufnahmen (ggf. auch mehrsprachig) in unserer Programmdokumentation. Hochinteressant beispielsweise die Keynote von Patricia Cerda über die Geschichte der chilenischen Exilautoren in Berlin Ost wie West, die Panel-Beiträge von Susanne Klengel und Monika Walter oder auch Ricardo Domenecks im abendlichen Lesungsgespräch ausgeführte These, dass Lateinamerika eine europäische Fiktion sei, die es so in der Realität gar nicht gäbe.

Bitte beachten: Die deutschen Versionen einiger Beiträge, die derzeit noch nicht verlinkt sind, werden zunächst als Prints in der Septemberausgabe 2017 der Zeitschrift  Sprache im Technischen Zeitalter erscheinen (und zu gegebener Zeit ebenfalls verlinkt). Dennoch können alle Beiträge des Symposiums ab sofort vollständig als Audioaufnahmen nachgehört werden, unter den bei uns (s.o.) dokumentierten Audiolinks finden sich die einzelne Programmabschnitte jeweils so aufgeführt, dass man sich bestimmte Passagen ggf. auch heraussuchen kann.

Die Ergebnisse unserer Parataxe Symposien werden demnächst zudem auch auf writers@berlin dargestellt, dem neuen Bereich des LCB-Webportals Literaturport, unserem Parataxe-Kooperationspartner.


Milenko Goranovič liest aus seinem Roman „Vom Winseln der Hunde“

3. Juli, 13:47 Uhr - Blog - Joey Bahlsen

Milenko Goranovič liest in dem Berliner Buchladen ‚Another Country‘ aus seinem Roman „Vom Winseln der Hunde“. Violin played by Leo Clemens. Camera and editing by Graham Hains.


Editorial no. 2

14. Juni, 20:00 Uhr - Blog - Birger Hoyer

Was macht die Faszination der Literaturstadt Berlin aus? Was lockt die Literaturen aus aller Welt? Die neue Ausgabe des stadtspachen magazins spürt dieser und weiteren Fragen nach. 25 Autor*innen schreiben aus und über Berlin, unter anderem auf Spanisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Arabisch, Bosnisch, Portugiesisch, Italienisch und Polnisch. Die deutsche Gegenwartsliteratur spricht also keineswegs nur deutsch. Berlin ist die Stadt der vielen Sprachen und Kulturen. Dies zeigen die auf dieser Seite veröffentlichten Gedichte, Erzählungen, Romanauszüge, Non-Fictions und Illustrationen. Viele Texte sind Erstveröffentlichungen, insbesondere die Übersetzungen.

Das Licht der Sprachen erhellt die dunklen Umrisse des Berliner Stadtbildes und erweckt die Geschichten der Stadt zum Leben. Im stadtsprachen magazin wird die Poesie der Übersetzung neu dargestellt, die Grenzen zwischen originalen und übersetzten Texten verschwimmen. Aus jedem Winkel, entlang jeden Risses im Asphalt, sprudeln die Sprachen der Welt hervor, die gebündelt ein literarisches Reservoir bilden, aus dem Autor*innen ihre Ideen schöpfen. In ihrer Spracheuphonie gleicht die Lektüre des stadtsprachen magazins einem Spaziergang durch die Stadt Berlin.

Joey Bahlsen & Birger Hoyer
Redaktion stadtsprachen magazin

 


Dämonen der Poesie

9. Juni, 14:30 Uhr - Blog - Martin Jankowski

Am kommenden Mittwoch, den 14. Juni 2017, gibt es die einmalige Gelegenheit, eine der erstaunlichsten lyrischen Traditionen unseres Planeten kennenzulernen: Der balinesische Dichter-Brahmane SAMAR GANTANG kommt in Begleitung von Indonesiens wichtigster Gegenwartslyrikerin, DOROTHEA ROSA HERLIANY, für einen Abend nach Berlin, wo wir die beiden Poeten und ihre ungewöhnlichen Werke ab 20 Uhr bei freiem Eintritt im Maschinenhaus der Kulturbrauerei vorstellen: Dämonen, Inseln, Schmetterlinge – die Poesie Indonesiens
.. Besonders die Vortragskunst von Samar Gantang dürfte für alle, die noch nie bei einer balinesischen Lesung oder Zeremonie dabei waren, etwas beeindruckend Neues und Ungewöhnliches sein. Er beherrscht die Kunst der balinesischen Mantra-Chanten, Modre genannt und ist dafür vor allem auf Bali und Java populär: Sprituelle balinesisch-hinduistische Tradition trifft hier auf postmoderne Dichtkunst und extatische Beat-Poetry-Techniken. Obwohl sehr spektakulär, sind seine Auftritte, die tief in der balinesischen Tradition verwurzelt sind, nicht ursprünglich für die Bühne entworfen, sondern gewissermaßen spirituelle Akte: Die Balinesen und vor allem ihre spirituellen Führer halten einen Dialog mit bösen und guten Geistern gleichermaßen sowie mit der Außenwelt und dem spirituellen Bereich. Die Mischung aus Gebet und Dialog soll für den Menschen eine reinigende Wirkung haben. Gantang hat viele Poesiebände und Kurzgeschichten in Balinesisch und Indonesisch veröffentlicht und wurde mit zahlreichen renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet. Um seine Bedeutung zu ehren, hat der staatliche Fernsehsender Balis TVRI ein spezielles Programm für ihn eingerichtet, genannt Gatra Bali, in dem er täglich eines seiner Gedichte für „fünf Minuten jeden Tag“ vorträgt. Erstmals überhaupt ist Samar Gantang in Berlin zu Gast, eigens für seinen Besuch liegen auch deutsche Übertragungen seiner ungewöhnlichen Poesie vor.
.. Auch die Gedichte von DOROTHEA ROSA HERLIANY haben es in sich: Vielfach preisgekrönt, widmet sich diese Dichterin vor allem weiblichen Themen und hat mit ihrer wenig romantischen, eindringlichen Lyrik Maßstäbe für die Dichtkunst Südostasiens gesetzt: Nachzulesen in den hervorragenden Übersetzungen ihrer Gedichte im Band „Hochzeit der Messer“ (übersetzt von Brigitte Oleschinski und Ulrike Draesner), aus denen an diesem Abend zweisprachig gelesen wird.

Ein mehrsprachiger Abend mit Performance, Lesung und Gesprächen – mit Übersetzung. Eintritt frei! Selamat datang – herzlich willkommen!


PARATAXE Presentation im PANDA Theater

31. Mai, 12:00 Uhr - Blog - Theresa Rüger

Als Location ein „Nicht nur russisches Theater“, dazu die Poesie einer aus Kolumbien stammende Begründerin der ersten Frauen-Salsa-Band Berlins und eine Erzählung eines in Kanada geborenen Sohns ecuadorianischer und irischer Eltern – zum Launch der zweiten Ausgabe des stadtsprachen magazins lädt Parataxe – die internationalen Literaturszenen Berlins diesmal ins PANDA Theater ein: Am Donnerstag, den 08. Juni 2017 lesen um 20 Uhr Sonia Solarte Orejuela und Ian Orti in Originalsprache aus ihren Texten, sowie aus exklusiv für diesen Anlass vorbereiteten deutschen Übersetzungen. In familiärer Atmosphäre stellen sie sich zusammen mit ihren ÜbersetzerInnen, Christiane Quandt (Sonia S.) und Joey Bahlsen (Ian O.) Fragen zu ihrem literarischen Schaffen und ihren persönlichen Erfahrungen als AutorInnen in Berlin. Der Schriftsteller und Parataxe-Projektleiter Martin Jankowski führt durch den mehrsprachigen Abend (Deutsch, Englisch, Spanisch) mit Überraschungen – und Übersetzungen.

