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Umarmung

Denise Pereira (2013)

Bin fort.
Kannte den Schmerz.
Nicht nur den aus einem Streit,
sondern auch das unermüdliche innere Klettertier,
das selbst ohne Gebrüll zur Brust hinaufsteigt, uns zum Gruß die
Gurgel drückt.

Man riet mir, auf mich selbst zu verzichten.
Ich fügte mich willig.

Schwer wogen mir Unbedarftheit und Unschuld.
Schwer wie zwei Steine in meinem Schoß,
wenn wir wünschen, den Körper der Gnade des Flusses zu überlassen.

Ich wollte nur ein Absatz sein in dieser Geschichte,
die vor lauter Erzähltwerden allmählich an Details verliert.

Ich kannte nicht die Lust daran, ein Geheimnis zu bewahren.
Ein wissendes Lächeln zu skizzieren, wenn alle hungrig sind.
Eines Nachts wurde ich überrollt von einer Flut aus Armen und Beinen.
Sie sprossen aus meiner Mitte mit der Kraft von Wurzeln,
die vor Leben pochend die Pflastersteine des Gehwegs sprengen.

Der Wind brachte Gerüchte von meiner Rückkehr.
Und in einer nie gekannten Bewegung
ließ ich den Körper in eine Verbeugung fallen, als ich meinen Namen hörte.

 

 

Übersetzung von Christiane Quandt

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