{"id":24860,"date":"2025-11-12T15:05:00","date_gmt":"2025-11-12T14:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtsprachen.de\/de\/?post_type=stsp_text&#038;p=24860"},"modified":"2025-11-13T10:56:56","modified_gmt":"2025-11-13T09:56:56","slug":"berlinologos-was-bisher-geschah","status":"publish","type":"stsp_text","link":"https:\/\/stadtsprachen.de\/de\/text\/berlinologos-was-bisher-geschah\/","title":{"rendered":"BerlinoLOGOS \u2013 Was bisher geschah"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">Keynote: <a href=\"https:\/\/stadtsprachen.de\/de\/event\/parataxe-symposium-xvii\/\">PARATAXE SYMPOSIUM XVII: \u0392\u03b5\u03c1\u03bf\u03bb\u03b9\u03bd\u03bf\u0393\u03a1\u0391\u03a6\u0399A = BerlinoGRAFIE<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Centrum Modernes Griechenland an der Freien Universit\u00e4t Berlin sieht es als gro\u00dfe Freude, dass das 17. Parataxe-Symposium den griechischsprachigen Autorinnen der Bundeshauptstadt gewidmet ist. Eine Kooperation bei diesem Symposium war f\u00fcr uns von Anfang an selbstverst\u00e4ndlich, da wir mit der hybriden Online-Bibliothek der Edition Romiosini (https:\/\/bibliothek.edition-romiosini.de\/) die Sichtbarkeit neugriechischer Literatur in deutscher Sprache erh\u00f6hen m\u00f6chten. Mit dem \u201eCompendium der deutsch-griechischen Verflechtungen\u201c (comdeg.eu) hat sich das Centrum au\u00dferdem die Dokumentation griechisch-deutscher Begegnungen vom 18. Jahrhundert bis heute auf die Fahnen geschrieben. Ein wichtiger Aspekt davon ist auch die Frage, die im Mittelpunkt des heutigen Symposiums steht: Welche griechischsprachigen Autorinnen haben ihre Schriften oder in j\u00fcngerer Zeit ihre performative Stimme in die parataktische literarische Koexistenz der Weltliteratur in Berlin, der Berliner Weltliteraturen eingebracht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mir wurde heute die Aufgabe \u00fcbertragen, eine Skizze dar\u00fcber zu liefern, was bisher geschah, bis hin zu den Generationen von Autorinnen, die heute im Maschinenhaus der Kulturbrauerei anwesend sind. H\u00e4tte ich Zeit f\u00fcr einen Vortrag in normaler akademischer L\u00e4nge, w\u00fcrde ich meinen Rundgang bereits vor der Gr\u00fcndung des griechischen Nationalstaates innerhalb des Osmanischen Reiches beginnen. Im Rahmen der kulturellen Mobilit\u00e4t der neugriechischen Aufkl\u00e4rung z\u00e4hlten mehrere Gelehrte Berlin damals zu den Knotenpunkten der europ\u00e4ischen Gelehrtenrepublik und hielten sich dort f\u00fcr l\u00e4ngere oder k\u00fcrzere Zeit auf. Einige von ihnen (nat\u00fcrlich noch keine Frauen) wurden zu Mitgliedern der heutigen BerlinBrandenburgischen Akademie der Wissenschaften ernannt, der erste bereits im Jahr 1707. In den Jahren der Franz\u00f6sischen Revolution finden wir \u00fcbrigens auch das erste Tagebuch eines Griechen in Berlin (eines der wertvollen Ego-Dokumente, die noch nicht systematisch f\u00fcr die Erforschung der griechisch-deutschen Verflechtungen herangezogen wurden): das von 1790 bis 1792 gef\u00fchrte Tagebuch von Konstantinos Karatzas, dem Dragoman der Botschaft von Ahmed Azm\u00ee Efendi in Preu\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ich mich jedoch auf das kurze 20. Jahrhundert, das laut Eric Hobsbawm das \u201eZeitalter der Extreme\u201c war, konzentrieren m\u00f6chte, gen\u00fcgt es, darauf hinzuweisen, dass sich im 19. 