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Tödliche Handlungen. Zweiter Aufzug.

Sonia Solarte (2006)

In die Wildbahn werden wir geboren

Wir fühlen das Rätsel des Taumels
die uralte Leidenschaft für den Rauch

Das Schlagen von Wunden wird mehr
und die Liebe bekommt
den Namen des Wahnsinns

Schmerzhafte Narben warten
geübt die Erdteile des Fleisches
an sich zu reißen
erfahren dem Lehm der Hoffnung
Grenzen zu setzen

Im gemessenen Takt krönen
von unheilbarem Sehnen befallene Krankenpfleger
das glänzende Geschlecht
und setzen ein Getriebe in Gang
in dem sich klingende Flügel wiegen

Leichter Wellenschlag
lässt die Steine
der Dämmerung erschauern

Den Irrsinn zu mehren
oder der Raserei zu huldigen genügt nicht

Dies ist die Nacht des Verfalls
die Nacht der Erneuerung

Wir reißen den schwarzen Kreis
aus dem Mantel des Schicksals
verhängen die Mauer der Gewissheit mit Trauer

Wenn Willkür
die Zukunft blockiert
werden wir deren Bande bluten lassen
und als Zeichen was sein könnte
werden wir den Bluttrank
in offene Hände gießen

 

Wir durchqueren einen undurchschaubaren Irrgarten
damit die Liebe ihre Landschaften
ihren schönen Mangel
und den Raum des Geheimnisses weite

 

Im Spiegel lächelt
ein anderes Ich
das gealterte Jahrhundert

das Universum der Zeit
sendet seine Zeichen aus

ein in sich kreisendes Gewoge
schickt seine Funken in die Irre:
ein Schachbrett zur Wiederherstellung
des Klangs der Gelüste!

Des Frevels Feuer lässt
die Glut auf den Opferaltären lichterloh brennen
um die Blindheit des Fleisches zu beschwichtigen
Bitteres Salz um den Durst zu mehren!

Bittres Salz um seinen Durst zu mehren!

An die Idee der Vollkommenheit gekettet
zerfällt die versengte Haut zu Asche

Gnade und Erbarmen
beides gibt es nicht

 

Leiber des Schmerzes lassen
Geschwüre des Grauens erkennen

 

Wir pflügen die Wüstung der Gegenwart
und überantworten uns wissentlich dem Abenteuer
wir sind verloren
bar jedes Vorher oder eines Danach

Die Qual wird die Gleichgültigkeit der Schöpfung
für die unkeusche Haut
die Verzückung und Entspannung liebt
nicht ändern
auch eine Flucht wird uns
den aufrechten Gang nicht geben

In dieser ungewissen Schlacht
rettet keiner das ihm Teuerste

Niemand zerbricht ohne selbst zu zerbrechen
wird gleich Mais ausgekörnt
oder wie das täglich Brot gebrochen

Niemand entehrt ohne sich selbst zu entehren
ohne das Lächeln zu zerstören
das der Zukunft
ein freundliches Antlitz verleiht

Zum Untergang führende Taten
das Zerreißen der gemeinsamen Netze des Blutes
das Überfallen der Blumen auf dem Gehsteig
sich aufspielen ein Mörder zu sein

Der Plan hinter dem Schuss
das Rauchopfer
entartet die Liebe

Rot und gelb
die Friedenstaube

Versteinerte Stadt

zerstörerische Lebensart

vom Ideal träumend
Verlorenes wieder zu gewinnen
müssen wir wohl unser Textbuch ändern

lässt unsere Stimmen
der aufnahmebereiten Herzen sprechen

lassen wir unsere Zweige in andere Himmel wachsen

und knüpfen mit feinem Faden
die Maschen der Gegenwart und der Zukunft

Verleihen wir der Ewigkeit des Lehms Flügel!

 

 

 

Aus dem Buch: Papierwelt – Mundo Papel. Edition Milo im Verlag Lehner, Wien 2006

Übersetzungen von Helmuth A. Niederle und Sonia Solarte

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