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Verwitweter Mond

Lê Minh Hà (2019)

Sorry, this entry is only available in German and English.

Ich wollte mich aufsetzen. Der Mond war hinter einer Wolkenmasse in dem unendlichen, vom Fensterrahmen umrandeten Raum hängen geblieben, ich wollte ihn unbedingt sehen. Dennoch blieb ich still liegen. In meinem sechzehn Quadratmeter großen Zimmer hallten die Atemgeräusche meines Ehemannes und meines Kindes von den Wänden wider. Ich hatte schon die ganze Nacht schlaflos hinter mir, lauschte diesen Atemgeräuschen und musste feststellen, dass sie ungleichzeitig waren. Ich versuchte, im gleichen Rhythmus mit meinem Mann oder meinem Kind zu atmen. Aber es war unmöglich. Diese Nacht war wieder eine Mondnacht. Ich hatte schon seit vielen Jahren so den Mond beobachtet.

Als ich aufhörte, gegen meine Schlaflosigkeit anzukämpfen, war mein erster Mann seit einem Jahr verstorben. Das Zimmer, in das ich, nach unaufhörlicher Drängelei seitens der Familie meines Ehemannes, der Vereinbarung meiner Großeltern folgend, mit meinem Kind eingezogen war, lag im fünften Stock eines großen kommunen Wohnheims. Nacht für Nacht zog der Mond vorbei, mal rötlich, mal hellblau, kalt schimmernd, später betrübt im Regen, dann wieder hinter schwer mit Wasserdampf beladenen Wolken versteckt. Nicht immer konnte ich ihn sehen. Aber ich wusste genau, dass er dort oben wanderte; und vielleicht wusste nur er, dass ich nicht schlief.

In welchem Alter muss eine Frau ihren Ehemann verlieren, damit die Witwenschaft ihr Elendsdasein wird? Ich war Witwe geworden. Unglaublich früh. Als ich vierundzwanzig Jahre alt war. Ich hatte noch nichts unternommen, hatte noch keine Zeit gehabt, etwas zu erfahren; es kam mir so vor, als ob ich es bisher nicht geschafft hätte, Leidenschaft zu empfinden. Nicht einmal für die Liebe.

So war es gewesen, obwohl ich nicht unter Zwang geheiratet hatte. Wir kannten uns seit meinem siebzehnten Lebensjahr. Er war vier Jahre älter als ich und gerade dabei, die Hochschule zu verlassen, um zum Militär zu gehen. Im gleichen Jahr begann ich, eifrig zu studieren. An genau derselben Hochschule, die er gezwungenermaßen verlassen hatte. Ja, richtig! Gezwungenermaßen! Erst viel später erfuhr ich davon. Ich bekam mit, dass er zum Militär gegangen war, nicht wegen eines heiligen Rufs, sondern weil er seinen ältesten Bruder ersetzen und damit einen unausgesprochenen Wunsch seiner Eltern erfüllen wollte. Er hatte immer eine Verpflichtung einzuhalten. Die Verpflichtung, die größte, langfristigste und komplizierteste Verpflichtung mir und meinem Sohn gegenüber, hatte er jedoch nicht erfüllt. Aber wie konnte ich ihm deswegen Vorwürfe machen? Sogar mit Bitterkeit daran zu denken wagte ich nicht. Wie eine Mutter, die aufgrund ihres eigenen Elends bereut, dass sie ihr Kind zur Welt gebracht hat.

Elf Jahre waren bereits vergangen. Mein Kind war zwölf Jahre alt. Es wusste nicht, wie sein Vater aussah, und wollte doch immer einen Vati haben. Das war der Grund, warum das Kind, falls jemand es scherzend aufforderte, es Papa zu nennen, dies ohne jegliches Zögern tat. Aber nur, als es noch klein, sehr klein war.

Als klar wurde, dass mein Mann nicht überleben würde, deutete man in der Familie an, das Kleinkind sollte zu ihm gebracht werden. Er lehnte ab. Er meinte, das Krankenhaus sei dreckig, es sei nicht gut für das Kind; in ein paar Tagen werde er aus dem Hospital entlassen und könne das Baby dann zu Hause halten … Ich wusste nicht warum, aber ich selbst wollte es auch nicht. Das Baby war noch zu klein. Erst neun Monate alt. Es würde sich das Gesicht seines Vaters sowieso nicht einprägen können. Und umgekehrt. Er würde das Kind verlassen müssen und mich auch, ob nun morgen oder übermorgen. Er wusste das. Denn er war bis zum letzten Tag seines Lebens bei klarem Bewusstsein. Seines kurzen, achtundzwanzigjährigen Lebens. Den kleinen Sohn zu ihm ins Krankenhaus zu bringen, damit er dessen Gesicht einmal sehen konnte, hielt ich für herzlos.