Die vielfach veröffentlichten und prämierten Gedichte von Solarte Orejuela sprühen vor Energie: Rhythmus stellt für die Kolumbianerin ein fundamentales Charakteristikum ihrer Texte dar, die Verbindung von Wort und Gesang ist ihr seit jeher ein Anliegen.
Ian Orti schreibt, weil er nicht anders kann – und was er geschrieben hat, das hat ihm neben dem ein oder anderen Preis bereits Anerkennung für seinen faszinierenden Stil eingebracht – und Vergleiche mit Namen wie Ondaatje und Cohen. Linearität spielt eher eine untergeordnete Rolle  in seinen komplexen Welten, die imaginativ und labyrinthisch daherkommen. Ortis Kurzgeschichten sind in verschiedenen nordamerikanischen und europäischen Zeitschriften erschienen – und nun erstmals überhaupt auf Deutsch und auch mehrsprachig bei unserem Parataxeabend und im stadtsprachen magazin zu finden.

Also liebe Leute, kommt gerne vorbei: Diese Texte sind definitiv etwas Neues und die Autoren eine echte Entdeckung…


Am Freitag im LCB …

23. Mai, 15:47 Uhr - Blog - Joey Bahlsen

© Graham Hains

Gibt es Lateinamerika überhaupt? Wie diskutiert man die sich wandelnde Lage der Berliner lateinamerikanischen Literat*innen, ohne sie auf ihre Herkunft zu reduzieren? Diese und weitere spannende Fragen wurden am Freitag, den 19. Mai 2017 beim Parataxe Symposium „Puerto Berlín“ im LCB ausgiebig beleuchtet. Mehr als siebzig Besucher und fast dreißig aktive Teilnehmer trugen erstmals systematisch zusammen, was Geschichte und Gegenwart der lateinamerikanischen Literatur in und aus Berlin bedeuten.

Wunderschöne, gelassene Stimmung hatten wir am sonnigen Wannsee: Es wurde diskutiert, gelacht und gelernt, zwischendurch gab es leckere Empanadas zur Stärkung (dank Ramon Cuello alias Pichi). Sogar das Wetter war irgendwie lateinamerikanisch. Das Who’s Who der Lateinamerikanistik verschiedenster Generationen fand sich unter einem Dach ein, dazu die unterschiedlichsten Berliner Autor*innen spanischer und portugiesischer Sprache. Ein reger Austausch entstand von morgens bis abends, sowohl in den Panels als auch am Rande der offiziellen Gespräche – auf der Terrasse, am Büchertisch (Andenbuch) im schattigen Foyer oder auch auf den frühlingsgrünen Wiesenhängen zum Wannsee hin. (Fotos von Graham Hains.)

Die chilenische Autorin Patricia Cerda aus Berlin referierte zum Thema der lateinamerikanischen Literatur des Booms, der 60er und 70er in Ost und West. Später folgten die Literaturwissenschaftlerinnen Monika Walter (Ostberlin) und Susanne Klengel (Westberlin) sowie Herausgeber Jorge Locane (Argentinien) und Verleger Juan Sanz (Spanien) mit Beiträgen in Spanisch und Deutsch, sowie eine doppelbödige (und bilinguale) Poesie-Intervention der brasilianischen Berlinerin Érica Zíngano. Zwischendurch bereicherten Videobeiträge von Michi Strausfeld, Berthold Zilly und Ethel Barja das Programm mit fundierten Auskünften und Berichten. Die argentinische Berlinerin Esther Andradi brachte ihre Sicht ein und die Redakteure des Magazins „Alba – Lateinamerika lesen“ zeichneten ein differenziertes Bild der Berliner Lateinamerikaszene von heute.

Auf der abendlichen Lesung las der Brasilianer Ricardo Domeneck aus seinen Gedichten, die Chilenin Patricia Cerda aus ihrem noch unveröffentlichten Roman „Luz en Berlín“ und die vielfach preisgekrönte Argentinierin Samanta Schweblin stellte ihren im Herbst erscheinenden neuen Erzählungsband vor. Die deutschen Übersetzungen der Texte wurden mit beeindruckendem Verve performt von Schauspieler Denis Abrahams.

Alle Beiträge des Puerto Berlín wird man demnächst hier bei uns auch online nachlesen, nachsehen und nachhören können; alle Beitragenden werden in unserem WHO?-Lexikon (siehe button in der Kopfleiste) ausführlich mehrsprachig vorgestellt. Wir bedanken uns sehr, sehr herzlich bei allen Mitwirkenden und Unterstützern für dieses rundum gelungene, ergebnisreiche Symposium  – vor allem auch bei unseren Fachkuratoren Rike Bolte und Timo Berger (von der Latinale) sowie dem wunderbaren Team des LCB mit Jürgen Becker, Marie Schöck & Co! Und natürlich bei den Parataxe-Förderern der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

***

Weiter geht es mit der Parataxe am 8. Juni mit Ian Orti und Sonia Solarte um 20 Uhr im Panda Theater! (Siehe hier.)

Außerdem präsentieren die Nächte des Ramadan & Berliner Literarische Aktion e.V. am 14. Juni um 20 Uhr im Maschinenhaus der Kulturbrauerei gemeinsam einen PARATAXE Weltliteratursalon extra: Dämonen, Inseln, Schmetterlinge – die Poesie Indonesiens mit Dorothea Rosa Herliany und Samar Gantang.

Am 23. und 24. Juni ist Stadtsprachen Afroberlin dann zu Gast in der Schweiz beim Image Afrique Festival in Basel! Unter anderem mit Henri-Michel Yéré, Steve Mekoudja und Wilfried N’Sondé. Eintritt frei! Moderationen: Acèle Nadale und Martin Jankowski.

Weitere Infos zu allen teilnehmenden Autor*innen auf unserer Terminseite.

Gerne veröffentlichen wir multilinguale literarische Berliner Termine.
Schickt sie uns an info@stadtsprachen.de !


PUERTO BERLÍN – die lateinamerikanischen Autor*innen Berlins

9. Mai, 10:33 Uhr - Blog - Martin Jankowski

Im Rahmen unseres Projektes PARATAXE – die internationalen Literaturszenen Berlins findet am Freitag, den 19. Mai 2017 einmalig das Symposium “Puerto Berlín – Lateinamerikanische Autor*innen in Berlin” statt. Das Literarische Colloquium Berlin, Literaturport, die Berliner Literarische Aktion und die Gastkuratoren Timo Berger und Rike Bolte präsentieren Geschichte und Gegenwart der lateinamerikanischen Literatur Berlins. Keine Teilnahmegebühr, um Anmeldung wird gebeten unter: mail@lcb.de ! (Mittags und abends sind Pausen mit einem Imbissangebot  vorgesehen. Eintritt zur abendlichen Lesung: 8/5 €.)

>> Ab 10.30 Uhr setzen sich im Literarischen Colloquium Berlin (Am Sandwerder 5, 14109 Berlin) zahlreiche Wissenschaftler*innen, Autor*innen und Übersetzer*innen mit den Themen Exil, Migration und Literatur zwischen Lateinamerika und Berlin auseinander:

DAS detaillierte TAGESPROGRAMM FINDET SICH: HIER!

