{"id":18453,"date":"2022-05-17T16:40:14","date_gmt":"2022-05-17T14:40:14","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtsprachen.de\/en\/?post_type=stsp_text&#038;p=18453"},"modified":"2022-06-18T11:27:21","modified_gmt":"2022-06-18T09:27:21","slug":"ein-gespraech-mit-dem-herren-finzi","status":"publish","type":"stsp_text","link":"https:\/\/stadtsprachen.de\/de\/text\/ein-gespraech-mit-dem-herren-finzi\/","title":{"rendered":"Ein Gespr\u00e4ch mit dem Herren Finzi"},"content":{"rendered":"<p><b>EIN GESPR\u00c4CH MIT DEM HERREN FINZI\u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>\u00fcber den Tod, das Bulgarische und andere Kleinigkeiten<\/b><\/p>\n<p><i><br \/>\nDer Berliner Schauspieler Samuel Finzi, urspr\u00fcnglich aus Bulgarien, mittlerweile eine feste Gr\u00f6\u00dfe in der deutschen Filmlandschaft und auf den gro\u00dfen Theaterb\u00fchnen, berichtet \u00fcber seine Rolle in &#8211; und Gedanken zu &#8211; dem Film \u201eRisiken und Nebenwirkungen\u201c (2021), \u00fcber sein Engagement am DT in \u201eTagebuch eines Wahnsinnigen\u201c und sein Verh\u00e4ltnis zur bulgarischen und deutschen Sprache. Das Gespr\u00e4ch mit ihm f\u00fchrte Noah May Roos.<br \/>\n<\/i><\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin:<\/strong> Guten Tag, lieber Herr Finzi, ich bin Redakteur des stadtsprachen magazins, wir sind ein Online-Format, das sich mit der mehrsprachigen Kulturszene Berlins auseinandersetzt, vornehmlich mit anderen Sprachen, die hier aktiv sind, nicht der deutschen. Etwas gelockt hat uns, obwohl Sie mittlerweile ein \u201ev\u00f6lliger Deutscher&#8220; sind \u2026<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Was hei\u00dft das? Was hei\u00dft es eine nationale Identit\u00e4t zu haben? Das muss man sich wahrscheinlich immer fragen. Was definiert das? Der Ort, an dem man geboren ist, der Kulturkreis, die Eltern, die Herkunft? Ich wei\u00df es nicht \u2026 wissen Sie es?<br \/>\n<em><strong><\/p>\n<p>stadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Ich wei\u00df es selbst nicht. Ich habe ein \u00e4hnliches Problem.<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Woher kommen Sie? Ich meine die Eltern.<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Die Mutter aus Amerika.<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi<\/strong>: Sind Sie Amerikaner?<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Halb-Amerikaner, ja.<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Aber was bedeutet das?<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Das hat wahrscheinlich mit der Selbstauffassung dieser Frage zu tun. Wie man damit umgeht.<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi<\/strong>: Richtig, richtig. Es ist sch\u00f6n, dass Sie so etwas machen, dass Sie das thematisieren.<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Beginnen wir mit dem Film \u201eRisiken und Nebenwirkungen\u201c. Das Interview findet aus Anlass des Kinostarts dieses Films statt, den wir uns vorab anschauen durften. Mir ist aufgefallen, als ich Interviews von Ihnen sah, dass Sie manchmal davon sprachen, dass das Schauspielern etwas Mechanisches f\u00fcr Sie angenommen habe. Der Film \u201eRisiken und Nebenwirkungen\u201c hat schon eine ziemlich krasse Thematik (Organspende). Ber\u00fchrt Sie eine solche Geschichte, wenn Sie so etwas angehen, die Materie, oder geht das eigentlich so vorbei an Ihnen?<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Ich wei\u00df nicht, was Sie gesehen haben. Das Spielen hat nie etwas Mechanisches f\u00fcr mich angenommen. Nein, nein, wahrscheinlich habe ich irgendwo gesagt, dass irgendwann eine &#8230; mechanisch \u2026 warum mechanisch \u2026? Ich kann mich nicht erinnern, so etwas gesagt zu haben. Mit den Jahren h\u00e4uft sich eine gewisse Erfahrung an. Das ist so wie ein Instrument lernen, nicht wahr? Man denkt nicht mehr an Techniken, das l\u00e4uft alles automatisch, man besch\u00e4ftigt sich in dem Fall mit dem Thema, mit der eigentlichen Materie, vielleicht habe ich versucht, so etwas zu formulieren. Spielen verstehe ich nie als mechanisch. Nein. Sonst w\u00e4re es ja zu langweilig.<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Dann habe ich das falsch aufgefasst. Mir ist auf jeden Fall nur in Erinnerung gewesen, dass Sie das Wort mechanisch benutzt haben, deswegen habe ich es hier noch mal aufgegriffen.