{"id":20729,"date":"2023-12-04T17:20:00","date_gmt":"2023-12-04T16:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtsprachen.de\/en\/?post_type=stsp_text&#038;p=20729"},"modified":"2023-11-30T18:36:32","modified_gmt":"2023-11-30T17:36:32","slug":"domaci-glasovi","status":"publish","type":"stsp_text","link":"https:\/\/stadtsprachen.de\/de\/text\/domaci-glasovi\/","title":{"rendered":"Doma\u010di glasovi"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im vergangenen Fr\u00fchjahr fand ich mich maskiert an einem Holzschreibtisch im Museo Galileo in Florenz wieder, um mich herum vereinzelte Forscher*innen, neben mir ein dickes Nachschlagewerk zur Geschichte der astronomischen Instrumente sowie ein schmalerer Band \u00fcber Sonnenuhren und andere Messger\u00e4te, die in den Kirchen von Florenz eingebaut wurden, um die zyklischen Wendepunkte der kosmischen Zeit zu markieren. So bestand zum Beispiel der Gnomon von Santa Maria del Fiore aus einer <em>bronzina<\/em>, einem kleinen Loch in der Laterne in neunzig Metern H\u00f6he, das einst als Camera obscura ein Bild der Sonne auf den tief darunter liegenden Boden der Kathedrale warf. Am Tag der Sonnenwende legte sich die Sonnenscheibe mittags genau auf eine runde Marmorplatte von ungef\u00e4hr einem Meter Durchmesser, die auf dem eingelegten Meridian platziert war. Ich studierte die Erl\u00e4uterungen zu astronomischen Quadranten und Astrolabien und zur <em>armilla equinoziale<\/em>, die Armillarsph\u00e4re von Santa Maria Novella, zwei an der Fassade befestigte und ineinander verschr\u00e4nkte Eisenringe, die anhand der Position ihres elliptischen Schattens die Tages- und Jahreszeit anzeigen, bis mir pl\u00f6tzlich einfiel, dass ich \u00fcber etwas ganz anderes schreiben wollte. N\u00e4mlich \u00fcber eine Person, der ich gelegentlich begegnete, ein Phantom, das irgendwo in mir lebte: die junge Frau, die sich dagegen entschieden hatte, zu gehen, die doch nicht nach Berlin gezogen war, die die Zusage f\u00fcr die Kunstakademie, die sie vor Jahren erhalten hatte, zerrissen hatte und dageblieben war, in New York. Irgendwo, auf einer anderen Daseinsebene, gab es eine parallele Existenz in einem alternativen Universum, in einer der unendlichen Sph\u00e4ren der M\u00f6glichkeit, in der ich mich anders entschieden hatte und eine andere Frau geworden war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz zuvor hatte mir eine Freundin in Graz erz\u00e4hlt, dass sie auf amerikanischem Boden geboren wurde und deswegen, zumindest theoretisch, amerikanische Staatsb\u00fcrgerin ist. Doch sie hatte nie dort gelebt, und das war ihr Gespenst, ihre parallele Existenz. Im Juli 1950 waren ihre Eltern zusammen mit anderen Displaced Persons mit dem amerikanischen Truppentransporter W.G. Haan von Bremerhaven nach New York gefahren, das Schiff war von der US-Marine zur\u00fcckerworben und in den <em>Military Sea Transportation Service<\/em> aufgenommen worden. Die Eltern meiner Freundin wollten auswandern, hatten ihre Visa beantragt, alle Papiere waren in Ordnung, und trotzdem wurde ihnen die Einreise verweigert. Mehr als ein Jahr hingen sie in der Schwebe, bevor sie nach Europa zur\u00fcckgeschickt wurden. Meine Freundin wurde in dieser Schwebe geboren, auf Ellis Island.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als sie zum ersten Mal in den Schiffsmanifesten recherchierte, um nach Informationen \u00fcber die Reise ihrer Eltern und ihrer anschlie\u00dfenden Internierung zu suchen, stie\u00df sie \u2013 unwahrscheinlicherweise, k\u00f6nnte man fast sagen \u2013 auf ein Foto ihrer Mutter, das an Bord des Schiffes aufgenommen und vom Immigration History Research Center Archives der University of Minnesota Libraries im Internet ver\u00f6ffentlicht worden war. Das Foto war Teil einer Serie, die ein lettischer Passagier namens U\u0123is Skrasti\u0146\u0161 gemacht hatte, um seine Reise zu dokumentieren, nachdem er ein Displaced