2 Jahrhundert, dem Zeitalter der Revolution, des Kapitals und des Imperiums, die Bildungsmobilit\u00e4t und die Lehrjahre griechischer Intellektueller und Autoren in Berlin als erkennbares Muster der griechisch-deutschen Begegnung etablierten. An der Spitze standen dabei die aufeinanderfolgenden Generationen griechischer Studenten an der Friedrich-WilhelmsUniversit\u00e4t zu Berlin. In einer Epoche der neugriechischen Literaturgeschichte, in der Gelehrsamkeit und Literatur Hand in Hand gingen, kreuzten sich mit den Realit\u00e4ten Berlins die Wege vieler bedeutender Autoren des Jahrhunderts, die mitunter auch das griechische K\u00f6nigreich institutionell vertraten. Erw\u00e4hnenswert sind hier die Botschafter Alexandros Rhizos Rhangavis (1809\u20131892), der uns mit seinen Memoiren ein weiteres bedeutendes EgoDokument hinterlassen hat, und Angelos Vlachos (1838\u20131920). Au\u00dferdem sind Pavlos Kalligas (1814\u20131896), Dimitrios Bernardakis (1833\u20131907), Stefanos Koumanoudis (1818\u2013 1899) und Georgios Drosinis (1859\u20131951) als Studenten in Berlin zu nennen \u2013 ganz zu schweigen von zwei der f\u00fchrenden Vertreter der neugriechischen Prosa, Georgios Vizyinos (1849\u20131896) und Emmanouil Roidis (1836\u20131904). W\u00e4hrend sich die einzige \u201edeutsche\u201c Erz\u00e4hlung von Vizyinos zwischen G\u00f6ttingen und Clausthal am Harz abspielt, so verdankt Roidis der Staatsbibliothek zu Berlin offenbar seine Studien zum westlichen Mittelalter in den Jahren 1855\u20131856 und damit die Grundlage f\u00fcr sein Werk \u201eP\u00e4pstin Johanna\u201c, das ein Jahrzehnt sp\u00e4ter entstand und zu den wenigen neugriechischen B\u00fcchern geh\u00f6rt, die fr\u00fch in den internationalen Literaturkanon aufgenommen wurden \u2013 zumindest nach seiner \u00dcbersetzung durch Lawrence Durrell im Jahr 1954 mit dem Titel \u201eThe Curious History of Pope Joan\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Berlin wird ein weiteres internationales Werk der neugriechischen Literatur in Verbindung gebracht, das in den Jahren der Weimarer Republik entstand: Die \u201eAsketik\u201c von Nikos Kazantzakis (1883\u20131957), das Credo eines der globalisierten Griechen des 20. Jahrhunderts, in dem Nietzsche auf \u00f6stliche Weisheit und sozialistische Ideen traf. Durch das Berlin der Zwischenkriegszeit pilgerten \u00fcbrigens viele griechische Sozialisten, darunter der Erneuerer der neugriechischen Prosa Konstantinos Chatzopoulos (1868\u20131920), der erste \u00dcbersetzer des Kommunistischen Manifests. Hervorzuheben ist jedoch, dass Berlin als Zentrum der Bildungsmobilit\u00e4t oder als Durchgangsstation in den Lehrjahren griechischer Intellektueller nicht zu einer fiktiven Kulisse literarischen Schaffens wurde. Wenn wir die sich entwickelnde Reihe von Ego-Dokumenten ausnehmen \u2013 beispielsweise die Seiten \u00fcber das Studium in Berlin im Tagebuch des sp\u00e4teren griechischen Diktators Ioannis Metaxas (1871\u20131941) \u2013, gibt es keine Berlinographie, Literatur in und \u00fcber Berlin, die wir mit der Literatur in und \u00fcber Paris des in Paris lebenden Thrasos Kastanakis (1901\u20131967) vergleichen