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Dunkelwort (e altre poesie)

Federico Federici (2017)

I.
Die Ungeborenen atmeten
in einem halbleeren Raum
am Weltrand,
wo die Wörter alt werden,
die du heimlich anhäufst.

Aus Nichts Nichts
Jahr für Jahr.
Wir sind immer noch sterblich.
Wir haben nur die Welt.

 

 

II.
Auf dem Meer des Schlafes
neben Schneeschatten
ruhen die Stunden.
Steinerne Nacht
mit einem Rosensiegel,
einziges Lid dieses Dunkels.

Zwischen den zwei grauen Grenzen
in der Zwiegeburt, im doppelten Tod
schläfst du, die Blumen zählend
und die immer schlummernden
Wörter einer toten Kreatur.

Für dich allein
und wahr. Ich höre dir zu
wie ein Blatt, wie die schwärzeste
Baumrinde. Lausche dort
der Klarheit des Baches, der dir
die Augen und Ohren formt.

Am Ende, ein neuer Tag
im Labyrinth des Hirns.
Nun geb‘ ich dir das Amen
das deinen Namen aufnimmt.

 

 

III.

Wieder halten wir beide
dieselbe Rede:
ich danach,
du zuerst.

Am Waldrand
ersticken Hände
Glocken,
die leeren Kehlen
der Vögel.

Folge mir in die Stille!
Wieder ist die Erde ruhig.
Stimme und Stille
sind reiner denn je.

Das Unsägliche herrscht
– mein Mund
den Wörtern gefügig
und vor dem ersten Wort
das letzte.

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