Persons-Lager im nieders\u00e4chsischen Meerbeck verlassen hatte und bevor er schlie\u00dflich nach Minneapolis umgesiedelt war. Die Sammlung umfasst insgesamt 87 Fotografien von einfahrenden Z\u00fcgen, aussteigenden Reisenden und Menschen, die auf einer Anlegestelle Schlange stehen und darauf warten, an Bord zu gehen, Manila-Anh\u00e4nger an den Kn\u00f6pfen ihrer M\u00e4ntel und festgeschnallte Decken an den Koffern, die neben ihnen auf dem Boden liegen. Menschen dr\u00e4ngen sich an Deck, wie Silhouetten heben sie sich ab gegen das aufgew\u00fchlte, metallisch anmutende Wasser, Besatzungsmitglieder hantieren mit Seilen so dick wie ihre Arme, hinter ihnen steigt schwerer schwarzer Rauch aus dem Schornstein eines anderen Schiffes auf, und \u00fcberall das Gitterwerk riesiger Metallkr\u00e4ne, bereit, Fracht an Land zu ziehen. Immer wieder komme ich auf das Foto der Mutter meiner Freundin zur\u00fcck. Sie l\u00e4chelt mit niedergeschlagenen Augen, scheinbar merkt sie nicht, dass sie fotografiert wird. Das L\u00e4cheln ist vertraulich, reserviert f\u00fcr den Vater meiner Freundin, der Mann im Vordergrund, der mit uns zugewandtem R\u00fccken und leicht geneigtem Kopf ebenfalls l\u00e4chelt. Es war Juli, und obwohl die Meeresluft eine gewisse Frische gehabt haben muss \u2013 die Leute auf dem Foto haben M\u00e4ntel an \u2013 tr\u00e4gt die Mutter meiner Freundin ihren offen. Sie ist seit zwei Wochen schwanger, mit meiner Freundin, was sie vermutlich noch nicht wei\u00df. Ihre Frisur, so wie die ihres Mannes, sitzt: Es ist kein besonders windiger Tag und zwei Frauen im Hintergrund, eine davon mit einem unter dem Kinn verknoteten Kopftuch, scheinen die Seeluft zu genie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach ihrer Ankunft in New York wurden die Eltern meiner Freundin auf Ellis Island interniert, wo sie f\u00fcnfzehn Monate lang lebten und auf die Bearbeitung ihrer Papiere warteten. Mehrere geb\u00fcrtige Slowenen, die inzwischen eingeb\u00fcrgerte Amerikaner waren, darunter ein Rechtsanwalt und ein Vertreter der katholischen Kirche, hatten f\u00fcr den Vater meiner Freundin geb\u00fcrgt, und sein Antrag auf ein Einwanderungsvisum, den er in Graz gestellt hatte, war schon genehmigt worden. Er sprach Slowenisch, Deutsch und Franz\u00f6sisch, dazu kam noch sein Schullatein und -griechisch, sowie etwas Italienisch, das er w\u00e4hrend eines mehrmonatigen Aufenthalts in einem Internierungslager aufgeschnappt hatte. Auf Ellis Island war er zun\u00e4chst f\u00fcr die K\u00fcche eingeteilt worden und hatte schnell Englisch gelernt, bald wurde er in der Lagerlogistik eingesetzt. Die Mutter meiner Freundin war bei Kriegsende in ein von den Briten betriebenes Fl\u00fcchtlingslager in Judenburg, 90 Kilometer nordwestlich von Graz, untergekommen. Weil sie tippen konnte, wurden ihr Verwaltungsarbeiten zugewiesen und sie lernte dabei auch schnell Englisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Monate nach ihrer Ankunft wurde der \u201eInternal Security Act\u201f von 1950 unterzeichnet. Das Gesetz richtete sich gegen Subversion und Bedrohungen der inneren Sicherheit, es schrieb unter anderem die Registrierung aller kommunistischen Organisationen vor und erlaubte die \u201eNotverhaftung\u201f von als verd\u00e4chtig geltenden Personen. W\u00e4hrend der Monate, die der Vater meiner Freundin in einem Displaced Persons-Lager in Osttirol verbracht hatte, war er mit einem anderen Slowenen einquartiert, der wegen Diebstahls angeklagt, aus dem Lager geworfen und nach Jugoslawien deportiert worden war. Einige Zeit sp\u00e4ter denunzierte dieser Mann aus unbekannten Gr\u00fcnden den Vater meiner Freundin und behauptete, er habe mitbekommen, wie dieser Informationen an Titos Partisanen weitergegeben habe. Er wandte sich mit seiner Anschuldigung direkt an die britischen Besatzungsbeh\u00f6rden. Obwohl die Einwanderungsbeamten&nbsp; vorsichtiger h\u00e4tten sein