Ich wusste nicht, was er in den letzten Tagen dachte. Er schlief unruhig. Ich schlief sitzend an seinem Krankenhausbett, innerlich ebenfalls besorgt. Einmal war mir, als ob der Stuhl gleich umkippen würde, und ich erwachte ruckartig aus dem Schlaf. Er schlief nicht. Er sah mich an. Diesen Blick konnte ich über elf Jahre lang nicht vergessen. Und wahrscheinlich würde ich ihn mein ganzes Leben lang nicht vergessen. Eben das war mein Elend. Dass ich nicht vergessen konnte.

Es kam mir vor, als sei er immer bei mir und meiner kleinen, dreiköpfigen Familie. Bei mir. Meinem Kind. Meinem Mann. Mein Mann war Soldat, wie er es gewesen war. Mit dem, der gerade mit mir zusammenlebte, hatte ich noch nie über meine Gefühle zu ihm – meinem ersten, schon verstorbenen Mann – gesprochen. Ich hatte auch nicht geweint, nicht einmal an seinem Todestag.

Wenn es Liebe gewesen wäre, die immer in mir lebendig geblieben war, hätte ich darüber sprechen können. Es war jedoch nicht Liebe. Genau! Das war es nicht. Das begriff ich sofort, als ich ihn heiratete. Freiwillig. Der Mann war Offizier, jung, gebildet. Die Frau war Lehrerin in einer Schule in der Innenstadt. Unsere Freunde waren einstimmig begeistert: Ihr seid ein kultiviertes Ehepaar. Er lachte. Sehr erfreut. Seines Glückes sicher.

Nur ich war es nicht. Er wurde zeitweise zur Militärzone Ta Ngan entsandt, konnte aber oft in Militärfahrzeugen nach Hanoi kommen. Die Tage, die wir ohne einander verbringen mussten, erhitzten unsere Gemüter und ließen uns nachts vor Sehnsucht zergehen. Trotzdem konnte ich den Gedanken nicht loswerden, dass ich ihn nicht liebte, dass ich zeitlebens nicht erfahren würde, was Liebe sei.

Der Grund, warum ich ihm mein Jawort gab, als er mir den Heiratsantrag machte, war simpel – eigentlich gab es keinen Grund. Jedes Mal, als er aus der Militärzone zurückkam, und jeden Abend, den er in dieser freien Zeit zur Verfügung hatte, kam er mich besuchen. Seine Besuche dauerten mehrere Jahre meines Studiums an. Eines Tages begleiteten wir, meine Freundin und ich, ihn spontan zum Bahnhof. Es war Mittag. Die Sonne brannte. Der Bahnhof Hang Co stank furchtbar nach Urin. Man konnte den Eindruck haben, der Gestank würde aus jeder Ecke aufsteigen. Aus dem Fahrkartenschalter. Der Wartehalle. Den Gleisen. Den Waggons. Ich war eine junge Hanoierin der vierten Generation, ich hatte bisher nie allein mit einem Zug irgendwohin fahren müssen. Ich war noch niemals auf einem Bahnhof gewesen. Ich war an diesem Mittag von allem erstaunt. Er sah völlig anders aus, nicht wie er auszusehen pflegte, wenn er abends zu mir kam. Auf seinen Rücken drückte ein schwerer Rucksack. An einem Schultergurt war ein mit Wasser gleichmäßig benetztes Handtuch. Sein Schweiß breitete sich vom Rücken her aus und durchnässte die eine Seite des Hemds an seiner Schulter. Wir sahen uns an, mit eisigem Blick. Ich hatte den Eindruck, als ob mich jemand unbewusst aus meiner Welt herausgezogen hätte. Dieser Eindruck wurde weiter verstärkt, als eine Gruppe junger Soldaten, vielleicht noch jünger als er und ich, an uns heranandrängte:

– Chef! Helfen Sie mir, eine Fahrkarte zu bekommen. Ich warte hier schon seit zwei Tagen. Ich habe meinen Urlaub überschritten.

– Er hat seinen Urlaub schon überschritten, als er noch zu Hause bei seinen Eltern war, nicht weil er keine Fahrkarte bekommen hat. Er hat für seine Eltern auf dem Feld „gerackert“. Nur ich hier, ich komme pünktlich zum Ende des Urlaubs zurück und muss trotzdem hier sitzen bleiben. Helfen Sie mir, eine Fahrkarte zu bekommen.