k\u00f6nnen. Bis fast zum Ende des 20. Jahrhunderts werden wir in Berlin andererseits 3 nicht das Modell eines M\u00e9t\u00e8que finden, wie wir es aus Paris kennen, etwa mit Mimika Kranaki (1922\u20132008) oder sp\u00e4ter mit Vasilis Alexakis (1943\u20132021), der ab den 1960er Jahren eine zweisprachige Prosa pflegt und sich mit der Frage der Selbst\u00fcbersetzung auseinandersetzt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pr\u00e4senz griechischer Autorinnen in Berlin im kurzen 20. Jahrhundert der Extreme ist eng und dramatisch mit den Tr\u00fcmmern des Zweiten Weltkriegs sowie dem griechischen \u201eDrei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg\u201c verkn\u00fcpft. So bezeichnete der Schriftsteller und Literaturkritiker Alexandros Kotzias (1922\u20131992) die Jahrzehnte seit dem B\u00fcrgerkrieg und dessen schweren Schatten bis zur Transition in die Demokratie im Jahr 1974. Dem vorausgegangen war eine Intensivierung des bilateralen Kulturtransfers zwischen dem deutschen Nationalsozialismus und dem griechischen Faschismus im Namen eines \u201eunsterblichen Hellas\u201c, dessen H\u00f6hepunkt die Olympischen Spiele 1936 in Berlin waren. Die Anf\u00fchrerin der griechischen faschistischen Propaganda, Sitsa Karaiskaki (1897\u20131987), lebte vor dem Krieg einige Jahre in Berlin im Umfeld von Joseph Goebbels und Alfred Rosenberg und schrieb unter anderem den historischen Roman \u201eDer Sohn der Nonne\u201c \u00fcber den Protagonisten der Revolution von 1821, Georgios Karaiskakis. Nach der Kapitulation folgte sie der Exilregierung der Kollaborateure nach Wien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anstelle des fr\u00fcheren Musters griechischer Intellektueller und Literaten, die ihre Bildungsjahre in Berlin verbrachten, wird die neugriechische Literatur Berlins in den Tr\u00fcmmern des Zweiten Weltkriegs zu einer Exilliteratur. Dies ist im Fall des ostdeutschen Staatssozialismus offensichtlich, da sich in der damaligen Sowjetzone und sp\u00e4teren DDR die sogenannten \u201eMarkos-Kinder\u201c niederlie\u00dfen, mehr als 1.100 Minderj\u00e4hrige aus kommunistischen Familien, die im Rahmen der Ansiedlung politischer Exilierter in den Volksrepubliken dort untergebracht worden waren. Wenn wir jedoch eines dieser Kinder ausnehmen, n\u00e4mlich den Schriftsteller, \u00dcbersetzer, Kulturvermittler und Stasi-Mitarbeiter Thomas Nicolaou (1937\u2013 2008), der mit seinem deutschsprachigen Roman \u201eNachts kamen die Barbaren\u201c (1968) eine sozialrealistische Interpretation der griechischen Geschichte vom B\u00fcrgerkrieg bis zur Diktatur der Obristen lieferte, dann wurde die neugriechische Exilliteratur in Ost-Berlin vor allem von nicht deutschsprachigen Autorinnen gepflegt. Diese hatte Johannes Irmscher (1920\u2013 2000), f\u00fchrender Fachvertreter der Patristik und der Byzantinistik in der DDR, in die Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin und an die Humboldt-Universit\u00e4t eingeladen. Als Irmschers Mitarbeiter lebten Melpo Axioti (1905\u20131973), die Grande Dame der griechischen engagierten Literatur, und der kritische Realist Dimitris Chatzis (1913\u20131981), der sich sp\u00e4ter dem Eurokommunismus anschlie\u00dfen sollte, von 1958\/59 bis 1964 bzw. von 