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um idioma que sirva de início

Douglas Valeriano Pompeu (2020)

Sorry, this entry is only available in English.

um idioma que sirva de início

que comece na margem
da língua, pela borda do corpo
que agora coça, que comece pra fora,

no risco de que o dorso formigue
de exílio e aos poucos perca o gosto
do próprio nome, fie-se no intuito

de unir por dentro da boca o que
um dia se perdeu no caminho,
que à sua volta trace contornos de ilha,

quilometragens de encostas, corais
para em rotas de fuga inventar-se
a pique e começar outra vez ao largo

de si sem medo de avistar-se
à mingua, esboçar então uma origem,
lábios de pidgin, ao saber na deriva

que partir não move viagem
e o que sobra é somente o caroço
da volta, a íngua que insiste, sob

a axila, a virilha, e pulsa nas demais
dobradiças. que comece em naufrágio
para ouvir no rangido das cordas

o meridiano latejar da vida,
ao fingir limiar, alfândega entre
a onda, a espuma, o navio.

 

aus biografia de fábrica

 

 

Sachgebiet IV K – kriminalbekämpfung
die waschbären

von ihnen hörten wir nur. morgens
wuschen sie am bach ihre äpfel,
als hofften sie durchs waschen weit
über alle treue hinaus aus dieser
welt zu entkommen. kaum merkten
sie – fixiert darauf, sich ein echtes
bild, ein obstrelikt im kopf zu malen
– vor ihren füßen begann ein spiegel,
verdoppelt wuschen sie ihr eigenes
bild. und die frage nach dem echten,
dem falschen blieb jäh in der luft.

eines abends als sie sich unter
dache zu schaffen machten, stürmten
sie bei uns herein. wie sie rumpelten,
trampelten zeigte uns nur: wir sind
hier die gäste. nicht sie, die unsicht-
baren akrobaten, die uns zum träumen
von gaunern bringen, uns drei-
tagelang unterhalten können, bis das
ungewohnte glucksen in den fall-
rohren ihren plan offenbart: sie
wollen nicht zum trocken wohnen.
und so zernagten sie uns wand-
wintermantel und holzfutter, fraßen
uns fast das ganze dach vom kopf.

alles was uns blieb: unsere nieder-
lage in die nacht hinein zu ertragen.
(ihre namen stehen nicht durch
zufall in den amtsakten neben glanz-
krähe und fuchshörnchen unter
invasiven arten.) wir zogen aus.
in die stadt. so weit weg wie möglich
vom wald. aber als der nächtliche
durst uns in die neue küche brachte,
dachten wir, einen halben schweif,
die flüchtige ferse des komplizen,
sie alle am wühlen gesehen zu haben,
– wie wir nach uns, nach unseren
fossilen üblich wühlen – trauten
wir uns zum garten, an die bio-
tonnen, um mit ihnen den fund
ans licht zu bringen: ein fund,
bestand im vorgang des grabens.

 

Sachgebiet IV E – einwanderung
die taufliegen

windiger februar, wir sind noch im kalten
krieg. die kosmonauten warten auf koor-
dinaten in kästen aus acrylglas – vor
zwanzig jahren erfunden, vor dreizehn
marktreif. neben roggen- und baumwoll-
samen brachte die besatzung sich an bord.
die ersten lebewesen auf der erdbahn-
höhe. die mission: strahlungs- und toleranz-
messung für zukünftige starts mit säuge-
tieren. ein surrendes raumlot mit erfolg:
bis auf eine kehrten sechzehn fliegen heile
zurück. wild von typ mit blutroten augen
laichte sie ungewöhnlich ab. in der brut
ein vierflügler. rar klang der mutant, man
dachte fast, all diese fakten legen der
fabelhaftesten fahrt ihres lebens zur last.

 

aus fiktionsbescheinigung

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