Jeder wollte etwas sagen. Die Worte waren ähnlich, nur die Stimmen unterschieden sich. Die Gesichter glichen einander, müde, erschöpft. Die Blicke waren ebenfalls ähnlich, unterwürfig, aber immer noch verschmitzt, als sie nach uns, meiner Freundin und mir, schielten. Die zu großen Militäruniformen aus grobem Stoff passten ihnen nicht, sahen zerknittert, schlampig aus. Sie hatten die Schultergurte ihrer Militärrucksäcke umgebogen und trugen sie erbärmlich wie Handtaschen. Die Sonne brannte, als ob sie Feuer auf die Erde gießen wollte. Der böige Wind stürmte, wehte uns Hitze und starken Pissgestank entgegen …

Als er das nächste Mal wieder nach Hanoi kam, nahm ich seinen Heiratsantrag an. Aber nur ein paar Tage nach der Hochzeit begriff ich, dass ich ihn noch nie geliebt hatte und ihn auch nie lieben würde. Dennoch wusste ich, dass ich für immer mit ihm verbunden sein würde.

Doch der Tod war gekommen, der uns unversehens voneinander trennte. Somit sind wir immer in zwei verschiedenen Welten gewesen.

In den Tagen, als er wegen einer seltsamen Krankheit im Krankenhaus lag, schlief ich kaum. War bei ihm im Krankenhaus. Radelte zur Schule. Eilte nach Hause, um nach dem Kind zu sehen. Meine Brustwarzen schwollen an und taten weh. Aber ich konnte nicht regelmäßig nach Hause gehen, um mein Kind zu stillen. Aus diesem Grund wurde der Kleine abgestillt, als er erst neun Monate alt war. An diesen Tagen vergaß ich den Gedanken, der bis dahin stets in meinem Kopf kreiste. Aber nun kam er wieder, auf eine unheimliche Art, genau in dem Moment, als ich zur Vorbereitung der Aufbahrung seines Leichnams in der kühlen Leichenhalle stand. Seine Haut war aschfahl, seine Augen geschlossen, der Blick, der mich in den letzten Tagen durchdringend und unruhig verfolgt hatte, war nicht mehr da. Zwei Leute hielten meine Arme fest. Warum nur? Ich stand lediglich da, schrie nicht, strampelte nicht, klagte nicht. Meine Augen begannen zu tränen. Mein Körper schwebte, als ob ich auf einem Balkon ohne Geländer stand. Ich wusste nicht, warum ich in diesem Moment an die Wäscherei dachte, die ich zuvor auf dem Weg von unserem Haus zum Krankenhaus gesehen hatte. Mehr als zehn Jahre waren vergangen, seit man in Hanoi die erste zaghafte Erscheinung einer solchen Wäscherei beobachten konnte.

Am Nachmittag, als man ihn zur Bestattung brachte, schrie ich nicht, weinte ich nicht um den Verstorbenen. Nach ein paar regnerischen Tagen lag der Friedhof wieder in grellem Sonnenschein. Das durch den Wasserdampf gebrochene Licht ließ die Sonne größer erscheinen. Es fühlte sich an, als ob die Luft erhitzt würde. Ich stand neben seinem Grab, und auf einmal begann ich zu zittern, versuchte, die Zähne zusammenzubeißen, aber es ging nicht, ich konnte mit dem Zittern nicht aufhören. Zwei seiner Schwestern, die eine ein Jahr älter, die andere ein Jahr jünger als ich, wandten sich vor Weinen und Schluchzen. Ich blickte in die Ferne. Auf der anderen Seite des Friedhofs fand ebenfalls ein Begräbnis statt. Nur ein paar Leute waren dort zu sehen. Frauen in Trauerkleidung aus grober Gaze. Später, als ich mich an diese Szene erinnerte, war ich erstaunt darüber, dass ich in diesem Moment überzeugt davon gewesen war, dass der Verstobene ein staatlicher Angestellter war. Ein Kader dritten oder vierten Ranges, seine Ehefrau und Kinder waren gerade aus dem Land gekommen. Genau in dem Augenblick, als man sein Grab zuschüttete. Ich wagte nicht, zu beobachten, wie die Friedhofsdiener unbekümmert ihren Job erledigten. Dann blieb mein Blick bei meiner Schwester hängen. Sie sah erschöpft aus. In der Leichenhalle des Krankenhauses hatte ich gesehen, dass ihr Gesicht voller Tränen war, trotzdem nahm sie ihre Brille nicht ab und ging schnell hinter die Mauer, welche die Leichenhalle vom Behandlungsbereich trennte. Das war immer ihre Art gewesen. Sie trennte sich immer von der Menschenmasse.

Ich hatte nur eine Schwester. Unsere Mutter war gestorben, als wir noch sehr klein waren. Meine Schwester und ich passten nicht zueinander. Sie hatte einen sturen Charakter. Wie ein Junge, obwohl sie körperlich sehr schwach war. Es war aber nicht zu begreifen, warum sie am Tag meiner Hochzeit so weinte, als ich, die Braut, nach Hause zum Bräutigam gebracht wurde. Bitterlich sogar. Ihr Blick war starr, die Tränen liefen ihr unaufhörlich aus den Augen. Weil sie weinte, heulte ich auch. Eine Frau schimpfte mit uns, wir dürften kein böses Omen herausfordern. War dies ein schlechtes Vorzeichen? Denn mein Mann ging nur wenige Jahre später von uns.