k\u00f6nnen, den Aussagen eines Kriminellen Glauben zu schenken, oder sich h\u00e4tten fragen k\u00f6nnen, mit welchen Verg\u00fcnstigungen oder mildernden Umst\u00e4nden dieser im Gegenzug vielleicht rechnete \u2013 oder auch darauf h\u00e4tten kommen k\u00f6nnen, wie unwahrscheinlich es war, dass ein frommer Katholik ausgerechnet den Kommunisten, die ihn seiner Heimat beraubt hatten, helfen sollte \u2013 , erhielt der Vater meiner Freundin schlie\u00dflich einen Bescheid, der ihm ohne Erkl\u00e4rung die Einreise in die USA verweigerte. Unter Berufung auf die nationale Sicherheit und mit der Begr\u00fcndung, dass die Offenlegung des Beweismaterials, das zu seinem endg\u00fcltigen Ausschluss ohne Anh\u00f6rung f\u00fchrte, gem\u00e4\u00df Titel 8, Code of Federal Regulations 175.57 \u201edem \u00f6ffentlichen Interesse schaden\u201f w\u00fcrde, weigerte sich das Justizministerium der Vereinigten Staaten in seiner Antwort an einen Anwalt, der Interesse an den Fall des Vaters meiner Freundin genommen hatte und sich sechs Jahre sp\u00e4ter vom Graybar Building in New York aus an das Ministerium wandte, n\u00e4here Angaben zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Haben die f\u00fcnfzehn Monate, die das junge Paar in New York verbracht hatte, auf einer anderen Zeitebene stattgefunden, ist es ihnen so vorgekommen? Haben sie sich im Nachhinein daran als eine Art Fuge erinnert, die irgendwo au\u00dferhalb der Unterbrechungen und Kontinuit\u00e4ten ihres Lebens lag? Jedenfalls wurde meine Freundin in dieser Fuge geboren und getauft, und dort wurde nach der R\u00fcckkehr der Familie nach Europa die Saat ihres Phantom-Ichs gepflanzt, die dann in ihrer Abwesenheit aufging. In einem anderen Universum, w\u00e4hrend sie ahnungslos in den Stra\u00dfen von Graz spielte, war eines ihrer alternativen Ichs irgendwo auf der Upper East Side von Manhattan, im Germantown-Teil von Yorkville, oder in Bridgeport, Connecticut, wo es eine gro\u00dfe, die Muttersprache ihres Vaters sprechende slowenische Community gab, damit besch\u00e4ftigt, einen Turm aus Baukl\u00f6tzen umzust\u00fcrzen. Vielleicht nannte sie sich Gloria, der Name, den eine Freundin ihrer Mutter bei ihrer Taufe vorgeschlagen hatte. Aber meine Freundin hie\u00df nicht Gloria, und sie tr\u00e4umte nicht davon, in Amerika aufgewachsen zu sein, denn in einem anderen Universum war sie tats\u00e4chlich in Amerika aufgewachsen und lebte dort gerade ihr Leben, eines der unendlich vielen m\u00f6glichen Ergebnisse einer unendlich vielschichtigen Realit\u00e4t, h\u00e4tten sich bestimmte Parameter des M\u00f6glichen, die in jeder Entscheidung und jedem zuf\u00e4lligen Ereignis lauern, anders gef\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallelzeit, verlorene Zeit. Die Sonnenuhren in Santa Maria Novella, entworfen vom Dominikanerpater Egnazio Danti, Mathematiker und Kosmograph des Gro\u00dfherzogs Cosimo I. de\u2019 Medici, st\u00fctzten die Theorie, dass der alte julianische Kalender zu einer kumulierten Abweichung von zehn Tagen gef\u00fchrt hatte, sodass das Kirchenjahr nicht mehr mit der astronomischen Zeit \u00fcbereinstimmte. Einige Jahre sp\u00e4ter erlie\u00df Papst Gregor XIII. schlie\u00dflich eine p\u00e4pstliche Bulle, die eine Korrektur des julianischen Jahres verf\u00fcgte, wodurch der 5. Oktober 1582 zum 15. Oktober wurde und zehn ganze Tage gestrichen wurden. W\u00e4hrend ich \u00fcber diese Phantomtage und die m\u00f6glichen Auswirkungen ihrer Ausl\u00f6schung nachdachte, h\u00f6rte ich die Glocken der Basilika Santa Croce siebzehnmal f\u00fcr die siebzehn Tage l\u00e4uten, die seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine vergangen waren. Als ich sp\u00e4ter in mein Zimmer zur\u00fcckkehrte, las ich, dass dieser Ausdruck der Solidarit\u00e4t auf einer langj\u00e4hrigen Verbindung beruhte: 1966, als der Arno \u00fcber die Ufer trat und viele Werke in den nahegelegenen Kirchen und