Um 20.00 Uhr findet abschließend die multimediale, mehrsprachige Lesung Briefe an die Amphibien statt: Rike Bolte und Timo Berger fassen die Beiträge und Diskussionen des Tages zusammen. Dann lesen zweisprachig: Ricardo Domeneck (Brasilien/Berlin), Samanta Schweblin (Argentinien/Berlin) und Patricia Cerda (Chile/Berlin). Durch den Abend führt Tobias Kraft (AdW/BB). Dazu werden Berlin-Poetryfilme lateinamerikanischer Dichter*innen gezeigt.

HERZLICH WILLKOMMEN.

***

PARATAXE ist ein Projekt der Berliner Literarische Aktion e.V. und wird gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Die Parataxe Symposien finden in Kooperation mit dem LCB und Literaturport statt.

 


Editorial

7. April, 10:36 Uhr - Blog - Joey Bahlsen

Berlin ist die Stadt der vielen Sprachen und Geschichten. Eine literarische Spannung, die schon von Isherwood und Nabokov aufgegriffen wurde und vergleichbar ist mit Kafkas Prag, Joyces Dublin und Pessoas Lissabon, geistert durch die Straßen Berlins. Diese Stadt ist seit Jahrhunderten Heimat für Menschen, die andere Sprachen als Deutsch sprechen. Die multilinguale Gegenwartsliteratur Berlins, dieses einzigartige Stimmengeflecht, wird nun mit dem Literaturmagazin stadtsprachen öffentlich gewürdigt. Ein Magazin, das das besondere Gefühl Berlins aufgreift und zelebriert.

Die verschiedensprachigen Literaturszenen der Stadt werden miteinander ins Gespräch gebracht und präsentiert. Es ist auch ein Versuch, dem sich konstant wandelnden Stadtbild Berlins gerecht zu werden: einer Stadt, in der von jeher mehr als nur Deutsch oder Englisch gesprochen und geschrieben wird, die ambivalent ist und vielfältig. Eine andere Sprache ist ein Einstieg in eine andere Kultur, in eine andere Welt.

Um die Kunst der Sprache (und Sprachen) wird es beim stadtsprachen magazin gehen, darum, die multilingualen Individuen der Berliner Literaturwelt, die schon lange Berlin durch ihre Prosa, Gedichte, Übersetzungen und ihr Verlagswerk literarisch bereichern, endlich ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Eine Zeitschrift, welche die verschiedenen multilingualen Fasern des Berliner Gewimmels miteinander verknüpft. Literarische Verbindungen werden erschaffen und bleiben erhalten. Berlin lernt sich kennen. Es zelebriert seine literarische Vielfalt. Im stadtsprachen magazin.

Joey Bahlsen & Birger Hoyer
Redaktion stadtsprachen magazin

 


alba – ein internationales Literaturmagazin aus Berlin

4. April, 13:33 Uhr - Blog - Martin Jankowski

Das Berliner Literaturmagazin Magazin ALBA feiert derzeit seine zehnte Ausgabe. Grund genug, unsere geschätzten Partner – Experten für die Gegenwartsliteratur vor allem Lateinamerikas – einmal genauer zu ihrer Arbeit zu befragen.

 Spanische Version des Interviews

Wie kam es zur Gründung des alba Magazins? Was ist die Grundidee hinter der Zeitschrift?

 

alba.lateinamerika lesen wurde 2011 mithilfe des Pariser Schwestermagazins in Berlin ins Leben gerufen. Das Konzept, das neben dem französischen und dem deutschen Magazin auch alba London und alba Peking verfolgen, besteht darin, Literatur aus Lateinamerika zu sondieren und in den jeweiligen Sprachräumen sichtbar zu machen. Wir Redaktionsmitglieder der Berliner alba, mittlerweile eingetragener Verein, durchforsten die Buchmärkte Lateinamerikas – insbesondere jene abseits des Mainstreams – nach aktuellen und literarisch hochkarätigen Texten und nach AutorInnen, die vielleicht bald groß werden. Neben Lyrik und Prosa aus Lateinamerika gibt es im Heft auch Rubriken für themenspezifische Essays. Beispielsweise über wichtige Vermittlerfiguren zwischen den Hemisphären, Avantgardebewegungen oder zu Unrecht vergessene AutorInnen oder literarische Gruppen. Das ganz Besondere an der Zeitschrift ist, dass wir alle Texte sowohl in der Ausgangssprache als auch in deutschen Übersetzungen publizieren. Hinzu kommen Illustrationen lateinamerikanischer KünstlerInnen, die von den Texten inspiriert sind. Neben der Publikation machen wir aber auch eine Menge Kulturarbeit. Wir organisieren Performances, Lesungen und Übersetzungsworkshops mit AutorInnen aus Lateinamerika, wir stellen Kontakte her, damit solche AutorInnen nach Berlin kommen können (manche bleiben auch hier) und haben auch schon eine Ausstellung mit Illustrationen aus alba organisiert. Wir präsentieren das Magazin auf der Frankfurter sowie der Leipziger Buchmesse, wir pflegen rege Kontakte zu AutorInnen, Kulturinstitutionen und unabhängigen Verlagen sowohl in Berlin als auch in Lateinamerika und haben immer ein Ohr am Puls der aktuellen Literatur-Entwicklungen.

Wer macht alba und wie finanziert sich die Zeitschrift?

alba lebt von dem ehrenamtlichen Engagement der Redaktion, die sich aus LiteraturwissenschaftlerInnen, Juristinnen, Übersetzerinnen, Grafikerinnen und Lateinamerikabegeisterten  zusammensetzt, und unserer AutorInnen, ÜbersetzerInnen, IllustratorInnen und anderen externen HelferInnen. Als eingetragener gemeinnütziger Verein, alba.lateinamerika lesen e.V., finanzieren wir uns zu einem kleinen Teil aus Mitgliedsbeiträgen und Abonnements, der Großteil wird aber von Förderern wie lateinamerikanischen Botschaften, Universitäten oder anderen Institutionen geleistet. Im Augenblick sind wir dabei, nach einer etwas langfristigeren Finanzierungsmöglichkeit zu suchen.

Welchen Stellenwert haben die Übersetzungen in alba.lateinamerika lesen?

Es gibt in alba einerseits eine Rubrik, die dem Übersetzen als kultureller Praxis gewidmet ist und die entweder wichtige ÜbersetzerInnen würdigt oder Essays über das Übersetzen einen Raum bietet. Auf der anderen Seite steht unsere permanente übersetzerische Tätigkeit. Unsere Lesungen finden mehrheitlich zweisprachig statt, unsere Homepage ist sogar teilweise dreisprachig und das Magazin selbst manchmal auch viersprachig, nämlich wenn wir indigene AutorInnen publizieren. Ohne die ganz praktische Tätigkeit des Übersetzens würde die Zeitschrift kaum Sinn ergeben. alba richtet sich primär an ein deutschsprachiges Publikum, aber es gibt auch unzählige LateinamerikanerInnen in Berlin und ganz Deutschland, für die diese Zeitschrift einen guten Überblick über die aktuelle Literaturlandschaft gibt.