<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Mechanisch spielen &#8230; In Bezug auf etwas Konkretes?<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Nein, in Bezug auf das Andauernde, weil es ja so eine andauernde T\u00e4tigkeit f\u00fcr Sie ist.<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Ja ja, klar. Was ich meine, ist, dass man in eine Maschine kommt, was ich Maschine nenne. Es gibt solche Perioden, wo man wie eine Maschine funktioniert, das kennt aber jeder Mensch. Das hei\u00dft nicht, dass ich nicht innerlich gef\u00fcllt werde; ich erf\u00fclle vielleicht verschiedene Rollen auf der B\u00fchne oder vor der Kamera und es l\u00e4uft, es ist ein Selbstl\u00e4ufer sozusagen und es gibt Perioden, wo man nicht viel \u00fcberlegt, man st\u00fcrzt sich rein und die Dinge passieren. Vielleicht habe ich das gemeint. Mechanisch wahrscheinlich nicht, aber Maschine, ich habe eher den Begriff Maschine benutzt als mechanisch, aber ich wiederhole, das hei\u00dft nicht, dass ich den Charakteren kein Leben zuf\u00fcge, den Figuren, die ich darstelle, \u00fcberhaupt nicht. Sonst macht es ja keinen Sinn.<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>:<em> Hat es Sie also doch ber\u00fchrt, wenn Sie diese Rolle gespielt haben?<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Selbstverst\u00e4ndlich versuche ich zumindest solche Geschichten anzunehmen oder an Projekten teilzunehmen, die mich auch besch\u00e4ftigen, wo mich das Thema besch\u00e4ftigt. Und konkret mit unserem Film ist es eine kleine Tragikom\u00f6die, sagen wir mal. Also tragisch ist es nicht, eine Kom\u00f6die, die ein etwas bitteres Ende erf\u00e4hrt. Wichtig ist nicht das \u00c4u\u00dfere, ob man seine Niere vergibt oder nicht, sondern: Wie weit kann man gehen in seiner Bereitschaft f\u00fcr den Anderen etwas zu opfern? Also das ist es, was mich besch\u00e4ftigt hat, als wir an diesem Film gearbeitet haben, grob gesagt. Nat\u00fcrlich ber\u00fchrt mich das, klar, und dann versuchte ich einen Typen oder eine Figur zu erz\u00e4hlen, die leider nicht diese St\u00e4rke besitzt, sofort f\u00fcr seinen N\u00e4chsten, in dem Fall f\u00fcr seine Partnerin, einzuspringen, ohne Bedenken. Die Liebe ist doch irgendwie nicht bedingungslos. Das kostet \u2026<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Mich hat das, obwohl dieser Film doch etwas sehr Humoristisches hat, sehr ber\u00fchrt. Und er hat ja den Tod zur Thematik, eben sehr stark, es ist immer dabei das Thema. Also besonders wenn man jung ist, stellt man sich immer wieder diese Fragen, wenn so etwas aufgegriffen wird: Wie positioniere ich mich zu dieser Unausweichlichkeit? Wenn Sie so etwas spielen, und Sie durchleben das ja sehr intensiv, r\u00fchrt das auch diese Fragen in Ihnen auf?<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Vor allem diese tragische Seite schon. Sie sind da wesentlich j\u00fcnger als ich, Sie besch\u00e4ftigt das Thema sicher anders als mich und deswegen versuche ich jetzt auch alles \u2026 das, was ich \u00fcber diese Figur erz\u00e4hlt habe, ich muss ja meine Figur verteidigen, die ich spiele, nicht? Denn diese Figur hat auch eine gewisse Motivation, warum sie so handelt, wie sie handelt. Klar besch\u00e4ftigt mich der Gedanke, der Gedanke \u00fcber den eigenen Tod, in dem Fall \u00fcber den Tod der Figur. Und deswegen versuche ich das irgendwie mitschwingen zu lassen. Dieser, ich wei\u00df ehrlich gesagt nicht mehr, wie er hei\u00dft dieser, diese meine Figur &#8230; Ich muss zugeben, der Dreh wurde etwa zwei Monate vor dem ersten Lockdown abgeschlossen, deswegen war die Premiere immer weiter verschoben und verschoben, und erst jetzt kommt der Film auch nach Deutschland, nicht wie in \u00d6sterreich, das ist aber jetzt nebenbei gesagt\u2026 Ob mich pers\u00f6nlich der Gedanke an den Tod besch\u00e4ftigt? Ja, ab und zu schon. Aber ich ignoriere ihn. Arnold hei\u00dft die Rolle! Vielen Dank. Was wollen Sie genau wissen, \u00fcber den Tod, von mir?<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Es gibt ja manchmal diese Vorstellung, dass man sich nicht so recht einer solchen Sache anzun\u00e4hern wei\u00df. Vielleicht tragen Sie das noch aus Ihrer Kindheit mit, dass man sich irgendwann bei den Gro\u00dfm\u00fctterchen in der Kirche einreiht, ich glaube im Bulgarischen \u201eBabas\u201c, oder dass man das halt anders angeht.