Bibliotheken zerst\u00f6rte, darunter auch die unterirdischen Lagerr\u00e4ume der Uffizien, l\u00f6sten sich die br\u00fcchigen Farbschichten, die siebenhundert Jahre lang am Holz des gigantischen Cimabue-Kruzifixes gehaftet hatten, und verursachten nicht wiedergutzumachende Sch\u00e4den. Kiew bot Florenz sofort finanzielle Hilfe an, um die tonnenschwere Schlammlawine zu beseitigen, die die Stra\u00dfen und Geb\u00e4uden der Stadt verstopft hatte. Drei Jahre sp\u00e4ter wurden sie Partnerst\u00e4dte. Als der B\u00fcrgermeister von Florenz zu einer gro\u00dfen Demonstration zur Unterst\u00fctzung der Ukraine aufrief, bei der Selenskyj live von einer gro\u00dfen Videoleinwand auf der Piazza Santa Croce sprach, wo das Cimabue-Kreuz in der Sakristei der Kirche h\u00e4ngt, war dies also nicht der erste \u00f6ffentliche Akt der Freundschaft zwischen den beiden St\u00e4dten: Im Jahr 2015, ein Jahr nach der Annexion der Halbinsel Krim durch Russland, wurde im Wladimir-Park ein Denkmal f\u00fcr Dante Alighieri errichtet, um der Bev\u00f6lkerung Kiews die g\u00f6ttliche Kom\u00f6die vor Augen zu f\u00fchren, die sich derzeit in ihrem Leben abspielt, und sie dazu anzuregen, \u00fcber die angemessene Vergeltung f\u00fcr jedes Verbrechen nachzudenken. Vier Tage zuvor war der B\u00fcrgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, nach Florenz gekommen, um auf dem Platz vor der Biblioteca delle Oblate eine Statue des ukrainischen K\u00fcnstlers und Dichters Taras Schewtschenko zu enth\u00fcllen. \u00dcber die Jahrhunderte hinweg spricht Dante zu Schewtschenko, der \u201emit einem stillen, guten Worte\u201f erinnert werden wollte, wenn die \u201egro\u00dfen Wellen [. . .] von der Ukraine schlemmen fort ins Meer und schleppen Feindesblut und Feindesleichen\u201f, und beschreibt in Gesang XII die Strafe, die er den Kriegstreibern vorbehalten hat, die er zusammen mit M\u00f6rdern, Tyrannen und Pl\u00fcnderern in den ersten Ring des siebten H\u00f6llenkreises verbannt hat. Hier sind sie dazu verdammt, sich in den Flammen und dem kochenden Blut des Flusses Phlegethon zu kr\u00fcmmen \u2013 bewacht vom w\u00fctenden Minotaurus und einer Armee von Kentauren, die mit Pfeilen auf jeden schie\u00dfen, der versucht, sich \u00fcber den brodelnden Gestank zu erheben \u2013, um sie f\u00fcr alle Schrecken, die sie verursacht, f\u00fcr die Leben, die sie zerst\u00f6rt, und f\u00fcr das Blut, das sie vergossen haben, in alle Ewigkeit zu qu\u00e4len.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>In der Zwischenzeit hatte mir meine auf Ellis Island geborene Freundin einige neue Dokumente eingescannt und zugeschickt. Entbunden wurde sie im US-Marinekrankenhaus in Stapleton, das sp\u00e4ter privatisiert und in Bayley Seton umbenannt wurde, und ich wunderte mich \u00fcber die unwahrscheinliche Tatsache, dass dieses Kind von Wunsch-Einwanderern aus der Vojvodina und Slowenien wie ich geb\u00fcrtige Staten Islanderin war. Das Marinekrankenhaus wurde am ehemaligen Standort des Seaman\u2019s Retreat gebaut, dem ersten Krankenhaus auf Staten Island, von dem ein Trakt als Quarant\u00e4neeinrichtung genutzt wurde, nachdem ein anderes Krankenhaus etwa eine Meile weiter n\u00f6rdlich bei den Unruhen niedergebrannt war, die 1858 den so genannten Staten Island Quarantine War ausgel\u00f6st hatten. Damals war es g\u00e4ngige Praxis, Migrantenschiffe, an Bord denen w\u00e4hrend der Inspektion infizierte Passagiere gefunden wurden, von den Anlegestellen in Brooklyn und Manhattan zum Hafenkrankenhaus umzuleiten. H\u00e4ufige Krankheiten waren Pocken, Gelbfieber, Cholera und Typhus. In den 1850er Jahren waren mehr als zwei Millionen Menschen nach New York City eingewandert, eine Stadt, in der bereits die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung im Ausland geboren war. Im Gegensatz dazu war Staten Island noch weitgehend l\u00e4ndlich gepr\u00e4gt, mit ein paar D\u00f6rfern am Nordufer und