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Parusienträume

Ricardo Domeneck (2016)

bin aufgewacht auf dieser couch
vor tagen schon
seh‘ aus wie truman capote
in unwürdiger pose
wie auf der rückseite
seines debüts
tu mir doch einer den gefallen
vielleicht ein klaps auf die kappe
entferne mich von dieser couch
ich schlage tiefe wurzeln
gefestigte beziehung
kann das sofa nicht verlassen
seit tagen schon
stabile rückenlage
ach wär ich doch
in einem blauen kleid aus tüll
die worte fliehen mir
kann nur mehr sagen
polsterkissen
kissenpolster
ernähre mich von popcorn
schürfe archäologisch in
polstertälern berge
antike funde
bin durstig sehr durstig
meine hände frei
die füße ungebunden
forsch ich nach gründen
und anlass rauszugehen
oder auf der couch zu bleiben
meine mutter droht
die feuerwehr zu rufen
die presse gar die mich
zur lasziven nymphe
küren mag in einem vers
von álvares de azevedo
doch hier in diesem grünen stoff
denke ich an moos und quellen
und warte bis die strahlung kommt
gewöhne mich allmählich
an die gesellschaft
der küchenschaben

 

Übersetzt von Christiane Quandt, Douglas Pompeu

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