{"id":11360,"date":"2019-03-17T16:45:45","date_gmt":"2019-03-17T15:45:45","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtsprachen.de\/?post_type=stsp_text&#038;p=11360"},"modified":"2020-11-17T14:35:06","modified_gmt":"2020-11-17T13:35:06","slug":"lyrikuebersetzen-als-extremsportart","status":"publish","type":"stsp_text","link":"https:\/\/stadtsprachen.de\/en\/text\/lyrikuebersetzen-als-extremsportart\/","title":{"rendered":"Lyrik\u00fcbersetzen als Extremsportart"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">Alle Lyrik\u00fcbersetzer*innen haben wohl folgende Szene in kleinen Variationen zumindest schon einmal erlebt: Man sitzt oder steht in lockerer Runde zusammen, ein halbvolles oder halbleeres Glas in der Hand, ist irgendwann dran, sich vorzustellen oder wird gerade von jemandem vorgestellt, spricht seine \u00dcbersetzungst\u00e4tigkeit an und gesteht sogar, weil der Fragende insistiert zu wissen, was man so \u00fcbersetze, dass man u.a. auch Lyrik \u00fcbersetzt. Es folgt ein kurzes, aber sp\u00fcrbar betretenes Schweigen, das von besorgten Fragen gebrochen wird, wie etwa: \u201eOh, ist das nicht super schwierig?\u201c oder \u201eAber kann man Lyrik \u00fcberhaupt \u00fcbersetzen?\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch wenn in solchen Fragen selbstverst\u00e4ndlich ein Verdacht gegen die berufliche Lage der Lyrik\u00fcbersetzer*innen mitschwingt (\u201eIst das Lyrik\u00fcbersetzen \u00fcberhaupt eine berufliche T\u00e4tigkeit?\u201c): Das immer wieder auftauchende, verdeckt oder klar ausgesprochene Misstrauen gegen das \u00dcbersetzen von Lyrik \u2013 ein Misstrauen, das \u00fcbrigens auch von vielen \u00dcbersetzer*innen geteilt wird, die nur Romane oder Sachb\u00fccher \u00fcbersetzen \u2013 scheint in erster Linie von der Vorstellung hervorzugehen, die poetische Sprache weiche in der Regel vom \u00fcblichen, sozial akzeptablen Sprachgebrauch so sehr ab, dass sich das Unterfangen des Lyrik\u00fcbersetzens nur mit einer Zirkusnummer oder einer Extremsportart vergleichen lie\u00dfe. Hinter dieser Vorstellung steckt oft auch die veraltete \u00dcberzeugung, die intellektuelle Leistung der \u00dcbersetzerin bestehe vorwiegend darin, Sinninhalte, d. h. klar ausgedr\u00fcckte und miteinander zusammenh\u00e4ngende Bedeutungen aus der einen in die andere Sprache m\u00f6glichst treu zu \u00fcbertragen. Dass Bedeutungen in so einer Form in einem Gedicht kaum zu finden sind, spreche ebenfalls f\u00fcr die enorme Schwierigkeit der \u00dcbersetzungsarbeit.<\/p>\n<p align=\"justify\">Was mir an einer solchen Denkweise zugegebenerma\u00dfen nicht so gut gef\u00e4llt, ist dass dadurch Lyrik, indem ihr ein Sonderstatus zugeschrieben wird, auf Distanz gehalten wird. Wenn man so verallgemeinernd denkt, tendiert man oft dazu, zu \u00fcbersehen, dass das, was bei Lyrik in sehr verdichteter Form passiert, n\u00e4mlich dass die Bedeutung durch das Zusammenspiel von Inhalt, Ton, Rhythmus, Form und Komposition produziert wird und dabei meist offen bleibt, im Grunde bei jedem anspruchsvollen literarischen Werk anzutreffen ist; egal, ob es in Prosa- oder Versform geschrieben wurde oder f\u00fcr die B\u00fchne bestimmt ist. Ebenfalls bleibt bei einer ausdr\u00fccklichen oder angedeuteten Zur\u00fcckhaltung gegen\u00fcber der Lyrik und dem Lyrik\u00fcbersetzen die Tatsache unber\u00fccksichtigt, dass innerhalb des lyrischen Genres durchaus unterschiedliche Positionen nebeneinander existieren, d. h. dass der Abweichungsgrad vom allt\u00e4glichen Sprechen von Gedicht zu Gedicht unterschiedlich gro\u00df sein kann; man denke nur an die poetische Sprache eines Bertolt Brechts im Vergleich zu der eines Paul Celans.<\/p>\n<p align=\"justify\">Vielleicht sind aber auch die Lyrik\u00fcbersetzer*innen selber schuld daran, dass das \u00dcbersetzen von Lyrik von der Mehrheit der Menschen als etwas Exotisches betrachtet wird. Sie benennen die Schwierigkeiten, die ihnen ein lyrischer Text bereitet, in Spiel- und Experimentierr\u00e4ume um, reden konspirativ miteinander und empfinden eine deutliche Verachtung gegen\u00fcber den Krimi\u00fcbersetzer*innen. Dar\u00fcber hinaus wird den Lyrik\u00fcbersetzer*innen nicht nur beim Umgang mit der Sprache, sondern auch bei der Auswahl der zu \u00fcbersetzenden Texte eine gewisse Freiheit zuerkannt, wodurch sie sich besonders privilegiert f\u00fchlen. Man kann n\u00e4mlich, wenn man Lyrik \u00fcbersetzt, viel \u00f6fter als es bei Prosa oder Theorie der Fall ist, selber ausw\u00e4hlen, was man gerade \u00fcbersetzen m\u00f6chte; solche Entdeckungen, Vorlieben und Vorschl\u00e4ge kommen meist bei den Zeitschriften- und Buchverlagen, die in der Nische der Lyrikpublikation aktiv sind, sehr gut an. Dass man doch ab und zu den einen oder anderen Krimi \u00fcbersetzen, oder sogar trockene technische \u00dcbersetzungen \u00fcbernehmen muss, weil man sich nur mit solchen Vorschl\u00e4gen, auch wenn sie positiv entgegengenommen werden, nicht \u00fcber Wasser halten kann, l\u00e4sst man bei netten Vorstellungsrunden lieber unerw\u00e4hnt.