kaum mehr als 20.000 Bewohner*innen. Die damalige medizinische Theorie ging davon aus, dass Infektionskrankheiten durch eine unbekannte, sch\u00e4dliche Substanz in der Luft verursacht wurden, die in den dunklen, feuchten Zwischendeck-Lader\u00e4umen gedieh und w\u00e4hrend der wochenlangen \u00dcberfahrt g\u00e4rte und sich dabei zu einem Miasma pestilenter D\u00e4mpfe entwickelte, die sich an K\u00f6rpern und Kleidung haften oder vom Wind an Land geweht werden konnten. Fremdenfeindlichkeit mischte sich mit der Angst vor Ansteckung, und die Anwohner*innen hatten schon lange das Krankenhaus f\u00fcr verschiedene Ausbr\u00fcche verantwortlich gemacht. Nach jahrzehntelangen erfolglosen politischen Protesten und einem erneuten Auftreten des gef\u00fcrchteten Gelbfiebers nahmen sie schlie\u00dflich die Sache selbst in die Hand und widersetzten sich den st\u00e4dtischen Beh\u00f6rden. Zu einer Zeit, als man noch nichts \u00fcber den mikrobiellen Ausl\u00f6ser von Infektionskrankheiten wusste \u2013 man glaubte, dass selbst sehr kranke Patient*innen, sofern sie gr\u00fcndlich geschrubbt und mit sauberer Kleidung versorgt waren, nicht selbst ansteckend waren \u2013, trugen die Randalierer die Kranken, die noch auf ihren Matratzen lagen, aus den Stationen heraus und legten sie drau\u00dfen auf dem Rasen ab, bevor sie die Geb\u00e4ude in Brand setzten und alles dem Erdboden gleichmachten. Durch diese dramatischen Ereignisse kamen die Ortsans\u00e4ssige in engen k\u00f6rperlichen Kontakt mit den infizierten Patient*innen, was, wenig \u00fcberraschend, zu weiteren Krankheitsausbr\u00fcchen in den Nachbarsiedlungen f\u00fchrte \u2013 deren genauer Ursprung nat\u00fcrlich unbekannt blieb und Gegenstand weiterer Beunruhigungen und Spekulationen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Der Vater meiner Freundin war vom 1. November 1945 bis zum 1. Juli 1946 im Lager Lienz-Peggetz in Osttirol interniert. W\u00e4hrend dieser Zeit arbeitete er f\u00fcr die slowenische Fl\u00fcchtlingszeitung <em>Doma\u010di glasovi<\/em> (Stimmen aus der Heimat), die auf dem Lagergel\u00e4nde geschrieben, redigiert und gedruckt wurde. Da die britischen Besatzungsbeh\u00f6rden die Herausgabe von Zeitschriften verboten, behauptete der Chefredakteur, Pater France Blatnik, dass die Exemplare, die er im Lager verteilte, in Klagenfurt gedruckt worden seien, und tat so, als hole er sie jeden Tag vom Bahnhof ab. Die Briten wussten nat\u00fcrlich Bescheid, dr\u00fcckten ein Auge zu und hoben ohnehin das Verbot sp\u00e4ter auf, da sich die Slowen*innen als vorbildliche Internierte erwiesen, die das Lager reibungslos am Laufen hielten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Informationen in <em>Doma\u010di glasovi <\/em>stammten aus britischen und amerikanischen Zeitungen, britischen und slowenischen Rundfunksendungen, Augenzeugenberichten sowie aus der slowenischen und anderen jugoslawischen, d.h. Titos, Presse. Ziel war es, die slowenischen Fl\u00fcchtlinge \u00fcber die Geschehnisse in der Heimat sowie in Lienz-Peggetz und in anderen Lagern in \u00d6sterreich und Italien zu informieren und \u00fcber Prozesse und Verurteilungen wie auch Vereinbarungen zwischen den alliierten M\u00e4chten zu berichten, die sich zweifellos auf die Entwicklungen in Jugoslawien auswirken w\u00fcrden. Die Lagerbewohner*innen wussten bereits vom grausamen Schicksal der <em>Domobranci<\/em>, der \u201eSlowenischen Heimwehr\u201f, die die Partisanen bek\u00e4mpft hatten und von denen \u00fcber zehntausend ohne Gerichtsverfahren hingerichtet wurden, nachdem sie die britischen Beh\u00f6rden unter dem Vorwand, sie nach Italien und in Sicherheit zu bringen, zwangsrepatriiert hatten. Die Hoffnung auf eine R\u00fcckkehr in die Heimat wich zunehmend der unsicheren Aussicht auf eine Auswanderung. Als Katholiken und \u00fcberzeugte Antikommunisten m\u00fcssen die Redakteure der Zeitung bef\u00fcrchtet haben, dass die