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Fenster in Berlin

Panagiotis Arvanitis (2020)

Sorry, this entry is only available in German and English.

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Nie habe ich einen

Bestseller gekauft, 

eine Plastikblume 

oder ein geklautes Fahrrad.

Das ist auch eine

ästhetische Haltung,

klein wie das Gezwitscher

eines berühmten Spatzen:

 

leeres Fenster

die Zukunft zu betrachten

geschlossener Kiosk

und rundherum Tauben

Waffeleis

das auf der Straße liegt

stummer Streit

mit dem unbeschriebenen Blatt.

 

Ah, ja! Das Gedicht ist

klein und rund

wie schneeweißes Aspirin

im Licht des Morgensterns.

 

 

Rhapsodie

Ich ging allein und gebeugt

auf einer der wenigen bergabführenden Straßen Berlins

und zeichnete mit meinem Schatten

das bunte Schicksal der Stadt.

Die Straße war breit und hatte ein leichtes Gefälle

wie auch der Fluss Acheron, der stetig bergab fließt.

 

Es war ein früher Sommerabend

und im violetten Saum des Horizonts

traf ich plötzlich auf Frank O´Hara

blutüberströmt, von einem Auto angefahren.

Da rannte ich mit Tränen in den Augen los,

um ihm zu sagen: „Ich bin schuld, ich!“

 

Er schwieg. Er sagte nichts. Er lächelte lediglich

und aus seinem Mund troff orangenes Blut.

 

 

Fenster in Berlin

Mein offenes Fenster

ist eine Hüfte des Frühlings

umwickelt in Winter

Mündung eines kleinen Hafens

mit nur einem Mast

leere Landungsbrücke des Denkens

im Morgengrauen wenn sich die Taue lösen

Donner aus tausenden Schweigen

ein Windhauch der mich aushöhlt

 

mein offenes Fenster in Berlin.

 

 

Aus dem Griechischen von Nikos Kaissas

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