1957 bis 1963 in Ost-Berlin. In dieser Zeit entstanden dort zwei der bedeutendsten Werke 4 der neugriechischen Nachkriegsliteratur: \u201eMein Zuhause\u201c von Axioti, ein metafiktionaler Text, mit dem die Autorin zu den modernistischen Techniken zur\u00fcckkehrte, die sie vor dem Zweiten Weltkrieg kultiviert hatte, sowie viele der Erz\u00e4hlungen aus \u201eDie Ungesch\u00fctzten\u201c von Chatzis. Diese Erz\u00e4hlungen sind wegweisende Texte in der Verarbeitung des Traumas des B\u00fcrgerkriegs als Trauma beider Kriegsparteien und in der Anerkennung des Traumas des Anderen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In \u00e4hnlicher Weise darf auch der heute zu Unrecht vergessene, staatenlose Bildhauer, Schriftsteller und \u00dcbersetzer Vangelis Tsakiridis (1936\u2013?) als Exilant bezeichnet werden. Ihm war als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgr\u00fcnden der griechische Pass aberkannt worden. Tsakiridis wandte sich nach 1965 dem Schreiben in deutscher Sprache zu. Beispiele hierf\u00fcr sind die B\u00e4nde Gedichte f\u00fcr die \u201eJungfrau am Brunnen und Prosa\u201c (1967), \u201eTsak\u2019s Zacke\u201c (1973) sowie die Anthologie \u201eSuper Garde. Prosa der Beat- und PopGeneration\u201c (1969). Er war das Bindeglied zwischen der Gruppe 47 und der zeitgen\u00f6ssischen griechischen Literatur und im Rahmen der antidiktatorischen Mobilisierung in Deutschland \u00fcbersetzte er unter anderem den Roman \u201eZ \u2013 Anatomie eines politischen Mordes\u201c von Vasilis Vasilikos (1968) sowie Gedichte von Yannis Ritsos, Manolis Anagnostakis und Titos Patrikios f\u00fcr die von G\u00fcnter Grass herausgegebene Reihe Luchterhand Loseblatt Lyrik (1967). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Exilliteratur sollten wir allerdings auch die griechischen Autorinnen z\u00e4hlen, die nach dem Bau der Berliner Mauer mit den Realit\u00e4ten West-Berlins konfrontiert wurden. In erster Linie sind es diejenigen, die w\u00e4hrend der siebenj\u00e4hrigen Diktatur Einladungen zum Berliner K\u00fcnstlerprogramm erhielten: die \u00dcbersetzerin von James Joyce, Dichterin und Mitarbeiterin der neoavantgardistischen Zeitschrift Pali Manto Aravantinou (1926\u20131998; 02.1969\u201305.1970); der Mitarbeiter des antidiktatorischen griechischen Programms der Deutschen Welle und avantgardistische Prosaautor Alexandros Schinas (1924\u20132012; 04.1969\u2013 09.1970); Vasilis Vasilikos (1933\u20132023; 08.1970\u201307.1971), der mit \u201eZ\u201c den emblematischsten griechischen politischen Roman lieferte, der die internationale antidiktatorische Mobilisierung aufgriff; der neorealistische und nach heutigen Ma\u00dfst\u00e4ben queere Prosaautor Menis Koumantareas (1931\u20132014; 02.1972\u201307.1972) und, last but not least, Thanasis Valtinos (1932\u20132024; 04.1974\u201303.1975). Seine Novelle \u201eDer Marsch der Neun\u201c \u2013 ein fiktives Zeugnis des B\u00fcrgerkriegs \u2013 ist das einzige griechische Buch in der Reihe des Literarischen Colloquiums Berlin, in der deutschen \u00dcbersetzung des damals am Goethe-Institut Athen t\u00e4tigen Johannes Weissert (1930\u20132006). Diese Einladungen spiegeln zugleich die Politik von Walter H\u00f6llerer (1922\u20132003) wider, im Rahmen der Unterst\u00fctzung