Briten auch die Zivilist*innen nach Jugoslawien zur\u00fcckschicken w\u00fcrden, wo sie verhaftet und wegen ihrer Treue zur Kirche, die sich teilweise mit den Faschisten verb\u00fcndet hatte, als Kollaborateur*innen betrachtet und ins Gef\u00e4ngnis geworfen w\u00fcrden \u2013 oder Schlimmeres. Da die <em>Doma\u010di glasovi<\/em> jedoch der britischen Zensur unterlag, mussten sie diese Sorge f\u00fcr sich behalten, was aber auch ihre Leserschaft vor der Verzweiflung sch\u00fctzte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Redakteure der <em>Doma\u010di glasovi<\/em> und anderer slowenischer Lagerzeitungen ermutigten die Internierten, an Landsleute zu schreiben, denen es bereits gelungen war, nach Kanada, den USA oder S\u00fcdamerika auszuwandern, und sie davon zu \u00fcberzeugen, der Propaganda des jugoslawischen Staates \u00fcber den katholisch gef\u00fchrten Widerstand nicht auf den Leim zu gehen. Im Januar 1946 wurde in \u00d6sterreich der Postdienst ins Ausland \u2013 au\u00dfer nach Deutschland und Japan \u2013 wieder aufgenommen, und <em>Doma\u010di glasovi<\/em> ver\u00f6ffentlichte ein Geb\u00fchrenliste f\u00fcr Postkarten und Briefe und erkl\u00e4rte im Detail, was die Lagerbeh\u00f6rden erlaubten und was nicht: Auf der R\u00fcckseite von jedem Brief musste der Name des Absenders in der oberen linken Ecke deutlich in Druckbuchstaben stehen. Fotografien waren unzul\u00e4ssig, ebenso wie Kurzschrift oder vorfrankierte Umschl\u00e4ge. Die Verwendung von Chiffren zur \u00dcbermittlung von Botschaften, die nicht den vordergr\u00fcndigen Aussagen des Briefes entsprachen, war verboten, wie auch Geheimtinte oder andere Methoden, die darauf abzielten, Inhalte vor den Lagerbeh\u00f6rden zu verschleiern. Auch strengstens verboten waren alle Handlungen oder Widerspr\u00fcche gegen die Interessen der Besatzungstruppen und -beh\u00f6rden im Hinblick auf Ordnung und Sicherheit. Die Redaktion bat die Internierten, auf \u201em\u00f6glichst d\u00fcnnem Papier\u201f zu schreiben und \u201em\u00f6glichst d\u00fcnne Umschl\u00e4ge\u201f zu verwenden, damit die Briefe per Luftpost verschickt werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <em>Doma\u010di glasovi <\/em>ist<em> <\/em>komplett digitalisiert und online zug\u00e4nglich, und in meinem Versuch, mir ein Bild vom Lageralltag zu machen, bin ich die Zeitung Ausgabe f\u00fcr Ausgabe durchgegangen und habe dabei beliebige Abs\u00e4tze herauskopiert und in den Google \u00dcbersetzer eingegeben. Manchmal war der Scan zu schwach, und die optische Zeichenerkennungssoftware konnte die Buchstaben nicht richtig registrieren, in den F\u00e4llen war das Ergebnis ein kurioser Fingerabdruck des archivarischen Verfalls, der von W\u00f6rtern und S\u00e4tzen durchbrochen wurde, die aus dem Unsinn herausklangen und die harte Realit\u00e4t der damaligen Zeit f\u00fcr einen Moment wieder in den Fokus r\u00fcckten: \u201enoizmomc cen, geleistet vej \u017eku zmrg \u2018Tfir war die eine Ide 1 dass. alle Kriege n vdrhnil und provovrl ju \u0161ke Verteidiger der Freiheit &#8211; mili neue Menschen z-getrockneter Diesel., sc waren gezwungen, unterzutauchen\u00ae Zg-dlla.\u201d Ich durchforstete die Ausgaben aus dem Sommer 1945 nach einer Erw\u00e4hnung der Zehntausenden von russischen und ukrainischen Kosaken, die bis Juni 1945, als die Besatzungstruppen damit begannen, sie der sowjetischen Armee zu \u00fcbergeben, in der unmittelbaren Umgebung kampiert hatten, fand aber nichts. Schlie\u00dflich kam ich darauf, dass es unklug gewesen w\u00e4re, selbst wenn es die Zensur zugelassen h\u00e4tte, zu erw\u00e4hnen, dass die Briten auch diese verraten hatten. 