Ich wusste nicht, ob ich ihn aus Mitleid geheiratet hatte. Wahrscheinlich nicht. Vielleicht war es nur das Schuldgefühl einer unglücklichen jungen Frau, die aber wusste, dass es jemanden gab, dem es noch elender ging. Nachdem er jedoch verstorben war, nagte jeden Tag meines Lebens das Mitleid an mir. So war es tatsächlich. Ihn bedauerte ich am meisten, mehr als mein früh vaterlos gewordenes Kind, mehr als mich selbst. Seine Schwestern heirateten, sein Bruder nahm eine Frau als Ehepartnerin, meine Schwiegereltern zeigten sich allmählich weniger deprimiert. Die an ihn erinnernden Worte wurden mit der Zeit seltener, bis sie nur an seinem Todestag erwähnt wurden. Selbst die Todestage verloren Jahr für Jahr ihren traurigen Beigeschmack. Geschwister kamen mit ihren Familien gut gelaunt zum Feiern. Man unterhielt sich laut über Kleinkinder, die nur taumeln konnten, die gerade anfingen, sprechen zu lernen. Ich gewann den Eindruck, dass mein trauriges Aussehen disharmonisch war, dass ich damit die ganze Familie störte. Ich hatte das Gefühl, als ob mein Kind, ich und mein verstorbener Mann an diesem Tag abgestoßen würden. Und nicht nur an diesem. Auch am 27. Juli[1]. Die Gewerkschaft meiner Schule, die Vertreter des Stadtbezirks, die Kader aus der Abteilung für Invaliden und Soziales kamen uns besuchen, mein Kind und mich. Feierlich. Fröhlich. Ich pflegte, beim Empfang dabei zu sein, meine Gedanken wanderten aber oft weit weg. Einmal brachten sie mich zu dem Ort, wo sein Leichnam verwahrt worden war. Die Leichenhalle des Militärkrankenhauses 108 öffnete sich direkt zum Pasteur-Park und der Nachmittag, an dem mein Mann bestattet wurde, war sehr schön. Als der Leichenwagen langsam ausfuhr, sah ich am Tor kranke Soldaten, die zusammen mit meinem Mann in einer Abteilung des Krankenhauses gelegen hatten. Es waren sehr junge Soldaten, die von der Nord-Front zurückgebracht worden waren und die gleiche seltsame Krankheit hatten wie er. Ihre Haut wurde von Tag zu Tag durchsichtiger, blasser, als ob das Blut aus ihren Körpern gesaugt wurde. Es war tatsächlich Blutverlust. Man brauchte nur einen Kratzer zu bekommen, dann blutete es schon und hörte nicht mehr auf. Der Leichenwagen fuhr an ihnen vorbei und ich konnte mich entsinnen, dass ich in diesem Moment dachte, sie seien die einzigen, die ihn, mich und mein Kind bemitleideten. Ja, sie allein. Obwohl sie überhaupt nicht hergekommen waren, um mir ihr Beileid auszudrücken. Aufgrund des gerade geschehenen Todes und derer, die noch kommen würden, entwickelte ich ein Mitgefühl für sie. Jedes Mal, wenn ich mich daran erinnerte, schmerzte es sehr. Ein Schmerz, den man nur spürte, wenn man den Tod kommen sah, aber völlig hilflos dagegen war. So wie ich, während der Besuche bei meinem Mann.

Was mich ihn am meisten bedauern ließ, lag dennoch an mir, an meiner Erkenntnis, dass ich ihn zeit seines Lebens nicht geliebt hatte, als er noch lebte. Was also blieb nach dem Tod? Ich dachte andauernd, die Verstorbenen unterschieden sich von den Lebenden nur darin, dass sie nicht mehr reden konnten. Die Toten schweben um uns, sie sind überall, aber sie haben in der Welt der Lebenden keinen Platz, und keiner von uns nimmt sie wahr. Die Verstorbenen wurden schlicht und einfach vergessen. Mein Mann wurde verschwand aus der Erinnerung, als er noch nicht einmal dreißig Jahre alt war.

Seit seinem Tod litt ich an Schlaflosigkeit. Unendlich viele Nächte mit unzähligen Gedanken flossen ineinander über. Der Mond schwebte nachts ebenfalls über mir. Vollmond. Halbmond. Neumond. Nach mehreren schlaflosen Nächten begann ich, diejenigen herbeizuwünschen, in denen man Wasser pumpen durfte. Alle drei Tage konnte Wasser in mein fünftes Stockwerk gepumpt werden, zu einer denkbar unbequemen Stunde: um elf Uhr nachts. Man musste das Wasser in Eimer fließen lassen, um damit große Fässer zu füllen, für das Waschen von Bettwäsche und Kleidung. Die Bewohner des ganzen Stockwerks gerieten in Hektik, bis zwei oder drei Uhr in der Nacht. Es war ein Jammer, dass auch mein Sohn wach war, während ich mich um das Wasserholen kümmern musste. Immer schläfriger lief er mit kurzen, schwankenden Schritten im Zimmer umher, aber ohne Mama ins Bett gehen, das wollte er auf keinen Fall. Er hatte nur mich, der er sich verbunden fühlte, und ich fürchtete, er würde später ein zu sanfter Mensch.