Welche Entdeckungen hat alba für den deutschen Sprachraum gemacht?

alba konnte zahlreiche Erstveröffentlichungen großartiger LyrikerInnen und Prosa-AutorInnen publizieren, etwa bis dahin unveröffentlichte Gedichte des Kolumbianers Tomás González oder eine bis dahin unveröffentlichte Erzählung der Grande Dame der feministischen Prosa Cristina Peri Rossi. Viele der aufstrebenden jungen AutorInnen, die allmählich auch in Berlin und in Deutschland literarisch anerkannt sind und ausgezeichnet werden, hatten wir schon früh im Heft, etwa Luis Cháves, Nona Fernández, Andrea Jeftanovic, Valeria Luiselli oder Samanta Schweblin.

Wie ist die Situation der lateinamerikanischen Literatur in Berlin?

Insgesamt ist die nichtdeutschsprachige Berliner Literaturszene überaus bunt und lebendig. Es leben viele LateinamerikanerInnen hier in der Stadt und darunter sind zahlreiche Schreibende. Berlin ist für DoktorandInnen und DAAD-StipendiatInnen aus aller Welt ein sehr beliebtes Ziel, viele kommen hierher, um ihre Abschlussarbeiten fertigzustellen und bleiben dann. Andere ziehen sozusagen vorüber, bleiben für ein halbes Jahr, ein Jahr oder ein paar Monate, treten bei einigen Lesungen auf und sind ansonsten praktisch unsichtbar. Wieder andere gründen eine Zeitschrift wie alba, oder führen ihr poetisches Projekt erst hier richtig aus wie der Argentinier Cristian Forte. Hierbei sind das Ibero-Amerikanische Institut (IAI) mit seiner außerordentlich gut sortierten Bibliothek zum iberischen Sprachraum ebenso wie das Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin zentrale „offizielle“ Anlaufstellen für ForscherInnen aus Lateinamerika. Auf der anderen Seite stehen die unzähligen mehr oder weniger ‚undergroundigen‘ Institutionen, die die lateinamerikanische Kulturszene in Berlin ausmachen und ihr einen Raum bieten. Darunter das mobile lateinamerikanische Poesiefestival Latinale, das Figuren wie Ricardo Domeneck, Alan Mills oder der genannte Cristian Forte eine erste Bühne geboten hat, die vielen Kulturkneipen, die wunderbare Lettrétage und nicht zuletzt unser Literaturmagazin.

Kürzlich erschien die 10. Ausgabe von alba. Was sind die Schwerpunkte dieser Ausgabe?

alba10 ist im Dualen Jahr Mexiko-Deutschland angesiedelt und wir konnten die Ausgabe mithilfe der Botschaft von Mexiko in Berlin realisieren. Die Ausgabe hat einen starken, aber nicht exklusiven Mexiko-Fokus, ähnlich wie bei alba04 (Zentralamerika und Karibik), alba05 (Brasilien) und alba08 (Chile). Wir konnten wichtige aktuelle AutorInnen wie die Anna Seghers-PreisträgerInnen Yuri Herrera (2016) und Guadalupe Nettel (2009), die Lyrikerinnen Rocío Cerón, Maricela Guerrero, Paula Abramo und Xitlalitl Rodríguez Mendoza für die Zeitschrift gewinnen. Außerdem ist das 2016 tragisch verstorbene Mitglied der mexikanischen Crack-Gruppe Ignacio Padilla vertreten, ebenso die renommierte Autorin Ana García Bergua. Die Texte sind wie immer handverlesen, sie versetzen die LeserInnen in andere Welten und verwischen zum Teil Wahrnehmungs- und Realitätsebenen. Manche Texte verstören oder brechen Oberflächen auf, referieren auf Tierisches, halten den LeserInnen einen Spiegel vor oder sprechen die Beziehung von Literatur und Körper, Literatur und Wirklichkeit an. Alle Texte sind etwas Besonderes, auf das sich unsere LeserInnen freuen können!

Herzlichen Dank an die alba-Redaktion – und alles Gute für die nächsten zehn Ausgaben!

***

Weitere Informationen unter www.albamagazin.de

alba kaufen: http://www.albamagazin.de/archivo.php oder vertrieb@albamagazin.de


stadtsprachen EXPORT = AFROBERLIN zu Gast in Basel

30. März, 16:35 Uhr - Blog - Martin Jankowski

Am 23. und 24. Juni 2017 wird das Stadtsprachen-Programm „Afroberlin“ für zwei Abende zu Gast beim IMAGE AFRIQUE Festival in Basel sein. Gemeinsam mit dem Literaturhaus Basel und dem Theater Basel gestalten wir zwei Literaturabende, für die wir eigens neue Texte übersetzt und weitere afrikanische Autoren aus der deutschsprachigen Schweiz dazu geladen haben. Mit dabei sein werden: Jùmọké Bọlanle Adéyanju (Nigeria/Berlin), Mohomodou Houssouba (Mali/Basel), Steve Mekoudja (Kamerun/Berlin), Fistan Mwanza Mujila (Kongo/Graz), Goitseone Montosho (Südafrika/Berlin), Wilfried N’Sondé (Kongo/Berlin/Paris/Bern) und Henri-Michel Yéré (Elfenbeinküste/Basel). Die Autoren werden vorgestellt und lesen – bzw. performen – Auszüge aus ihren Originaltexten, bekannte Baseler Schauspieler werden die deutschen Übersetzungen lesen. Moderiert werden die Abende von der Literaturwissenschaftlerin Acele Nadale (Kamerun/Berlin) und Martin Jankowski (Autor, Berliner Literarische Aktion).
Wir freuen uns auf diesen interessanten Export unserer Stadtsprachen-Idee und bedanken uns bei den Festivalmachern Livia Rutishauser und Benjamin Füglister von IMAGE AFRIQUE im Namen der Autoren sehr herzlich für die Einladung.


Zíngano liest

23. März, 15:57 Uhr - Blog - Joey Bahlsen

Érica Zíngano liest ihr Gedicht: „histórico / para solicitar uma placa / ontem / terça-feira, 31 de maio de 2016 “ mit Rafael Mantovani und Luísa Nóbrega. Demnächst ist Zíngano bei unserem Parataxe Symposium (I) Puerto Berlín im LCB zu sehen.

Gedicht in Hommage an Dora Barcelos

Übersetzt von Timo Berger und Odile Kennel

Lesung mit:
Rafael Mantovani
Luísa Nóbrega
Érica Zíngano

“stadtPOESIE / ciudadPOESÍA / cidadePOESIA“
10 JAHRE LATINALE

Projekt organisiert von Timo Berger

STADTSPRACHEN – Festival der internationalen Literaturen

Instituto Cervantes Berlin, 29. Oktober 2016

Das Video wurde vom Kollektiv Dunckerstraße aufgenommen.


Stadtsprachen of London …?

10. März, 13:35 Uhr - Blog - Martin Jankowski

Martin Jankowski schreibt anlässlich der London Bookfair (14-16 März 2017) und auf Einladung des britischen International Literature Showcase (ILS) von British Council und Writers‘ Centre Norwich über die Stadtsprachen Berlins und anderer Großstädte: THE LANGUAGES OF BERLIN.