2.479 dieser Kosaken, die meisten von ihnen Offiziere und ihre Familien, hatten in ebendiesem Lager gelebt, als die britischen Beh\u00f6rden ihnen ihr Ehrenwort gaben, dass sie sie lediglich zu einer Konferenz bringen und bis 18 Uhr desselben Tages zur\u00fcckholen w\u00fcrden. Stattdessen f\u00fchrten sie sie aus Lienz-Peggetz heraus, um sie in die UdSSR zu transportieren. Als den Kosaken klar wurde, wohin es gehen sollte, weigerten sie sich, in die Lastwagen einzusteigen, und wurden von den britischen Soldaten geschlagen. Viele von ihnen nahmen sich auf der Stelle das Leben, Tausende weitere w\u00fcrden es ihnen in den kommenden Tagen gleichtun. Die Internierten, die von den Umst\u00e4nden wussten, die zu diesen Ereignissen gef\u00fchrt hatten, darunter vermutlich auch der Vater meiner Freundin, werden sich kaum sicher gef\u00fchlt haben, unabh\u00e4ngig davon, wie tadellos sie das Lager f\u00fchrten \u2013 es gab unter anderem ein umfassendes Registrierungssystem f\u00fcr alle Lagerbewohner*innen, Unteraussch\u00fcsse, die alles organisierten, was mit Arbeit, Unterbringung, Verpflegung, Gesundheit, F\u00fcrsorge und Bildung zu tun hatte, mit ausgebildetem Personal besetzte Grundschulen, weiterf\u00fchrende Schulen und Erwachsenenbildung, eine Klinik und eine Zahnarztpraxis, sowie verschiedene Werkst\u00e4tten \u2013 oder wie herzlich und scheinbar aufrichtig das britische Lob f\u00fcr ihre bemerkenswerte Disziplin auch gewesen sein mag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber w\u00e4hrend ich zum Schicksal der slowenischen Fl\u00fcchtlinge recherchierte, von denen die meisten l\u00e4ngst verstorben waren, flohen weiterhin Hunderttausende von Ukrainer*innen, die noch am Leben waren, von denen aber einige einen Tag oder eine Stunde sp\u00e4ter nicht mehr am Leben sein w\u00fcrden, vor den vorr\u00fcckenden Truppen. Unser Denken ist durch Nachrichtenzyklen dressiert, die in einer nicht enden wollenden R\u00fcckkopplungsschleife auf Aufmerksamkeitsspannen abgestimmt sind, die sich seit dem Aufkommen des Internets erheblich verk\u00fcrzt haben. Es ist schwierig, eine Haltung langfristig aufrechtzuerhalten, wenn ein \u00fcberw\u00e4ltigendes Gef\u00fchl der Machtlosigkeit und die daraus resultierende Apathie allm\u00e4hlich die zu Beginn des Krieges intensiv empfundene Emp\u00f6rung ersetzen. Einige halten sich im Interesse der \u201eSelbstf\u00fcrsorge\u201f von den Nachrichten fern, w\u00e4hrend die \u201eMitgef\u00fchlsersch\u00f6pfung\u201f von der K\u00fcchenpsychologie zum Gegenstand ernsthafter Studien geworden ist, wobei eine Kampagne zur Umbenennung von \u201ecompassion fatigue\u201c in \u201eempathic distress fatigue\u201f (empathische Ersch\u00f6pfungsst\u00f6rung) im Gange ist. Tats\u00e4chlich scheint der Begriff \u201eEmpathie\u201f die physiologische Eigenschaft genauer zu beschreiben, durch die wir das Leiden anderer durch dieselben Neuronen-Untergruppen erleben, die in den Hirnen der Betroffenen feuern \u2013 wenn unser K\u00f6rper ein physisches Echo des Schmerzes einer anderen Person sp\u00fcrt \u2013, w\u00e4hrend \u201eMitgef\u00fchl\u201f zu einer bewussten moralischen Entscheidung der Beobachterin wird. So oder so scheint es einen Moment zu geben, in dem man sich nicht mehr mit dem leidenden Individuum identifizieren kann, in dem die Moral versagt und die Angst um das eigene Schicksal an die Stelle des Schicksals derjenigen tritt, die die Gefahr unmittelbar erleben, in dem \u2013 etwas weiter auf dem Weg der Desensibilisierung \u2013 der Wunsch zu helfen schlie\u00dflich der Langeweile und dem Zynismus nachgibt. Susan Sontag stellt in ihrem Essay <em>Das Leiden anderer<\/em> <em>betrachten<\/em> fest: \u201eMitgef\u00fchl ist eine instabile Gef\u00fchlsregung. Es muss in Handeln umgesetzt werden, sonst verdorrt es\u201f. Auch wenn unser Entsetzen \u00fcber die ersch\u00fctternden Ereignisse, mit denen uns die Medien f\u00fcttern, mit der Zeit nachl\u00e4sst und wir uns mit den moralischen Dimensionen dieses Ph\u00e4nomens auseinandersetzen m\u00fcssen, bleibt die Realit\u00e4t dessen, was den direkt Betroffenen widerf\u00e4hrt, unabh\u00e4ngig von unserer Wahrnehmung \u2013 oder der Erkenntnis unserer