In anderen Nächten lag ich wach und horchte, wie mein Sohn atmete. Nacht für Nacht gewöhnte ich mich immer mehr an die Rufe einer Schleiereule, die oft morgens gegen zwei Uhr zu hören waren. Anfangs machten mich diese bizarren Rufe, die sich anhörten wie diejenigen von Schweinen mitten der Stadt, am nächsten Tag ganz nervös. Man sagte, Schleiereulen brachten nichts Gutes. Allerdings war das Schlimmste in meinem Schicksal als Frau schon passiert. Ich hatte keine Angst mehr. Es konnte sein, dass Schleiereulen schlaflose Vögel waren. Diesen Gedanken hatte ich oft in den winterlichen Nächten, als der Mondhimmel wolkenlos war und die Alstonia-Bäume blühten. Tagsüber war es sonnig und trocken, nachts war der Geruch der Alstonia-Blüten so intensiv, dass man kaum atmen konnte. Auf der anderen Seite der Straße, direkt unter meinem Fenster, lag der Kim-Nguu-Fluss wie ein offener Abwasserkanal der Stadt. Er stank, insbesondere an schwül-heißen Sommernachmittagen, bevor sich ein Gewitter entlud. Winter. Die Alstonia-Blüten rochen stark. Über dem schwarzen Fluss ging der blasse Mond langsam unter. Der Ruf einer Schleiereule deutete eine Vorahnung an, die mich unruhig machte. Es wirkte nicht wenig romantisch. Der Gedanke brachte mich zum Lachen.

Normalerweise hielt ich nur eine Weile die Luft an und atmete dann langsam aus, sehr langsam. Ich hatte nie geweint. Viele Schriftsteller denken sich die Szene einer einsamen Frau aus, die nachts allein leise Tränen vergießt. Das stimmt aber nicht. Du weinst nur, wenn du weißt, dass jemand mitbekommt, dass du weinst, weil du hoffst, du würdest getröstet. Und ich? Mein Mann war schon tot, und meine Pflicht wäre es gewesen, meinem Sohn Trost zu spenden, nicht ihn mich trösten zu lassen.

Viele Jahre lang hatte ich ihn beschwichtigt. Als er noch klein war, musste ich ihn damit beruhigen, dass sein Papa nur auf Reisen war. Und ihm erklären, warum er diesen jungen Onkel oder jenen älteren Mann nicht Vati nennen sollte. Zum Zeitpunkt der Umbettung meines Mannes war mein Sohn fast vier Jahre alt; er freute sich ein paar Tage lang darauf, dass er seinen Papa bald wiedersehen würde. Als man die Gebeine in einen Miniatursarg aus Keramik legte und zum Hanoier Heldenfriedhof in Ngoc Hoi brachte, war der Kleine immer noch vorfreudig. Aber beim Begraben des Ossariums schrie er, sprang auf den Friedhofsdiener und fluchte: „Du Arschloch! Gibt mir meinen Papa zurück!“ Ich wusste nicht, woher und wann er so zu fluchen gelernt hatte. Und als alle, meine Schwiegereltern, mein Vater und die Vertreter der ehemaligen Einheit meines Mannes, dastanden und weinten, musste ich die Zähne zusammenbeißen, um ihm ruhig und deutlich zu erklären, Papa würde nach Hause kommen, Papa würde auf dem Altar sein.

Acht Jahre waren seitdem vergangen, ab und an war mir aber weiterhin schwindelig, da der Schrei meines Sohnes an jenem frühen Morgen immer noch schmerzhaft meinen Kopf durchbohrte. Und weil ich mich an den Blick meiner Schwester erinnerte. Nur sie hatte nicht geweint. Sie stand da und sah zu, wie ich meinen Sohn zu trösten versuchte. Ich konnte deutlich sehen, dass ihre Brille durch einen Lichtstrahl der Morgensonne plötzlich glänzte.