Stadtsprachen wird Magazin – und präsentiert PARATAXE

17. Februar, 10:18 Uhr - Blog - Martin Jankowski

Ab Frühjahr 2017 wird aus der STADTSPRACHEN Webseite ein multilinguales Literaturmagazin der Berliner Gegenwartsliteratur. Über 100 bedeutende Berliner Autoren werden mit ihren Texten (auch in deutscher Übertragung und ggf. anderen Sprachen) vorgestellt. Und laufend kommen neue hinzu. Das Stadtsprachen Magazin wird vorerst als vierteljährliches Online-Magazin erscheinen, der erste Release ist für April 2017 avisiert. (Die Redaktion besteht derzeit aus Birger Hoyer und Joey Bahlsen und ist jederzeit erreichbar unter: info@stadtsprachen.de)

DENN 2017 und 2018 führen das STADTSPRACHEN magazin und die Berliner Literarische Aktion das Konzept als Veranstaltungsreihe PARATAXE mit stadtweiten Aktionen, Veranstaltungen und Symposien  weiter, um die Geschichte und Gegenwart der vielsprachigen Literatur der deutschen Hauptstadt angemessen zu erkunden und zu präsentieren.

stadtsprachen präsentiert:
PARATAXE  – die Termine 2017

Mo, 13.2. 2017, 20 Uhr, Lettrétage: Stadtsprachen wird PARATAXE.

Di, 11. April, 20 Uhr, English Theater Berlin: PARATAXE 2.

Fr, 19. Mai, 10-22 Uhr, LCB: Symposium PUERTO BERLIN

Do, 8. Juni, 20 Uhr, PANDA Theater: PARATAXE 3.

Sa, 16. September, 20 Uhr, ausland: PARATAXE 4.

Mi, 25. Oktober, 20 Uhr, Brotfabrik: PARATAXE 5.

Do, 23. November, 10-22 Uhr, LCB: Symposium (Osteuropa)

Fr, 8. Dezember, 20 Uhr, Theater o.N.: PARATAXE 6.

PARATAXE (2017/18) wird gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und unterstützt durch das Literarische Colloquium Berlin.

Blog

2017 = Berlins internationale Literaturszenen

16. Januar, 15:11 Uhr - Blog - Martin Jankowski

Wie geht es weiter mit den Berliner STADTSPRACHEN? Wir laden ein zum offenen Forum der polylingualen Autoren Berlins mit neuesten Infos und Gesprächen zur Fortführung des Berliner Programms der literarischen Vielsprachigkeit! Zu Gast u.a. Jürgen J. Becker und Claudia Schütze vom Projekt „Based in Berlin“. Mit literarischen Beiträgen in fremden Sprachen. Gastgeber Martin Jankowski (Projektleiter Parataxe). Eintritt frei! Am MONTAG, den 13. Februar um 20 Uhr in der Lettrétage (Mehringdamm 61, HH/EG). Wir freuen uns auf Euch!


Eröffnungsrede von Sharon Dodua Otoo

6. November, 16:48 Uhr - Blog - Anna Giannessi

Stadtsprachen – Festival der internationalen Literaturen Berlins

Eröffnungsrede von Sharon Dodua Otoo (Veröffentlichung auch in Auszügen nur mit Genehmigung.)

Berlin, Freitag, den 28. Oktober 2016

STADTSPRACHEN – ein Literaturfestival, eine Eröffnung mit Geschichten, mit Gedichten und mit mir dazwischen…

Once upon a time there lived a circle in a community of squares. The circle spoke like the squares and behaved like them too. In many ways, the circle was very capable of looking like a square when the situation called for it – as it very often did. Gradually, the squares began to see past the formal difference of shape and treated the circle as an equal. The circle’s roundness was hardly ever mentioned. It did not have to be. The squares considered the circle to be ‘one of them’.

Manchmal – aber wirklich nur manchmal – fühle ich mich wie ein Kreis, der zwischen lauter Vierecken lebt. Und mit Vierecken kenne ich mich bestens aus. Ich gewinne sogar Preise für die Geschichten, die ich über sie schreibe …

The circle was well-versed in the history of the square. For example, the circle knew that the sum of all the square’s angles equalled 360 degrees. It was only when one day another circle showed up in the community of squares that the first circle realised that there was something different about it. It took a long time for the circles to pluck up the courage to talk to each other – but eventually they did meet up.

Was passiert aber, wenn in einer Gemeinschaft, die fast ausschließlich aus Vierecken besteht, ein Kreis plötzlich und ganz unverhofft einen anderen Kreis kennenlernt?

„Ein Hoch auf WoMANtís RANDom!“ Ein Gedicht von Jayrôme C. Robinet

(in: das licht ist weder gerecht noch ungerecht. w_orten und meer, Berlin 2015)

Wer ein spontanes Picknick mit dir auf dem Tempelhofer Feld je gemacht hat, kann das sicher nicht vergessen
Es war ein Nachmittag auf unserer Blickhöhe
ein Picknick auf der Höhe unseres Blickes
ein Picknick, das unserem Blick gewachsen war
ein Picknick, aus deiner Idee herausgewachsen

Um uns herum murmelten Gespräche
und plötzlich zauberten wir
Forellen, Tomaten und Bier aus Aldi
und ich, überrascht draußen zu sitzen
mit dem echten Gesang der Vögel
und dem echten Geruch vom Grill

Ich weiß nicht mehr, welchen Tag oder welche Stadt wir hatten
es war eine Art und Weise, die Dinge anders zu entscheiden
die Wünsche anders kreisen zu lassen
und die Details zu begrüßen
Die Pappverpackung, die sich in einen Thron für unsere Forellen verwandelte
Tomaten, mit fein gehacktem Knoblauch vor dem tiefblauen Himmel
eine Sonne, wie durch die Wiese ausgebaucht
die Flamme des Feuerzeugs, die mit der Hitze der Luft konkurrierte
und ein kühles Bier
Der plötzliche Wunsch, meine Gedanken durchzustrecken
zur Horizontlinie
in der Ferne funkelten die vorbeifahrenden Aufbauten
Und der Park wurde zu woanders
zu einem Feld am Meer
Dafür reichte, an einen Ort zurückzukehren, wo alles möglich scheint
Danke Dir
Fürs wegweisend sein
Es passiert nicht jeden Tag, so eine majestätische Begegnung auf seinem Weg zu haben.

The conversation was full of wonderful new vocabulary like ‘round’ and ‘smooth’ and the word ‘angle’ was never mentioned once. The circles laughed long and hard into the night. The next day a group of squares asked the circles why they had been making so much noise that night. The first circle tried to explain about ‘round’ and ‘smooth’ and found the squares staring blankly at it. The second circle twirled around and tried to demonstrate what it meant. Again the squares did not understand.

Wie haben ja immer gelernt, es ist wichtig Deutsch zu sprechen, um in Deutschland klarzukommen. Aber was ist, wenn Sprache zur Verständigung doch nicht ausreicht?

„Die zweite Person Ich“ – Ein Gedicht von Yoko Tawada

(in: Abenteuer der deutschen Grammatik. Konkursbuchverlag, Tübingen 2010)

Als ich dich noch siezte,
sagte ich ich und meinte damit
mich.
Seit gestern duze ich dich,
weiß aber noch nicht,
wie ich mich umbenennen soll. 

Eventually they reached a compromise that the circles were in fact ‘funny triangles’. One of the squares had travelled once and had discovered an entirely different shaped community. They had called themselves triangles. The circles were also different, so they were called ‘funny triangles’. The circles were happy with this new distinction because at last it had been recognised that they were ‘also’ shapes.

Also: Genauigkeit in der Sprache ist nicht so wichtig. Hauptsache integriert. Oder?

