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Hast du ’n Zwanziger?

Andrej Hočevar (2013)

Es packt mich ein recht schlimmer Hunger und etwas
das Ideen ähnelt. Offenes Fenster und keine
Stimmen. Verstaute Bewegungen, geduldige
Nachbarn. Und deine Füße. Deine schönen Füße.
Die linke und die rechte Familie, zehn Zehen
mit roten Nägeln. Na los, geht schön alle miteinander
zum Frischmarkt oder woandershin, wo Körper und Wille
fröhlich getrennt sind! Warum verbirgst du so die Rinnen,
in denen ich mich ruhig verströmen könnte wie ein traumloser
Schlaf nach dem Essen? Der Himmel spiegelt die mit Schafen
bekleckste Wiese. Er braucht keine richtigen
Lösungen. Ein Schritt der nicht der letzte ist braucht keine
richtigen Lösungen. Und die richtigen Lösungen brauchen
ganz sicher nicht mich. Pralle Brüste wollen mich
berühren. Sie duften und recken sich. Ich weiß nicht mehr,
was Unterschiede sind. Ich beiße. Ich schreite. Die Sonne
mit ihrem Holzlöffel schöpft die Sahne von mir ab.
Ich entkleide mich der Berge, ich entkleide mich der Täler.
Ich entkleide deine Zähne. Bin voll tollwütig. Ich lache
mit den Händen und schreibe mit dem Schweif. Ich winke.
Wieder mal fiel ich auf die Geschichte eines begeisterten
Dichters herein, in der sich die Liebe und das Interesse
für Dinge treffen, die dich nichts angehen: die Dichter
starren in die Ferne und sehen, wie die Heidelbeeren
auf der Straße fahren. Wenn der Weg mich kippt werde ich
auch auf der anderen Seite gehen. Ins Gras
stürzt ein herrliches Bild – das ist nicht Eins

 

Übersetzung von Urška P. Černe und Steffen Popp

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