<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Ehrlich gesagt, in meiner Familie, ich bin ja nicht religi\u00f6s erzogen worden \u2013 ich war ein-, zwei Mal in einer Synagoge aus Interesse, aber ich bin nicht so erzogen worden, insofern habe ich einen ganz praktischen Zugang. Oder meine \u00dcberlegungen, die mit dem Tod zu tun haben, die haben, behaupte ich mal, realistische oder praktische Charakterisierung. Ich denke an den Tod nicht als etwas Metaphysisches, sondern als etwas, so paradox es auch klingt, das zum Leben geh\u00f6rt. Ich wei\u00df, dass es irgendwann mal eintreten wird \u2026 Das wird ja lustig, wor\u00fcber wir hier reden.<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Ich komme sofort zu etwas anderem.<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Ich finde es auf jeden Fall interessant, dass Sie auf solche Gedanken kommen anhand dieses Films. Es ist eigentlich nicht das Hauptthema, aber wenn es mitschwingt, ist das schon nicht schlecht, das finde ich gar nicht schlecht \u2026 sehr sehr gut. Klar, nat\u00fcrlich, die gr\u00f6\u00dfte Angst, die der Mensch besitzt, ist eben die vor dem Tod. Nat\u00fcrlich gibt es Menschen, die immer sagen, ich habe keine Angst vor dem Tod. Das kann man vielleicht haben, mit achtzig oder neunzig, oder wenn man in einer anderen Situation ist, einer besonderen pers\u00f6nlichen Situation, aber im Grunde glaube ich, dass der gr\u00f6\u00dfte Teil der Menschheit davor schon einen Respekt hat \u2013 vor dem Ende.<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em> <em>Absolut. Vielleicht heitern wir das Ganze etwas auf; wir sollten noch zu einer anderen Frage kommen: Etwas wobei ich Sie pers\u00f6nlich, d.h. auf der B\u00fchne, kennenlernen durfte, ist Ihr Engagement am DT f\u00fcr das \u201eTagebuch eines Wahnsinnigen\u201c von Gogol.<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Haben Sie das geschaut?<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Mehrmals. Hervorragend, auf jeden Fall. Es fallen zwei Dinge auf: Und zwar, dass so ein kleines St\u00fcck schon so lange aufgef\u00fchrt wird, schon \u00fcber ein Jahrzehnt &#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Vierzehn Jahre!<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Vierzehn Jahre dann, und man bekommt das Gef\u00fchl, dass Sie an dieser Rolle einen besonderen Genuss haben.<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Nicht nur!<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Woher kommt das?<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Erst mal mag ich diesen Text. Ich entdecke mit der Zeit immer irgendeine Kleinigkeit, bei jeder Auff\u00fchrung, die sich auf eine besondere Weise verh\u00e4lt zum Tagesgeschehen &#8211; und hier kann ich ein kleines Beispiel nennen: Gogol ist ja Ukrainer, er ist in der Ukraine geboren. Und in diesem Text gerade \u00fcber einen kleinen Menschen, der sich hochschwingt und zum Ende hin zu einem K\u00f6nig in seinen eigenen Augen w\u00e4chst. Da kann man gerade eine dieser grotesken Figuren, ich nenne es direkt, Putin, kann man eins zu eins nehmen: Da ist so ein kleiner Mensch, der sich auf einmal f\u00fcr etwas wahnsinnig Gro\u00dfes h\u00e4lt, dabei ist er eine mickrige Gestalt \u2013 Putin, meine ich, nicht den kleinen Beamten \u2013 aber das ist auch ein kleiner Beamter, der gro\u00df gewachsen ist, oder im Gr\u00f6\u00dfenwahn sich verwirklicht hat \u2013 das zum Beispiel. Neulich, als ich das St\u00fcck gespielt habe, dachte ich, genau das passiert jetzt, genau das beobachtet die ganze Welt, so eine Figur. Und dann in anderen Situationen denke ich anders. Und das macht den Reiz aus f\u00fcr mich diese Figur weiterzuspielen und weiterzuentwickeln. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass ich diesen Text wie ein Musikthema behandle. Im Jazz gibt es das Thema und dann gibt es die Improvisation dar\u00fcber, nicht? Das ist, was ich am Anfang meinte: Man beherrscht diese zwanzig Seiten Text und dann kann man damit spielen, das \u00e4ndert sich \u00fcber die Jahre, der Mensch \u00e4ndert sich, ich spiele nicht so, wie ich es am Anfang gespielt habe. Keine Vorstellung ist wie die vorige. Da gibt es immer Kleinigkeiten, weil ich einfach \u00e4lter werde und als Spieler &#8230;<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Wenn ich ganz kurz einhaken darf, ich habe soeben erfahren, dass man uns nur noch f\u00fcnf Minuten gegeben hat. Also sollten wir zur n\u00e4chsten Frage kommen \u2026<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Gut.