eigenen Verwicklung in das Unrecht, das ihnen angetan wird \u2013, genauso unmittelbar und fatal und verdient unsere dringende Aufmerksamkeit und unser Handeln. Wie Sontag erl\u00e4utert, sollten wir \u201edas Mitgef\u00fchl, das wir f\u00fcr andere, vom Krieg und einer m\u00f6rderischen Politik betroffene Menschen, beiseite [. . .] r\u00fccken und stattdessen dar\u00fcber nach[. . .]denken, wie unsere Privilegien und ihr Leiden \u00fcberhaupt auf der gleichen Landkarte Platz finden und wie diese Privilegien \u2013 auf einer Weise die wir uns vielleicht lieber gar nicht vorstellen m\u00f6gen \u2013 mit ihren Leiden verbunden sind [. . .].\u201f<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Immanuel Kant war die Kultivierung des Mitgef\u00fchls eine moralische Verpflichtung. Mehr als ein Jahrhundert vor der weiten Verbreitung der Fotografie in illustrierten Zeitungen und ganze zwei Jahrhunderte vor der Entstehung des Internets und der damit einhergehenden Informationsflut verstand er, wie Emp\u00f6rung und Empathie durch das st\u00e4ndige Ausgesetztsein abgestumpft werden. Folglich versuchte er, ver\u00e4nderliche und daher unzuverl\u00e4ssige menschliche Gef\u00fchle durch einen Imperativ zu ersetzen, der sich ganz auf die Vernunft st\u00fctzt und die aktive und disziplinierte Erf\u00fcllung der eigenen moralischen Pflicht gegen\u00fcber anderen fordert. In der momentanen Lage schlafen wir unruhig, w\u00e4hrend wir mit unserem Gewissen und unserer Tr\u00e4gheit ringen, doch wie viel ersch\u00fctternder und grausamer muss die R\u00fcckkehr in den Wachzustand jeden Tag im Belagerungszustand sein, wenn, wie Simone Weil in \u201eDie Ilias oder das Poem der Gewalt\u201f schreibt, \u201edas Bewusstsein [. . .] dann in einer Form angespannt [ist], die es nicht lange ertr\u00e4gt, doch jeder neue Tag setzt es derselben Notwendigkeit aus\u201f. Ich denke an den gequ\u00e4lten Gesichtsausdruck einer der Skulpturen, die Michelangelo f\u00fcr die Medici-Gr\u00e4ber in der Neuen Sakristei neben der Basilika San Lorenzo geschaffen hat, an den Moment wenn der Geist, noch schwer vom Schlaf, erwacht und begreift, dass er wieder einmal sein Traumasyl verloren hat, und sich die Gliedma\u00dfen langsam zusammenziehen, um den K\u00f6rper aufzurichten, und ich denke an die Menschen, die jeden Tag zu der Realit\u00e4t von&nbsp; Artilleriefeuer, Bomben, \u00fcberf\u00fcllten Schutzr\u00e4umen und bevorstehender Flucht aufwachen. Buonarotti glaubte, dass die Seele im Schlaf ihrem Ursprung n\u00e4her ist. Wie die Menschen in der Ukraine diese t\u00e4gliche R\u00fcckkehr in die materielle Welt ertragen k\u00f6nnen und woher sie den Mut nehmen, weiterzuleben, frage ich mich, wenn der Wecker klingelt und ich die Decke \u00fcber die Augen ziehe, f\u00fcr einen kurzen Aufschub, w\u00e4hrend ich den letzten Fetzen eines sich aufl\u00f6senden Traums nachh\u00e4nge, bevor ich dem kommenden Tag begegne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dem Englischen von Millay Hyatt<br><br>Erstver\u00f6ffentlichung, <em>manuskripte<\/em>, Nr. 241, Graz, Oktober 2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im vergangenen Fr\u00fchjahr fand ich mich maskiert an einem Holzschreibtisch im Museo Galileo in Florenz wieder, um mich herum vereinzelte Forscher*innen, neben mir ein dickes Nachschlagewerk zur Geschichte der astronomischen Instrumente sowie ein schmalerer Band \u00fcber Sonnenuhren und andere Messger\u00e4te, die in den Kirchen von Florenz eingebaut wurden, um die zyklischen Wendepunkte der kosmischen Zeit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"featured_media":20466,"template":"","categories":[56,12],"class_list":["post-20729","stsp_text","type-stsp_text","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-issue-26-issues","category-non-fiction"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.7 - 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