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Passage

Sonia Solarte (2014)

Vor dem Fenster

ziehen Sturm

verfallende Körper

und staubige Echos vorüber

 

Der Ton des Krieges

schließt unsere Stimme ein

und lähmt unsere Schritte

 

Mit der Erinnerung

in einem Zeitraum eingefroren

stellen wir in tödliche Umlaufbahnen

Gegenstände einer zeremoniellen Ordnung

 

Beißende Waffen verseugen Ruinen

die Bestie verweigert den Abgang

und die Befreiung der Rosen unserer Einsicht

 

Niemand möchte einsam sterben

nicht zu traurig sein

daß die Flicken der Seele zu knapp werden

um die Verwaisung während des unglücklichen Ausbruchs

unserer Sehnsüchte zu bedecken

 

Uns erschreckt die Angst das Fieber zu verbreiten

und sogar die Lust zum fliegen

die Anker zu lichten oder gesetzt am selben Ufer zu lassen

mit dem abgetrocknetem Schlamm auf unseren Körper

unter der selben Sonne zu verbleiben

geschützt hinter der Mauer

unseres eigenen Entsetzens

 

Weiterhin gebiert das Chaos Asche

Abgötter denen man sich unterwirft oder die man besiegt

Qualm steigt auf

Der Traum verlangt beim Aufwachen

nach einem vom Dunst verschluckten Weg

Fleischiger Staub schlappt die Dürre

 

Mit Tränen beschwören wir

die Last der Erinnerungen

schwören daß nichts

vergebens gewesen ist

Aus dem Buch: La Orfandad de los Espejos. Apidama Ediciones, Bogota, November 2014

Übersetzung von Helmuth A. Niederle und Sonia Solarte

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