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Ausgedrittelt

Ricardo Domeneck (2017)

Sie ist klein und arm die Apotheose der Termite
in sich selbst zerfließende, lösliche Brücke,
als nähme ein Film seinen Anfang am Ende.

Ich vermute, erst in deinem Empfangsapparatus
ändert unwandelbar mein Geruch
seinen Status von Genuss zu Gestank.

In den Straßen tausendundeine Schwangere
und ihr schallend herausbrechendes Lachen
fährt mir vor Schreck tief in den Rachen.

Das zu flache Grab sinkt ab und die Knochen
tauchen sämtlich auf, ja, selbst die Leichen
der Schiffbrüchigen. Seht die jungen Pferde,

die nach jahrelanger Schinderei beim Ernten
nicht eher die Feierabendsonne sehen dürfen,
als im Schlachthof, allein, durch eine Luke.

Ist der Krebs inoperabel, ist es doch
gleich, ob er linksseits wuchert und wächst
oder die rechte Gehirnhälfte zersetzt.

Es ist, als erkenne man die Grenze nicht,
die das trennt, was des Kaisers ist,
von all dem, was man Gott zuspricht.

Schließlich begehen wir eine Lebenslüge,
und teilen den Lauf der Tage durch sieben,
sonntags Geburt, am Samstag Autopsie,

dann am nächsten Sonntagmorgen wieder,
wie der Apfel vom Baum der Sturz aus dem Bett,
grad so, als sei jede Woche Auferstehung.

 

Übersetzt von Ingrid Hapke, Lea Hübner, Aron Zynga, Udo Baingo

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