<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong>: Abgesehen von Ihrer besonderen Stimmlichkeit haben Sie eine sehr organisierte und absichtliche Art des Redens, so als k\u00f6nnte man das jeden Moment niederschreiben, besonders wegen der Wortwahl. St\u00fctzt sich das bei Ihnen auf Erfahrungen in der Literatur? Woher nehmen Sie das?<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Hoffe ich doch. Ich versuche einfach die Dinge zu formulieren und bestehe auf eine gewisse Genauigkeit. Neben der Genauigkeit, wenn dabei auch eine Metapher entsteht, ist das auch nicht schlecht &#8211; aber gut, das bin ich, so rede ich halt. Ich habe mir das nicht so vorgenommen und mache es nicht mit Absicht. Ich versuche mich zu artikulieren, mich verst\u00e4ndlich zu machen.<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Auf jeden Fall ist es sehr sch\u00f6n.<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Freut mich, wenn Sie das sagen.<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Kommen wir zur abschlie\u00dfenden Frage, zu Ihrem bulgarischen Hintergrund \u2013 das gr\u00fcndet einen doch mit einer gewissen Tiefe, wenn Sie sich als Schauspieler oder als Mensch geben. Haben Sie das Gef\u00fchl, dass Sie manchmal von einem zus\u00e4tzlichen Kraftquell sch\u00f6pfen k\u00f6nnen, den andere nicht haben \u2013 durch Ihre Erfahrung in Bulgarien, durch die verschiedenen Charaktere und Typen, die Sie dort kennengelernt haben? Das k\u00f6nnen Sie ja auch in Ihre Rollen mit einflie\u00dfen lassen &#8211; also, nutzen Sie das?<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Bewusst unbewusst. Umgekehrt: unbewusst bewusst. Ich bin so, wie ich bin, gepr\u00e4gt nat\u00fcrlich von einer anderen Kultur, f\u00fcr die ersten zwanzig Jahre meines Lebens, die bewussten ersten zwanzig Jahre. Ein anderer Vorteil, eine andere Quelle, aus der ich sch\u00f6pfe, ist die Sprache, weil Deutsch eben nicht meine Muttersprache ist. Ich habe Distanz zu dieser Sprache und aus der Distanz, finde ich, kann man besser denken und nicht mechanisch Ausdr\u00fccke beschreiben, Worte oder Idiome verwenden, wie wenn man darin aufgewachsen w\u00e4re, dann denkt man nicht dar\u00fcber nach. Daher kommt wohl das, wonach Sie mich gefragt haben, was Sie bemerkt haben, an meiner Art und Weise zu formulieren, denn ich gehe sehr bewusst damit um. Es kommt eben daher, dass ich eine kleine Distanz dazu habe, das ist hilfreich.<br \/>\n<i><\/p>\n<p><\/i><i>\u2013 Der Pressereferent schaltet sich ein und verk\u00fcndet, dass die Zeit abgelaufen sei.<\/i><\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nstadtsprachen magazin<\/strong><\/em>: <em>Ich bedanke mich recht herzlich bei Ihnen, lieber Herr Finzi.<\/em><\/p>\n<p><strong><br \/>\nSamuel Finzi:<\/strong> Ihnen auch Danke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Interview: <a href=\"https:\/\/stadtsprachen.de\/de\/artist\/noah-may-roos\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Noah May Roos<\/a><br \/>\nDas Gespr\u00e4ch wurde am 16. Mai 2022 per Zoom gef\u00fchrt.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EIN GESPR\u00c4CH MIT DEM HERREN FINZI\u00a0 \u00fcber den Tod, das Bulgarische und andere Kleinigkeiten Der Berliner Schauspieler Samuel Finzi, urspr\u00fcnglich aus Bulgarien, mittlerweile eine feste Gr\u00f6\u00dfe in der deutschen Filmlandschaft und auf den gro\u00dfen Theaterb\u00fchnen, berichtet \u00fcber seine Rolle in &#8211; und Gedanken zu &#8211; dem Film \u201eRisiken und Nebenwirkungen\u201c (2021), \u00fcber sein Engagement am [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"featured_media":18126,"template":"","categories":[50],"class_list":["post-18453","stsp_text","type-stsp_text","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-issue-22"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.7 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Ein Gespr\u00e4ch mit dem Herren Finzi - stadtsprachen<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/stadtsprachen.de\/de\/text\/ein-gespraech-mit-dem-herren-finzi\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:locale:alternate\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Ein Gespr\u00e4ch mit dem Herren Finzi - 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