Deutschlands f\u00fcr den Kampf gegen die Diktatur der Obristen, f\u00fcr die Berliner Weltliteraturen Autorinnen einer 5 extrovertierten Nachkriegsgeneration zu entdecken und neue Akzente f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Literatur zu setzen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser kurze \u00dcberblick \u00fcber griechische Autorinnen in Berlin k\u00f6nnte mit der Feststellung abgeschlossen werden, dass sich neben dem Muster der Exilliteratur sowie dem der Bildungsmobilit\u00e4t kein drittes, zu erwartendes Muster griechisch-deutscher Begegnungen in unseren bibliographischen Funden erkennen l\u00e4sst. Ich beziehe mich dabei auf das, was man als migrantische Literatur bezeichnen k\u00f6nnte, die in direktem Zusammenhang mit dem griechisch-deutschen Anwerbeabkommen von 1960 und der Migration von Hunderttausenden griechischen Gastarbeiterinnen in die Bundesrepublik Deutschland steht. Im Gegensatz zu anderen westdeutschen Bundesl\u00e4ndern, die Zentren der griechischen Migration waren, ist es eine Besonderheit West-Berlins, dass sich bis zur Jahrhundertwende in der geteilten Nachkriegsstadt keine migrantische oder auch postmigrantische Literatur behaupten konnte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein erster Hinweis in diese Richtung ist vielleicht die Tatsache, dass auf der Webseite der Gesellschaft Griechischer AutorInnen in Deutschland zumindest bis zu Andreas Deffner und Elson Zguri keine in Berlin ans\u00e4ssigen Autorinnen verzeichnet sind. Das bedeutet selbstverst\u00e4ndlich nicht, dass die Frage nach den griechischen Gastarbeiterinnen au\u00dferhalb des thematischen Horizonts der griechischen Exilliteratur in Berlin blieb. Auch wenn der klassischste Roman zu dieser Thematik, \u201eDas doppelte Buch\u201c von Dimitris Chatzis, nach dem Weggang des Autors aus Berlin nach Budapest geschrieben wurde und sich auf die Gastarbeiter in Stuttgart bezieht, ist die griechische Migration sowohl bei Vasilikos als auch im bedeutenden Berliner Tagebuch von Manto Aravantinou, \u201eNachschrift oder Grenzerfahrung\u201c (1975), pr\u00e4sent. Thanasis Valtinos pr\u00e4sentierte 1976 in einer Produktion des RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) au\u00dferdem das H\u00f6rspiel \u201eAus dem Leben von Andreas Kordopatis\u201c, in dem Bernhard Minetti die Rolle des Erz\u00e4hlers Andreas Kordopatis \u00fcbernahm. Darin hatte Valtinos Ausz\u00fcge aus seinem \u00e4lteren Werk \u201eDie Legende des Andreas Kordopatis\u201c [\u03a3\u03c5\u03bd\u03b1\u03be\u03ac\u03c1\u03b9 \u03c4\u03bf\u03c5 \u0391\u03bd\u03b4\u03c1\u03ad\u03b1 \u039a\u03bf\u03c1\u03b4\u03bf\u03c0\u03ac\u03c4\u03b7] sowie Dokumente aus der Geschichte der Migration zusammengestellt, stilistisch \u00fcberarbeitete, aber dennoch echte Briefe von potenziellen Migrantinnen aus den Jahren 1960\u20131970, die er 1989 in seinem Dokumentarroman Belege f\u00fcr die 60er Jahre ver\u00f6ffentlichen sollte. Es handelt sich dabei vielleicht um den bedeutendsten literarischen Transfer der deutschsprachigen Literatur in die griechische Literatur der letzten Jahrzehnte. Thanasis Valtinos kehrte aus Berlin nach Athen zur\u00fcck und brachte die literarischen Techniken der Dokumentarliteratur eines Schriftstellers\/Monteurs