Ja, meine sturköpfige Schwester … Ich hatte stets den Eindruck, ich würde sie nicht verstehen. Sie war sehr gut im Studium. Sie wollte Journalistin werden. Am Ende wurde sie Lehrerin. Wegen ihrer schlechten Gesundheit. Wegen der Familie. Weil es eine ganze Menge Dinge gab, mit denen man rechnen musste. Sie wurde sozusagen von ihrem Beruf gewählt. Dennoch war sie erfolgreich. Ihre Schüler waren reifer als meine, sie verehrten sie, hatten Angst vor ihr. Sie beschwerte sich einmal: Sie sei freundlich zu ihren Schülern und nicht viel älter als sie, deshalb würde sie nicht verstehen, weswegen zwischen ihr und ihren Schützlingen nicht die Harmonie bestand wie zwischen mir und meinen. Ich wusste aber, warum. Auch in der Schule trennte sie sich von der Masse, um sie zu beobachten. Deswegen bewunderten ihre Schüler sie. Sie unterrichtete sehr seltsam. Meiner Ansicht nach hätte sie lieber einen freien Beruf ausüben sollen. Durch die Art, wie sie den Unterricht führte, hätte sie zehn Jahre zuvor in einer Dorfschule genug Ärger bekommen. Sie hätte durch die auf sie niederprasselnde Kritik nicht mehr aufstehen können. Sie führte keine Anwesenheitsliste, veranlasste keine mündlichen Tests an der Tafel, ließ keine Diktate schreiben, stellte keine Fragen, machte keine Zusammenfassung des Unterrichts, nannte den Schülern keine zu lernenden Schwerpunkte … Sie ließ alles offen, wie in den alten chinesischen Romanen. Ich kam sie einmal in der Schule besuchen. Am Anfang des Sommers. Die Sonne brannte und machte müde. Sie unterrichtete gerade. Ich stand draußen und beobachtete sie. Die siebzehn- bis achtzehnjährigen Jungen und Mädchen hörten ihr wie erstarrt zu, fingen dann auf einmal an, eilends Notizen zu machen, als ob der Teufel in sie gefahren wäre. Auch meine Schwester schien von bösen Geistern beherrscht, sie lief im Klassenraum auf und ab. Plötzlich warf sie ein Stück Kreide an die Tafel. Es stieß so heftig dagegen, dass die Schüler sich erschreckten. Auch ich zuckte zusammen. Und war erstaunt, dass kein Gelächter zu hören war.

Ich wusste, dass ich niemals so leidenschaftlich unterrichten könnte wie sie. Jedoch fand ich, dass ihrer Unterrichtsmethode die für unseren Beruf erforderliche musterhafte Arbeitsweise völlig fehlte. Dies würde weder ihr noch ihren Schülern nützen. Es sah so aus, als ob ihre Anhänger von ihrer seltsamen Lebenshaltung angesteckt würden. Oder waren die von schöner Literatur besessenen Typen von Anfang an so merkwürdig wie sie? Dass siebzehn oder achtzehn ihrer Schülerinnen, die ich damals kannte, erst sehr spät heirateten, war ein Beweis. Junge Frauen erreichten das sechsundzwanzigste oder siebenundzwanzigste Lebensjahr und waren immer noch ledig, frei und ungebunden. Diese jungen Evastöchter brachten jedes Jahr am 20. November[2] zahlreich ihre Geliebten zur Großmutter meines Sohnes mit. Ich fragte mich gelegentlich nicht ohne Sorge, ob sie so draufgängerisch wie ihre Lehrerin waren. Wagten sie es, nicht in die Partei einzutreten? Hätten sie den Mut, einfach so ihren Job zu kündigen? Würden sie riskieren, alles aufzugeben, um weggehen zu können? Meine Schwester schrieb ziemlich regelmäßig Briefe nach Hause, oft in kaltem, gleichgültigem Ton. Europa sei von einer dicken Schneeschicht bedeckt. Europa sei minus zehn Grad kalt. In Europa gäbe es in jedem Dorf, in jeder Stadt Kirchen. Und über ihre Arbeit. Den Imbiss aufschließen. Putzen. Nur einmal überwand sie ihre Gleichgültigkeit und schrieb ironisch: „Ich suche die Toilette fremder Menschen auf, um sie zu putzen – Ich reite seit langem mit verhornten Händen auf einem Besen.“ Seit dem Tag, an dem sie losgeflogen war, gerieten meine Gedanken in den schlaflosen Nächten umso mehr durcheinander.

Ich wusste, dass neben mir auch sie meinen verstorbenen Mann liebte. Obwohl sie, als er noch am Leben war, immer offen behauptet hatte, sie würde niemals zu den Menschen passen, die sich mit einem Leben in der Armee abfinden konnten. Dies erklärte sie, als er sie mit einem jungen, gut aussehenden Militärarzt verkuppeln wollte. Als sie jedoch eines Tages eine Liebschaft begann, war das äußerst kurios, wie von bösen Geistern gelenkt und vom Teufel irregeleitet. Angesichts der für einen Ehemann geltenden Kriterien der Kriegszeit konnte man das überhaupt nicht begreifen. Basierend auf den Kriterien der Friedenszeit auch nicht. Sie hatte sich verliebt. Basta. Niemand in der Familie wagte es, sie auch nur andeutungsweise danach zu fragen, bevor sie selbst zugab, dass der Kerl, der immer mit ihr in die Bibliothek ging und ihr alle möglichen wilden Blumen brachte, manchmal sogar nichts als Löwenzahn, der Mensch war, den sie liebte. Alle Angehörigen sahen schweigend zu meinem Vater, als sie ihm gefühlskalt mitteilte, die Eltern ihres Geliebten wollten zu ihm kommen und im Namen ihres Sohnes um ihre Hand bitten. Das Leben meiner Schwester war wie meines voller Verluste. Nur tat sie sich das selbst an.