„Sprachfelder“ – Ein Gedicht von Franco Biondi

(in: Eine nicht nur deutsche Literatur. Zur Standortbestimmung der „Ausländerliteratur“. Herausgegeben von Irmgard Ackermann und Harald Weinrich. Piper, München 1986)

In meinem Kopf
haben sich
die Grenzen zweier Sprachen
verwischt

doch
zwischen mir
und mir
verläuft noch
der Trennzaun
der Wunden zurückläßt

jedesmal
wenn ich ihn öffne

Many years later, in a community of all different shapes (but still predominantly squares), the ‘funny triangles’ began to see that the term ‘funny triangle’ was in fact an error. They were not ‘funny triangles’, but they were circles. And they were not ‘angle-less’ or ‘bendy-straight’ but they were round and smooth.

„grenzenlos und unverschämt – ein gedicht gegen die deutsche sch-einheit [1990]“ von May Ayim

(in: Grenzenlos und unverschämt. Orlanda Verlag, Berlin 1997)

ich werde trotzdem
afrikanisch
sein
auch wenn ihr
mich gerne
deutsch
haben wollt
und werde trotzdem
deutsch sein
auch wenn euch
meine schwärze
nicht paßt
ich werde
noch einen schritt weitergehen
bis an den äußersten rand
wo meine schwestern sind
wo meine brüder stehen
wo
unsere
FREIHEIT
beginnt
ich werde
noch einen schritt weitergehen und
noch einen schritt
weiter
und wiederkehren
wann
ich will
wenn
ich will
grenzenlos und unverschämt
bleiben

The debate over the re-naming raged for many years. Many squares laughed at the ‘funny triangles’ because, they said, it was just semantics. They argued that it didn’t matter what was said, as long as it was agreed that everyone meant the same thing. Some ‘funny triangles’ were too old, or too aligned to the views of the squares to care about these new-fangled circles. It was only a few squares who sat down with the circles and really listened.

Also: Zuhören ist wichtig. Wirklich zuhören, um dazu zu gehören?

„Nicht fertig werden“ ein Gedicht von Rose Ausländer

(in: Gedichte. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2001)

Die Herzschläge nicht zählen
Delphine tanzen lassen
Länder aufstöbern
Aus Worten Welten rufen
horchen was Bach
zu sagen hat
Tolstoi bewundern
sich freuen
trauern
höher leben
tiefer leben
noch und noch

Nicht fertig werden

Many years later, circles and squares and triangles lived in a community and all knew what ‘straight’, ‘curved’, ‘smooth’ and ‘corner’ meant. Each shape was self-defined and able to speak without causing another shape offence.

The End.

Vielen Dank für die Einladung, für die wunderbare Organisation, fürs zahlreiche Kommen, vor allem aber fürs hartnäckig bleiben. Festhalten an Sprachen. Festhalten an der Kommunikation. Das brauchen wir in diesen Zeiten – mehr als je zuvor.

Ich habe in meinem Bachmann-Text Sprachen mit Gefängnissen verglichen. Wir brauchen Sprachen, davon bin ich fest überzeugt. Ich sehe sie allerdings nicht als Ziel an sich, sondern als Mittel zum Zweck. Was können – was wollen wir mit Sprache bewirken?

Was ich mit Sprache und Kommunikation erreichen will, kann ich am besten mit Kunst erreichen: eine Annäherung aneinander, Menschlichkeit feiern, Empathie wachsen lassen. Deswegen schreibe ich. Um Sachen auszudrücken, die eigentlich nicht mit Sprache auszudrücken sind. Um Wahrheiten zu erzählen, die meist überhört, verleugnet oder ignoriert werden, weil sie schmerzhaft sind, weil sie unbequem sind.

Ich habe gerade Gedichte auf Deutsch vorgelesen, von verschiedenen auf-Deutsch-schreibenden-Personen, die nicht, oder nicht ausschließlich, deutsch sind. Ich beende meinen Beitrag heute Abend mit einem Gedicht von mir. Eine Premiere! Ich möchte sagen, ich widme dieses Gedicht allen anwesenden Frauen. Denn dieses Gedicht kommuniziert diverse Wahrheiten von mir übers Frau sein, übers Schwarze Frau sein. Ein Gedicht auf Englisch. Es heißt:

“all cognitive functions”

i am close to the point of no return

which means that when you leave it:
will hurt a lot. full stop.

as opposed to when you leave i:
may be a little distracted… ellipsis.

logical thought, recent qualitative research and repeated experience shows it would be completely cishet of me to trust you.

you are a man. your kind.

you are a man who could kill me with his bare hands

in the act of making love you could ignore my wish to stop and simultaneously not hear my heart breaking and you could put your hands around my throat and squeeze until your fingers ached and call it kinky.

you are a man.

who can tell me he loves me without caring if i hear or feel it and you will always not phone me back until it is almost too late because you can do that. empathy will never be your strongest asset.

open brackets. (actuallyiamsoterrifiedithinkmyboundingheartmightburstthroughmychestandlandatyourfeet) close brackets.

i rub my sweating hands together for i am a little nervous

but you don’t know-tice ‘cause i am able to hide it behind my funny yet intelligent jokes and seductive body

open brackets. (isitaparticularlybadcaseofjunglefever? question mark. Hashtag! #doblackmeninwhitecountriescatchthattoo? question mark.) close brackets.

you don’t do the between the lines, you didn’t realise how much i meant it – you just lusted after the smell of me. greed is more than a word to you.

you are.

a man – whatever kind – who wants me to quotation marks “trust me baby” quotation marks would have to prove it over days, weeks, months and years over and over again and over days, weeks, months and years over and over again

but, my love,

one word answers are not text messages are not emails are not letters are not loving stories read to me by candlelight as i fall asleep

a wank is not a blow job is not a quickie is not a fuck is not making love is not the first time we hold hands when you look in my eyes and tell me you have a very important question to ask me

you are a

man. your kind. i wish i were you how easy it would be for a part of me to rise hard then flop soft again and all the while i would not have to worry about whether or not one moment of – haaa – irresponsible coming would lead to nine months of responsible planning and a life time of responsibility

you

do not really need to think about contraception

you

do not really need to worry about gender issues, sexism or harassment

you

can wear what you like and say what you like even if it is suggestive even if it is a come-on even if it is a tease you would not deserve it if you were assaulted not even sexually it is never your fault

you are the kind of man who can go through the world with his eyes shut tight and still have people slap him on the back to congratulate him i would love to be you i would love to be like you i would love to try it just once… ellipsis.

but

a woman. my kind. i am.

with the courage to overcome

and the desire to lie by your side

and the patience to feel you grow inside me

to pleasure me with your touch, your kiss, your sex, your intimacy –

and while my trust in you kindles (fledging and frail)

my fear of you dies (one jagged piece at a time)

and i presently am left with

– against my better knowledge and experience and judgment and research and with all cognitive functions screaming against it –

unconditional love

Ich wünsche uns ein wunderschönes Festival.

Ich wünsche uns viele schöne Momente.

Und ich wünsche uns eine multilinguale, bewegende Zeit.

***

(Veröffentlichung auch in Auszügen nur mit Genehmigung.)