in seinem Gep\u00e4ck mit. Dieses dokumentarische Erz\u00e4hlen ver\u00e4nderte die realistische griechische Prosa und hat bis heute den Stil einer postmodernen und metafiktionalen Erz\u00e4hlweise in Griechenland nachhaltig gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verwendete Literatur:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u0392\u03b5\u03bd\u03b5\u03c4\u03af\u03b1 \u0391\u03c0\u03bf\u03c3\u03c4\u03bf\u03bb\u03af\u03b4\u03bf\u03c5, \u03a4\u03c1\u03b1\u03cd\u03bc\u03b1 \u03ba\u03b1\u03b9 \u03bc\u03bd\u03ae\u03bc\u03b7. \u0397 \u03c0\u03b5\u03b6\u03bf\u03b3\u03c1\u03b1\u03c6\u03af\u03b1 \u03c4\u03c9\u03bd \u03c0\u03bf\u03bb\u03b9\u03c4\u03b9\u03ba\u03ce\u03bd \u03c0\u03c1\u03bf\u03c3\u03c6\u03cd\u03b3\u03c9\u03bd, Athen 2010 Alexandros Kyrtsis und Miltos Pechlivanos (Hrsg.), Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen \/ \u0395\u03c0\u03b9\u03c4\u03bf\u03bc\u03ae \u03c4\u03c9\u03bd \u03b5\u03bb\u03bb\u03b7\u03bd\u03bf\u03b3\u03b5\u03c1\u03bc\u03b1\u03bd\u03b9\u03ba\u03ce\u03bd \u03b4\u03b9\u03b1\u03c3\u03c4\u03b1\u03c5\u03c1\u03ce\u03c3\u03b5\u03c9\u03bd, comdeg.eu<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konstantinos Leontopoulos, Deutsch-griechische Begegnungen &amp; Griechen in Berlin, Berlin 2009 \u03a7\u03b1\u03c1\u03ac\u03bb\u03b1\u03bc\u03c0\u03bf\u03c2 \u0391\u03b8. \u039c\u03b7\u03bd\u03ac\u03bf\u03b3\u03bb\u03bf\u03c5 (Hrsg.), \u039a\u03c9\u03bd\u03c3\u03c4\u03b1\u03bd\u03c4\u03af\u03bd\u03bf\u03c5 \u039a\u03b1\u03c1\u03b1\u03c4\u03b6\u03ac \u0395\u03c6\u03b7\u03bc\u03b5\u03c1\u03af\u03b4\u03b5\u03c2 (1790\u20131792), Athen 2022<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Miltos Pechlivanos, \u201eDer griechische B\u00fcrgerkrieg und das geteilte Berlin: \u201eWei\u00dfe Rosen aus Athen\u201c und Antigone lebt\u201c, in: Jutta M\u00fcller-Tamm (Hrsg.), Berliner Weltliteraturen. Internationale literarische Beziehungen in Ost und West nach dem Mauerbau, Berlin\/Boston 2021, 253\u2013283<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennis P\u00fcllmann, \u201eThomas Nicolaous Roman Nachts kamen die Barbaren im literarischen Feld der DDR\u201c, in: Marco Hillemann und Miltos Pechlivanos (Hrsg.), Deutsch-griechische Beziehungen im ostdeutschen Staatssozialismus (1949\u20131989). Politische Migration, Realpolitik und interkulturelle Begegnung, Berlin 2017, 135\u2013145<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennis P\u00fcllmann: \u201eMelpo Axioti und Dimitris Chatzis. Zwei griechische Schriftsteller im Ostberliner Exil\u201c, in: Margrid Bircken und Andreas Degen (Hrsg.), Reizland DDR. Deutungen und Selbstdeutungen literarischer West-Ost-Migration, G\u00f6ttingen 2015, 213\u2013230<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><br>Prof. Dr. Miltos Pechlivanos, Berlin, f\u00fcr PARATAXE \u00a9 2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keynote: PARATAXE SYMPOSIUM XVII: \u0392\u03b5\u03c1\u03bf\u03bb\u03b9\u03bd\u03bf\u0393\u03a1\u0391\u03a6\u0399A = BerlinoGRAFIE Das Centrum Modernes Griechenland an der Freien Universit\u00e4t Berlin sieht es als gro\u00dfe Freude, dass das 17. Parataxe-Symposium den griechischsprachigen Autorinnen der Bundeshauptstadt gewidmet ist. 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