<\/p>\n<p align=\"justify\">So habe ich mich, nachdem ich 2010 nach Berlin gezogen war, auf neue lyrische Entdeckungen gest\u00fcrzt, besonders mit der lebendigen Berliner Lyrikszene vertraut gemacht und neue, k\u00fchne und radikale poetische Stimmen \u00fcbertragen (wie z. B. die von Ann Cotten), die, wie ich mir dachte, auf je eigene Weise eine Artwort auf die Frage lieferten, wie die Lyrik des 21. Jahrhunderts aussehen k\u00f6nnte. So kam es auch darauf, dass ich sogar ein Langgedicht \u00fcber Berlin \u00fcbersetzt habe, n\u00e4mlich den 2005 bei kookbooks erschienenen Gedichtband <i>Gegenspre<\/i><i>c<\/i><i>hstadt \u2013 ground zero<\/i> von Gerhard Falkner, das Sprache und Stadt zusammendenkt und miteinander in Dialog bringt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ich hatte also einige Jahre lang diese Freiheit des Ausw\u00e4hlens und Vorschlagens genossen, bis ich Ende 2016 einen Auftrag bekam, der diesmal zur Abwechslung nicht auf meinen eigenen Versuchen, deutschsprachige Gegenwartslyrik nach Griechenland zu vermitteln, beruhte und ziemlich herausfordernd klang: <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"about:blank\"><i>Constellation of Debt<\/i><\/a><\/u><\/span> hie\u00df das Projekt, geleitet wurde es von der Lyrikerin und Politologin Nathalie Karagiannis. Es handelte sich dabei um einen kollektiven poetischen Dialog zwischen zehn griechischen und zehn deutschsprachigen Lyriker*innen zum Thema Schuld und Schulden, wobei den Ausgangspunkt und Hintergrund die Finanzkrise in Griechenland und die davon beeintr\u00e4chtigten politischen Beziehungen zwischen Griechenland und Deutschland darstellte, die Schuldthematik aber in der Projektkonzeption weit gefasst wurde und interessante, nicht oft oder gen\u00fcgend bedachte Aspekte umfasste. Als Grundlage des Dialogs dienten allein die \u00dcbersetzungen der im Rahmen des Projekts neu entstandenen Gedichte, die alle von mir, der \u00dcbersetzerin des Projekts, angefertigt wurden. Von besonderem Interesse war die Performanz des Projekts: <span lang=\"el-GR\">In <\/span>\u201e<span lang=\"el-GR\">Constellation of Debt<\/span>\u201c<span lang=\"el-GR\"> bildeten n\u00e4mlich die teilnehmenden Lyriker*<\/span><span lang=\"de-DE\">i<\/span><span lang=\"el-GR\">nnen zehn Paare, die aus jeweils einem\/-er deutschen und einem\/-er griechischen Lyriker\/-in bestehen. Dabei waren die Lyriker*innen aufgefordert, <\/span>\u201e<span lang=\"el-GR\">Debt<\/span>\u201c<span lang=\"el-GR\"> nicht nur poetisch zu reflektieren, sondern auch performativ zu realisieren, indem sie sich in den Rollen der <\/span>\u201e<span lang=\"el-GR\">Gl\u00e4ubiger*innen<\/span>\u201c<span lang=\"el-GR\"> und <\/span>\u201e<span lang=\"el-GR\">Schuldner*innen<\/span>\u201c<span lang=\"el-GR\"> abwechselten: Sie schulden einander Gedichte, die innerhalb vereinbarter Fristen <\/span>\u201egezahlt\u201c werden mussten.<span lang=\"el-GR\"> Ihre Texte bezogen sich aufeinander, bestimmte Themen und Motive wurden aufgegriffen, weitergedacht und variiert.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">Die entstandenen Gedichte h\u00e4tten in Form und Inhalt nicht unterschiedlicher sein k\u00f6nnen. Der vielstimmige, dialogische Charakter des Projekts sowie die gro\u00dfe Vielfalt der darin vertretenen poetischen Stimmen bestimmten die besonderen Schwierigkeiten, mit denen ich als \u00dcbersetzerin w\u00e4hrend des Projekts zu k\u00e4mpfen hatte. Dieselben Faktoren machen es jetzt besonders schwierig ein einzelnes Textbeispiel aus diesem ganzen Gedichtkorpus auszusuchen. Ich erlaube es mir trotzdem und w\u00e4hle dabei das Gedicht \u201eZeit und Geld\u201c von Monika Rinck (*1969) aus, das einerseits f\u00fcr sich selbst spricht und gute Einblicke in die Poetik dieser herrlich eigent\u00fcmlichen Lyrikerin bietet, andererseits mir ein paar allgemeine Schlusskommentare erm\u00f6glicht:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><b>Zeit und Geld<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"center\"><span style=\"color: #000000;\"> <span style=\"font-family: Times Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><i>&#8220;Oh dear! Oh dear! I shall be too late!