Das Cover ist der Code

26. Oktober, 9:33 Uhr - Blog - Anna Giannessi

Egal, wo wir heute im Netz lesen, also weltweit, wir lesen durch einen Code hindurch. Auch hier auf dieser Webseite. Mal ist es HTML, mal ist es, beim Publizeren von E-Books, EPUB. Mal ist es etwas ganz anderes. Mittlerweile schreiben sogar Autoren, wie z.B. Hannes Bajohr und Gregor Weichbrodt von 0x0a http://0x0a.li/de/ erst ein kleines Programm, meist in PYTHON, dann generiert dieses Programm, gefüttert mit Datenbanken, den literarischen Text. Code ist also Schrift, die wiederum andere Schrift sichtbar, lesbar macht. Er ist eine Art technologische Zauberspruch, der im Hintergrund herumwerkelt. Für die Anthologie zum Schreiben und Veröffentlichen im Netz, die begleitend zur Veranstaltung „Global und beta“ http://stadtsprachen.de/event/global-beta/ am 2. November in der Blogfabrik erscheint, haben wir nun ein bisschen Code nach vorne geholt. Die Cover der deutsch- und der englischsprachigen Ausgabe zeigen als Screenshot den EPUB-Code der jeweiligen Ausgabe. Und so wie dieses kluge Coverdesign das Unsichtbare-Digitale an uns heranrückt, so sollen die Texte, von Kathrin Passig, Assaf Alassaf, Alan Mills, Chloe Zeegen, Ansgar Warner, Christiane Frohmann und meiner Wenigkeit die Möglichkeitsräume des Webs aufzeigen. Für die Literatur. Für Lesende. Für TXT. Und PS: Statt Christiane Frohmann wird Gregor Weichbrodt beim Gespräch über das digitale Publizieren auftauchen, kurzfristige Änderung, aber eine sehr spannende.

Deutsche Version als ePub, mobi oder PDF kostenlos herunterladen: http://www.mikrotext.de/books/global-beta-e-book-code-berlin/

Free download of English version as ePub, mobi or PDF: http://www.mikrotext.de/english-titles

 

ISBN: 978-3-944543-41-3

ISBN: 978-3-944543-41-3


Latinale feiert 10. Ausgabe!

25. Oktober, 9:38 Uhr - Blog - Anna Giannessi

In einer Friedenauer Hinterhofwohnung vor wenigen Tagen: Vier, fünf, dann sechs Menschen mal konzentriert und ruhig, mal schwungvoll mit Kraft. Es werden die Partituren für ein Verskonzert gedruckt, das im Rahmen des Festivals Stadtsprachen erklingen wird. Die mitwirkenden Dichterinnen und Dichter legen selbst Hand an, um die Partitur zu vollenden: Sie falzen, schneiden, stempeln, sortieren und kleben die Umschläge. Und das alles in der Küche, in der normalerweise der Verlag hochroth Berlin funktioniert bzw. der Toaster! Érica Zíngano, ursprünglich aus Brasilien, seit Jahren in Neukölln, leitet die anderen an, sie stempelt die Nummern in die Partituren (es wird 100 geben, für jeden Zuschauer eine, falls mehr kommen, dann muss man zu zweit hineinschauen). Rafael Mantovani öffnet das Fenster und blickt auf den Hinterhof. Elsye Suquilanda lächelt zufrieden, Luísa Nóbrega hat schon wieder neue Ideen für ihren Auftritt und Vera Kurlenina denkt an die vierzig weiteren Partituren, die noch herzustellen sind – ein produktives Zusammentreffen, allemal. Das Verskonzert will Gemeinschaft stiften (in diesen Zeiten wie diesen): Zu allererst zwischen Dichterinnen und Dichtern, von denen 2 Spanisch, 3 Portugiesisch sprechen; dann zwischen Dichterinnen und Dichtern und Kuratorinnen und Kuratoren, Festivalmacherinnen und Festivalmachern, Übersetzerinnen und Übersetzern und: dem Publikum! Die schwarzen Kladden die an jenem Abend an der Rheinstraße gefertigt wurden, liegen nun wohlverstaut in Kisten, bereit für ihren Einsatz am 29. Oktober im Instituto Cervantes um 19 Uhr 30. Die Gäste sind bis auf Luísa Nóbrega in den vergangenen Jahren auf der Latinale aufgetreten, das lateinamerikanische Poesiefestival, gegründet von Rike Bolte und Timo Berger, das dieses Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiert.
Zwei Tage vor dem Verskonzert, am 27. Oktober, eröffnet die Latinale im Ibero-Amerikanischen Institut.

Donnerstag, 27. Oktober 2016
19h – animalPOESÍA. Offizielle Eröffnung.
Poetische Performance (sp./dt.)
Mit: Monika Rinck, Amaranta Caballero Prado, Maricela Guerrero, Ricardo Castillo
Moderation: Alexandra Ortiz Wallner
Ibero-Amerikanisches Institut, Potsdamer Str. 37, 10785 Berlin
EINTRITT FREI
Das ganze Programm unter www.latinale.de


Interview with Cristian Forte

24. Oktober, 10:05 Uhr - Blog - Anna Giannessi

Leider ist der Eintrag nur auf Amerikanisches Englisch verfügbar. Der Inhalt wird unten in einer verfügbaren Sprache angezeigt. Klicken Sie auf den Link, um die aktuelle Sprache zu ändern.

This interview originally appeared on crowd-literature.eu

You can read Cristian Forte’s biography here: stadtsprachen.de/en/author/cristian-forte/

Cristian Forte came to Berlin in 2009, having left Argentina that same year. Why is this important? Because Cristian is the kind of poet that is very sensitive to his surroundings and the places he performs his poetry. This turns every one of his pieces into a political question, too.

(Julia Schiefer:) Cristian, you engage in poetic performances: Mail-Art, guerilla-like performances, musical tabula rasa, and from time to time the written word, poetry. Please tell me more about your work.

(Cristian Forte:) With poets you usually associate a Romantic image of a writer at a desk reading and writing in private. It is the image of the poet bent forward over his desk under a single lamp. Even though it is nothing new and maybe you avert your eyes from it, this image nevertheless persists to the present day – regardless of how many attempts have been made to do away with it. It’s an image that doesn’t satisfy me entirely. Back in Argentina I was part of a surrealist collective called Etcétera from 1999 to 2006 and I was always interested in the visual arts. This laid the foundation for my present artistic practice. Given the recent developments in past decades beginning with the sixties in art and literature, I cannot help but perceive poetry as not merely confined to words or text alone. I consider poetry as a transdisciplinary art that is basically defined by its context and its media.

Poetry is the search for knowledge. And each question needs to have its own media, its own means of transportation that carries the meaning of what is intended most suitably. I draw my inspiration from conceptual and experimental artists and word artists that mix theater, performance and literature. Take for example the project I did in Leipzig in May 2015 which was curated by Lena von Geyso und Elisabeth Pichler called “Wunsch, Augenblick, Vergessen” (“desire, moment, forgetfulness”).

Its main features were time, text and poetry. The salient point was to make inheritance and origin visible in the three modes of how passing time is considered, that is the future, the present, and the past. The performance took place in front of the German immigration office. You have to know that Leipzig is a city that is itself left-wing but is encircled with right-wing groups in Saxony, Germany, so migration is a delicate topic that can easily get people worked up. I think that this kind of performance opens up the possibility for the search for knowledge which is most essential part of poetry. Not only was the experimentation itself enlightening but moreover the risk that was taken (indeed, the police intervened) is an example of what can lead to new knowledge.

Do you use technology in your works or the internet as a means to connect people?

No, you could say that could not be further from the case. I have a lot of old computers – all of which were given to me. I own quite a few of them, eight in total. But what I mean by this is that I prefer slowness. My punk band is called “leise & langsam” (“silent & slow”).

I think we can agree on the internet being more public than public society. So would you not at least want to see how the public in the internet is composed, what kind of reactions you may get?

Digital data media is always in the light. I, on the contrary, need shadows. I need something that smells. Digital data media is not always healthy.