Ich hatte nie verstanden, warum mein Mann, als er noch am Leben war, sie trotz ihrer Gemütsart mochte. Jedes Mal, wenn wir Schwestern uns stritten, nahm er sie in Schutz. Manchmal wurde ich wütend: „Warum hältst du immer zu ihr?“ Er grinste: „Wenn ich nicht zur kleinen Schwester meiner Geliebten halte, wer unterstützt mich dann, wenn ich zu einem totalen Angriff übergehe, um dich zu erobern?“ Nachdem er gestorben war, heulte sie nicht wie meine Schwägerinnen, sie presste nur die Lippen zusammen und weinte stumm. Auf dem Friedhof war ihr Gesicht trocken, ihre Brille glänzte durch den Lichtstrahl. Ich wusste, dass er ihr sehr leidtat. Einmal sagte sie zu ihrer Freundin – ein als launisch, aber niedlich geltendes Mädchen: „Leidest du etwa? Wenn du nicht mehr leben willst, dann versuch mal zu sterben!“ Später tröstete sie es: „Am schlimmsten wäre es, wenn man sterben müsste. Solange du noch lebst, bist du glücklich. Wenn du leidest, weine ruhig. Ich hör dir zu.“ In so einem Ton sagte sie es, die andere hörte dennoch seltsamerweise auf zu weinen.

Als mein Sohn gerade sieben Jahre alt war, kam meine Schwester eines späten Nachmittags zu mir, fuhr uns beide in die Stadt zum Nudelsuppe essen, statt Abendbrot zuzubereiten. Zurück zu Hause, während mein Sohn mit meiner Erlaubnis bei den Nachbarn fernsah, sagte sie: „Der Kleine ist schon groß. Brav ist er ja. Aber zu weich. So wird er später als Mann unglücklich. Außerdem seid ihr nur noch zu zweit seid, du gibst ihm alles, aber eines Tages ist er kein Kind mehr, er wird sein Leben führen, du bist dann allein. Wenn du dann für dich leben willst, ist es schon zu spät. Und du wirst ständig über ihn nörgeln, er sei egoistisch. Es bringt nichts, glaub mir. Es ist Zeit, dass du wieder heiratest.

Dann fügte sie hinzu:

– Diesmal heiratest du aber, um einen Vater für deinen Sohn zu finden. Keinen Junggesellen. Unter Hundert jungen Unverheirateten in deinem Alter müsste es neunundneunzig geben, die verrückt sind. Such dir einen, der das Schicksal mit dir teilt …

Ich wusste nicht, was ich ihr antworten sollte. Ich schwieg nur. Das Zimmer wurde spätnachmittags auf einmal durch Sonnenstrahlen hell erleuchtet, versank dann aber ganz schnell in Dunkelheit. Meine Schwester stand auf und zündete auf dem Altar meines Mannes ein Räucherstäbchen an. Dann ging sie schweigend nach draußen. Ich hörte ihre Schritte auf der Treppe, dann nichts mehr und anschließend das Knattern ihres Mopeds. Und weg war sie. Ich blieb so sitzen, bis der Himmel allmählich milchweiß wurde. Der Mond. Matt, blassblau. Sanft. Fern. Flackernd tauchte er am Himmel auf, wie die Augenbraue eines jungen Mädchens, das über alles staunen kann. Ich öffnete meine Hände, betrachtete die blutlosen Finger. Es sah aus, als ob sie zitterten. Aber vielleicht war es nur der Mondschein. Das Räucherstäbchen brannte aus. Es roch leicht nach den Lotosblumen, die ich am Nachmittag gekauft hatte. Der Duft des Räucherstäbchens, der Blumen. Ein Schaudern befiel mich. Es war der Duft der Pagode, der Duft jenes Tages, an dem ich meinen Mann zur Pagode brachte. Seitdem waren fast sieben Jahre vergangen.

