{"id":7090,"date":"2018-04-11T16:30:53","date_gmt":"2018-04-11T14:30:53","guid":{"rendered":"http:\/\/stadtsprachen.de\/?p=7090"},"modified":"2018-04-12T17:30:52","modified_gmt":"2018-04-12T15:30:52","slug":"interview-mit-grigorii-arosev-chefredakteur-von-berlin-berega","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stadtsprachen.de\/de\/interview-mit-grigorii-arosev-chefredakteur-von-berlin-berega\/","title":{"rendered":"Interview mit Grigorii Arosev, Chefredakteur von Berlin.Berega"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7091 size-full\" src=\"http:\/\/stadtsprachen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/BerlinBerega.png\" alt=\"\" width=\"524\" height=\"172\" srcset=\"https:\/\/stadtsprachen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/BerlinBerega.png 524w, https:\/\/stadtsprachen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/BerlinBerega-300x98.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 524px) 100vw, 524px\" \/><\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Berliner Literaturmagazin Berlin.Berega und sein Chefredakteur Grigorii Arosev, gesch\u00e4tzte Partner der <em>Parataxe<\/em> und des <em>stadtsprachen magazins<\/em> und Experten f\u00fcr russische Gegenwartsliteratur aus Berlin im Gespr\u00e4ch mit der stadtsprachen Redaktion.<\/strong><\/p>\n<p><em>Wie kam es zur Gr\u00fcndung von Berlin.Berega? Was ist die Grundidee der Zeitschrift?<\/em><\/p>\n<p>Ich bin ja selbst Autor. Als ich noch in Moskau lebte, wurde ich oft von Moskauer Literaturzeitschriften kontaktiert. Daher lernte ich, wie eine organisierte Redaktion arbeiten muss, was gut und was schlecht ist. Sp\u00e4ter zog ich nach Deutschland. Die russische Literatur hat eine vielf\u00e4ltige und bunte Geschichte im Land von Goethe, Tucholsky und Grass. Ich stellte aber sofort fest, dass es in Deutschland keine russischsprachige Literaturzeitschrift gibt, die sich mit den Literaturen der zwei L\u00e4nder Deutschland und Russland besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Das ist unsere Grundidee und unser Grundsatz. Wir ver\u00f6ffentlichen russischsprachige Autoren, die in Deutschland leben. Wir ver\u00f6ffentlichen Beitr\u00e4ge \u00fcber die Verbindungen der russischen und deutschen Literaturen. Wir ver\u00f6ffentlichen \u00dcbersetzungen aus dem Deutschen ins Russische.<\/p>\n<p>Wir versuchen, die zwei Literaturen einander nahezubringen.<\/p>\n<p><em>Wie sieht Ihre t\u00e4gliche Arbeit als Chefredakteur aus?<\/em><\/p>\n<p>Eigentlich ist &#8222;Berlin.Berega&#8220; keine Hauptt\u00e4tigkeit von uns allen. Das Projekt &#8222;Berlin.Berega&#8220; ist nichtkommerziell. Wir alle haben unsere beruflichen Aufgaben und Verpflichtungen \u2013 die <a href=\"http:\/\/berlin-berega.de\/ueber-die-zeitschrift\/redaktion-de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Redaktion<\/a> von &#8222;Berlin.Berega&#8220; besteht aus professionellen Journalisten, Grafikern, Lehrern, Erziehern und \u00dcbersetzern.<\/p>\n<p>Wir geben zwei Hefte pro Jahr heraus. Das bedeutet, dass wir j\u00e4hrlich zwei aktive Phasen haben: von M\u00e4rz bis April und von September bis Oktober. Dann arbeiten alle Redakteure fast t\u00e4glich: Wir diskutieren, redigieren und beschlie\u00dfen. Als Chefredakteur trage ich die Verantwortung, stets dar\u00fcber nachzudenken, was wir k\u00fcnftig besser machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Wie sehen Sie die Rolle der klassischen Print-Literaturmagazine im Zeitalter des Internets?<\/em><\/p>\n<p>Meiner Meinung nach darf man diese Literaturmagazine auf keinen Fall verschwinden lassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man Nachrichten, Lehrb\u00fccher und Fachliteratur in Zukunft nur im Internet bzw.