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Routineuntersuchung

Denise Pereira (2014)

Mein Leben verbringe ich auf Couch um Couch.
Gesprächen zu trotzen, die mich kantig und verklemmt erscheinen lassen.
Mein Alter ist scheinbar nie das richtige gewesen.
Nie kam ich über den Moment des Nie-Sagens hinaus.
Noch über den körperlichen Abstand, der mich in Sicherheit wiegen sollte.

Du nimmst mich in den Blick und wieder heraus.
Lieber hätte ich, du sprächst von einer anderen, nicht mir.
Ich stellte mir sogar eine Parallelunterhaltung vor.
Bei der alle Städte von meinen zahlreichen Neuanfängen sangen.

Vergeblicher Versuch, der meine.
Du wirfst mich saturnisch zurück wie alle Spiegel.
Nicht einmal das nervöse Lachen wirkt als Alibi.
Du siehst mich: ernst.
Die ernsteste aller Frauen.
Alle meine Gesten umfangen von viktorianischen Korsetts.

Du sprichst zu mir vom zielsicheren Rauch antiker Orakel.
Aufsaugen und aufsteigen lassen soll ich ihn.
Die Ursprünge meines Namens rückerobern in der Suche nach Unnützem.
Ich erkenne aber nichts Unnützes an der Suche nach Lust.

Ich schließe die Tür, zitiere dich mit der leidenschaftlichen Wut der Psalme.
Erkenne die fremden Körper, die ruinenhaft in mir bestehen.
Und benetze mir die Haut mit der süßstofflichen Frische von Moos.
Heute trifft mich diese Erinnerung nicht, noch beschämt sie.
Manche Menschen vergessen, andere bewahren.
Ich bin eine, die Koffer befüllt vor dem Aufbruch zur Reise.

 

 

Übersetzung von Christiane Quandt

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