Do you think that literature has to be brought to the stage to be experienced?

Yes! You know, I am a bookbinder as well. I founded a publishing house called Milena Berlin in 2010 together with my friend Milena Caserola. It is a yet-to-sell-publishing-house. That means we don’t sell in Berlin (though Milena Caserola sells books in Buenos Aires) –  but at present we give workshops where books are made. They serve to establish a sense of community rather than pronouncing the final product. We want the very medium of the book to be an open source. We imagine the project to be fruitful in five years eventually.

I have a kind of fascination for failures, you know, with failings and break downs and the like. This is exactly what selling poetry is about. (laughs)

I consider this publishing house as an empowerment for people to fail, on a micro-political level. Failing is awesome. It is the dark side of the moon. The same goes for societies. People like me live on the shadowy side of society.

What can you learn at your workshop as it is? 

One learns how to fail elegantly.

In Argentina where I come from nobody earns a proper salary, everybody is constantly broke. However, the number of people visiting the independent book fair FLIA in Buenos Aires exceeds 3000 even though there is no money involved.

In Europe, a critical objectivity arose from a crises-consciousness society. In light of this development we have to find new methods. I turn one eye in the direction of my heart and the other one to the context in which this is all happening. The key element of art is ‘perception’.

You reflect a lot on the place you live. Can you tell me more?

One of the most crucial factors in poetry is space. Did you watch the video I sent you beforehand? It deals with the importance of space. This performance took place in an off-space location, at a auto repair shop.

The next most important thing is the people involved, not the borders. That means that language becomes central.

What do you think about universal poetry?

Poetry is a mode of knowledge, of language, poetry is a feeling – not a universal language.

It is different from being different?

It is living with the difference, that means organic, bacterial.

Thank you, Cristian!

Thank you, too. ‘Twas a pleasure!
One last question you wanna ask me?

In the contemporary world packed with talks about problematic ‘communication’, do you think that there is hope for poetry to change the status quo?

From 1999 to 2006 he was part of the artistic group Etcétera, in Buenos Aires, and in 2009 he arrived in Berlin, a city that offered him a new reality to describe and fresh ways to do so. In 2010, in collaboration with Milena Caserola (BBAA), he founded the independent publishing house Milena Berlin. In 2014 he won first prize with Erica Zíngano at the festival SoundOut – New Ways of Presenting Literature thanks to the project KM.0. consisting of several interventions in the city. In 2015 he curated the performance cycle RAUMumDICHTUNG (Förderung künstlerischer Projekte 2015 Kulturamt Friedrichshain-Kreuzberg) and the performative workshop „Die Stadt als Lochkamera“ („The city as a pinhole camera“) with Mirella Galbiatti and Ginés Olivares (Forum Stadtpark, Austria). In 2016 he received an artist residency in “Beta-Local” – a bookbinding project in cooperation with Nicole Delgado, in Puerto Rico. In July 2016 he will be a guest of the 19th Hausacher LeseLenz Festival (Germany).

Publications: Abr. ( CopyRoboter – 2010, Germany), Alfabeto Dactilar (2014 / Edit. LUPI,  Spain)


Die Sprachen Berlins

17. Oktober, 17:17 Uhr - Blog - Martin Jankowski

Hugenotten, Russen, Polen, Türken, Viertnamesen – schon seit Jahrhunderten kommen Menschen verschiedenster Sprachen in unsere Stadt, deren Geschichte vor Urzeiten einst als slawische Siedlung begann. Heute wird Berlin immer internationaler: Fast jeder dritte Einwohner hat mittlerweile seine Wurzeln im Ausland. Damit liegt die Hauptstadt weit über dem Bundesdurchschnitt. Und die Zahl der deutschen Berliner mit Migrationsgeschichte wächst, wenn auch weniger stark als die der Berliner mit nicht-deutschem Pass. Derzeit gitb es  etwa 423.000 Berliner Deutsch-Türken, Deutsch-Araber, Deutsch-Vietnamesen und Kinder aus binationalen Partnerschaften sowie ca. 550.000 Berliner Ausländer.

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Migrantenfamilien prägen inzwischen ganze Kieze der deutschen Hauptstadt: In Mitte hat fast jeder Zweite (47,2 Prozent) der 351.000 Einwohner einen ausländischen Hintergrund. In Neukölln sind es 41,6 Prozent, in Friedrichshain-Kreuzberg 38,4 Prozent. Auch die Einwohnerschaft von Charlottenburg-Wilmersdorf besteht zu mehr als einem Drittel (35,9 Prozent) aus Migranten. Bei den östlichen Bezirken liegt Lichtenberg mit 17 Prozent vorne (die wenigsten Menschen mit ausländischen Wurzeln leben in Treptow-Köpenick mit 8,7 Prozent). In Stadtteilen wie Neukölln, Kreuzberg und Wedding findet man typische Berliner Kieze, in denen deutlich mehr als jeder zweite Bewohner ein Migrant ist.

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Berlin hat 2016 zum ersten Mal seit 1944 wieder mehr als 3,5 Millionen Einwohner. Ende 2015 waren 3,52 Millionen Menschen in der Stadt gemeldet, gut 50.000 (1,4%) mehr als ein Jahr zuvor. (Die Zahl der Wohnungen wuchs im selben Zeitraum jedoch nur um rund 10.900.) 182.000 Menschen zogen im vergangenen Jahr nach Berlin, 139.000 zogen weg. Hinzu kam ein Geburtenüberschuss: 38.000 Kinder wurden geboren, 34.300 Menschen starben. (Neben Hamburg ist Berlin damit das einzige Bundesland, in dem mehr Menschen geboren werden als sterben.)

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Und Berlin wird internationaler: Unter den im vergangenen Jahr Zugezogenen finden sich vor allem Ausländer. Syrer machen mit gut 11.000 Neuberlinern die größte Gruppe aus, es folgen Afghanen, Bulgaren, Rumänen, Iraker und Albaner mit jeweils rund 2.000. Polen liegt als stärkstes EU-Land mit einem Plus von 1.800 an siebter Stelle. Die Zukunft Berlins ist (ebenso wie seine Entstehung, Geschichte und Gegenwart) ohne Migranten schlicht nicht vorstellbar. Von den Berliner den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren haben heute bereits 44,7 Prozent ausländische Wurzeln.

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Im Dezember 2015 lebten insgesamt 621.075 ausländische Einwohnerinnen und Einwohner in Berlin. Die nachfolgende Aufzählung gibt Auskunft über die 25 häufigsten Staatsanghörigkeiten in Berlin. Sie geben gleichzeitig ein Abbild der insgesamt mehr als einhundertzwanzig Sprachen, die in unserer Stadt gesprochen werden: Türkei (97.960), Polen (54.951), Italien (26.715), Bulgarien (24.214), Russische Föderation (20.962), Serbien (einschließlich ehemaliges Serbien und Montenegro sowie einschließlich Kosovo = 19.950), Frankreich (17.683), USA (16.846), Rumänien (16.546), Vietnam (15.517), Vereinigtes Königreich (13.995), Spanien (13.875), Griechenland (12.954), Kroatien (11.851), Bosnien und Herzegowina (11.806), Ukraine (10.946), Österreich (10.938), China (8.812), Libanon (7.600), Niederlande (6.094), Iran (5.465), Mazedonien (5.460), Schweiz (5.324), Ungarn (5.171), Thailand (4.872).

(Alle Zahlenangaben laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.)


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