<span class=\"im\"><br \/>\nmit Ger\u00e4ten lesen wird<\/span>. Aber Prosa? Poesie? Die verliert dadurch ihre Seele. Viele von unseren AbonnentInnen und LeserInnen freuen sich, dass &#8222;Berlin.Berega&#8220; gedruckt wird. Es gef\u00e4llt ihnen, durch die Seiten zu bl\u00e4ttern, den &#8222;Buchduft&#8220; zu riechen. Am wichtigsten ist es, gute Texte zu liefern. Die Form spielt aber auch eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p><em>Wie spiegelt sich die Stadt Berlin in den Werken der russischsprachigen Berliner Autoren wieder?<\/em><\/p>\n<p>Fast alle Autoren versuchen, die Erlebnisse in Berlin in Worte zu fassen. Berlin ist nicht f\u00fcr alle gleich, weil sie auf eigene Art und Weise schreiben. Alle sehen die Stadt unterschiedlich, aber niemand bleibt Berlin gegen\u00fcber gleichg\u00fcltig. In unserer Literaturzeitschrift kann man verschiedene Texte \u00fcber Berlin finden: sowohl begeisterte und romantische als auch kritische.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens hat unsere junge Autorin Darja Benert in ihrem Beitrag in &#8222;Berlin.Berega&#8220; N2\/2017 dar\u00fcber geschrieben. Sie verwendet den Begriff \u201eInterkulturelle Literatur&#8220; als Gegensatz zur veralteten \u201eMigrationsliteratur&#8220;. Ihrer Meinung nach wenden die neuen &#8222;interkulturellen&#8220; Autoren sich regionalen und lokalen Themen zu. Im Fokus stehen dann konkrete St\u00e4dte, Bezirke und Orte \u2013 sie sind nicht nur ein Hintergrund, sondern auch wichtige Teile von Sujets. Das f\u00fchle ich selbst auch als Autor.<\/p>\n<p><em>Was k\u00f6nnen wir tun, um ausl\u00e4ndische Autoren mehr ins Licht der deutschen Literatur\u00f6ffentlichkeit zu r\u00fccken?<\/em><\/p>\n<p>Ganz einfach: mehr Aufmerksamkeit. Das gro\u00dfe Hindernis ist, dass ausl\u00e4ndische Autoren nicht auf Deutsch schreiben. Um die Autoren ins Licht zu r\u00fccken, m\u00fcssen ihre Werke ins Deutsche \u00fcbersetzt werden. Daf\u00fcr braucht man aber viel Geld, Zeit und Ausdauer. Die anderen M\u00f6glichkeiten sind Interviews, Beitr\u00e4ge, Besprechungen, Podiumsgespr\u00e4che, &#8230;<\/p>\n<p><em>Was k\u00f6nnen Sie uns zur neuesten Ausgabe des Berlin.Berega Magazins erz\u00e4hlen? Wo und wann ist sie erh\u00e4ltlich?<\/em><\/p>\n<p>Wie \u00fcblich geben wir verschiedene Gedichte, Erz\u00e4hlungen und Beitr\u00e4ge heraus. Ich m\u00f6chte besonders zwei Texte hervorheben: die f\u00fcr uns geschriebene Erz\u00e4hlung von Olga Breininger, die in Russland eine sehr popul\u00e4re Schriftstellerin ist, und die russische \u00dcbersetzung der Erz\u00e4hlung &#8222;Liebe auf Israelisch&#8220; von Maxim Biller, begleitet von einem Interview mit der \u00dcbersetzerin Olga Radetzkaja.<br \/>\nDer schnellste und einfachste Weg zur neuesten Ausgabe ist eine Internet-Bestellung. \u00dcber unsere Webseite kann man in ein paar Tagen das gew\u00fcnschte Heft bekommen.<\/p>\n<p><strong>Herzlichen Dank an <a href=\"http:\/\/stadtsprachen.de\/author\/grigorii-arosev\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Grigorii Arosev<\/a> und die Berlin.Berega <a href=\"http:\/\/berlin-berega.de\/ueber-die-zeitschrift\/redaktion-de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Redaktion<\/a>!<\/strong><\/p>\n<p>***<\/p>\n<p class=\"bibliography\"><strong>Weitere Informationen unter\u00a0<a href=\"http:\/\/berlin-berega.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/berlin-berega.de\/<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Berliner Literaturmagazin Berlin.Berega und sein Chefredakteur Grigorii Arosev, gesch\u00e4tzte Partner der Parataxe und des stadtsprachen magazins und Experten f\u00fcr russische Gegenwartsliteratur aus Berlin im Gespr\u00e4ch mit der stadtsprachen Redaktion. 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