Später reiste meine Schwester ab. Ihr Mann war auf Dienstreise. Zu Hause sagte sie zu unseren Eltern: „Schwein gehabt. Vielleicht schafft er es durch diese Reise, die Lebensgeschichte meines Kindes reinzuwaschen“. Zu anderen meinte sie mit einem Lächeln: „Er ist in die Neue Wirtschaftszone geflogen. Was? Stimmt das etwa nicht? Ist Deutschland etwa nicht die Neue Wirtschaftszone unseres Volkes?“

Dann verkaufte sie ihr Haus und folgte zusammen mit ihrem Kind ihrem Mann. Keiner in der Familie wagte es, ihr davon abzuraten. Sie erklärte: „Wer muss nicht einmal im Leben etwas riskieren. Sein Vater hat schon riskiert, ohne Rückfahrschein wegzugehen. Wenn wir uns richtig entschieden haben, muss unser Kleiner nicht wie hier rackern, um das zu lernen, was er früher oder später vergessen muss.“

Ein paar Tage nach meiner Wiederheirat reiste sie ab. Ich wusste nicht, wie sie es geschafft hatte, meinen Sohn zu überzeugen; er verhielt sich seitdem aber sehr erwachsen. Statt „Vati“ nannte er meinen zweiten Mann „ba“, obwohl das nur im Süden üblich war. Meine Kolleginnen an der Schule waren neugierig, warum; mein Sohn meinte nur: „Ich hatte doch schon einen Vati. Und „ba“ ist sowieso auch „Vati“. Sie verstanden sich gut. Meinem Mann tat er leid. Mein Mann bedauerte auch den Verstobenen, seinen Kriegskameraden, dessen Gesicht er nur von dem Foto auf dem Altar kannte. Ich wusste, dass ich mir nach der Wiederheirat nichts mehr erhoffen durfte. Trotzdem konnte ich nicht schlafen. Nacht für Nacht lag ich da und hörte den Atemgeräuschen meines Mannes und meines Sohnes zu, Geräusche, die mal lauter, mal leiser wurden, aber stets ungleichzeitig waren. Nacht für Nacht sah ich aus dem Fenster, um anhand der Helligkeit zu erraten, wie voll der Mond sein könnte, und wie groß der gerade vom Mond überwundene Raum war. Nacht für Nacht zog der Mond über mich hinweg. Meine Nächte blieben unverändert, wie die Nächte der verwitweten Tage. So viele wirre Gedanken. Ich wusste, dass ich Glück gehabt hatte, einen gutmütigen Mann zu finden, der auch meinen Sohn liebte. Ich erinnerte mich an die Worte meiner Schwester: „Finde einen Vater für deinen Sohn.“ Auch diese Eheschließung begann also nicht mit Liebe. Doch, sie begann schon mit Liebe, aber es war eine ganz andere Liebe als die weibliche.

Ich vermisste meine Schwester. Wenn hier der Mond langsam hinter dem Horizont verschwindet, ist bei ihr erst Nachmittag. Was machte sie gerade? Verkaufte sie Essen in einem Imbiss an einer kalten Straßenecke? Oder putzte sie eine Toilette oder ein Badezimmer? Was dachte sie wohl? Am besten wäre es, nichts zu denken. Sie war anders als ich. Sie hatte immerhin eine eigene Liebe, für die sich die Mühe lohnte. Allerdings wäre sie auch nicht glücklicher als ich, wenn sie diese Liebe nicht hätte. Sie schickte allen in der Familie Geld. Geld von ihr zu erhalten fand ich bitter. Ich stellte mir sie vor, wie sie sich mit ihrem schwachen mageren Körper über irgendeine Badewanne beugte und putzte, in jenem fernen Land, in das sie ihrem Mann mit dem Kind gefolgt war. Sie hatte noch nie jemandem ihr Leid geklagt. Sie schwieg, sie lebte stur weiter, für die Lebenden und für die Toten.

Und ich, ich hatte ihr oder jemand anderem noch nie anvertraut, dass ich unter Schlaflosigkeit litt. Ich ließ mich ärztlich untersuchen. Es nützte nichts. Mein Arzt meinte, ich wäre erschöpft. Erschöpft wegen der Schlaflosigkeit oder schlaflos wegen der Erschöpfung? Keine Ahnung. Die schlaflosen Nächte blieben, es blieb immer und ewig dieser Mond, mal hell, dann blass, später voll und schließlich sichelförmig am Himmel, es blieb immer der unheimliche Ruf der Schleiereule, von der ich nicht wusste, wie sie aussah, es blieb in den Nächten mit Gewitter der üble Gestank des schwarzen, entlang der anderen Seite der Straße fließenden Flusses, es blieb für immer der Geruch des trockenen Sonnenscheins, gemischt mit dem betörenden Duft der Alstonia-Blüte, so betörend wie der Duft von Frauen … Ich lebte zusammen mit meinem Sohn und meinem Mann, doch schienen diese Nächte kein Ende zu haben. Wie viele Nächte, die auf mich warten, habe ich noch vor mir?

 

[1]Tag der vietnamesischen Invaliden und verstorbenen Helden

[2]Tag der vietnamesischen Pädagogen

 

Aus dem Vietnamesischen von Đăng Lãnh Hoàng

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