&#8221; <\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"center\"><span style=\"color: #000000;\"> <span style=\"font-family: Times Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><i>The White Rabbit<\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Geld ist wesenhaft zeitlich, weil es zirkulieren muss<\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"center\"><span style=\"color: #000000;\"> <span style=\"font-family: Times Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Samuel Weber <\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Was wird denn geschehen, wenn Zeit wirklich Geld ist? <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Die Armen sterben und die Reichen werden weiterleben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Die tackernden Assistenten des Ku\u0308nstlers generieren <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">ein Werk, das ihnen nicht mehr geho\u0308rt. Sie tackern <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">auch an hohen Feiertagen, am Karfreitag tackern sie <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">des Ku\u0308nstlers gro\u00dfes Werk zusammen. Wahrheit!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Gott hat seinen Sohn gegeben, uns zu erlo\u0308sen \u2013<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">der Menschheit ihre Schuld zu nehmen,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Dein Glaube sei Dein Kredit, je ho\u0308her, desto gla\u0308ubiger.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Und das Anwachsen der gewaltigen Schuld sei<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">dann die Bedingung der Erlo\u0308sung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Und es seien alle einander verschuldet, oder heirateten <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">und seien dann alle miteinander verwandt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Ich lo\u0308se die Zeit in za\u0308hflu\u0308ssige Lotionen auf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Ich wate durch den Schlamm, in dem die Stunden<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">sich mit Leere fu\u0308llen, blubbern. Zeit und Geld. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Das ist nur der Serviervorschlag dieses Gedichtes.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Was verloren ging: Der Beginn,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">der keinem Auftrag folgt \u2013 der benebelte Schritt, <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">auf die Lichtung, um die Schichten,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">die es gar noch nicht gibt, voneinander zu lo\u0308sen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Und dann lo\u0308sten sie sich<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">im Licht der glitzernden Birken.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">In meiner griechischen \u00dcbersetzung lautet das Gedicht wie folgt:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\"><b>\u03a7\u03c1\u03cc\u03bd\u03bf\u03c2 \u03ba\u03b1\u03b9 \u03c7\u03c1\u03ae\u03bc\u03b1<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><i>&#8220;Oh dear! <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"en-GB\"><i>Oh dear! I shall be too late!&#8221;<\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"en-GB\"><i>The White Rabbit <\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u00ab\u03a4\u03bf \u03c7\u03c1\u03ae\u03bc\u03b1 \u03b5\u03af\u03bd\u03b1\u03b9 \u03bf\u03c5\u03c3\u03b9\u03c9\u03b4\u03ce\u03c2 \u03c7\u03c1\u03bf\u03bd\u03b9\u03ba\u03ae\u03c2 \u03c6\u03cd\u03c3\u03b5\u03c9\u03c2, \u03b5\u03c0\u03b5\u03b9\u03b4\u03ae \u03c0\u03c1\u03ad\u03c0\u03b5\u03b9 \u03bd\u03b1 \u03ba\u03c5\u03ba\u03bb\u03bf\u03c6\u03bf\u03c1\u03ae\u03c3\u03b5\u03b9.\u00bb<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Samuel<\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Weber<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u039a\u03b1\u03b9 \u03c4\u03b9 \u03b8\u03b1 \u03c3\u03c5\u03bc\u03b2\u03b5\u03af \u03b4\u03b7\u03bb\u03b1\u03b4\u03ae, \u03b1\u03bd \u03bf \u03c7\u03c1\u03cc\u03bd\u03bf\u03c2 \u03b5\u03af\u03bd\u03b1\u03b9 \u03cc\u03bd\u03c4\u03c9\u03c2 \u03c7\u03c1\u03ae\u03bc\u03b1;<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u039f\u03b9 \u03c6\u03c4\u03c9\u03c7\u03bf\u03af \u03c0\u03b5\u03b8\u03b1\u03af\u03bd\u03bf\u03c5\u03bd \u03ba\u03b1\u03b9 \u03bf\u03b9 \u03c0\u03bb\u03bf\u03cd\u03c3\u03b9\u03bf\u03b9 \u03b8\u03b1 \u03c3\u03c5\u03bd\u03b5\u03c7\u03af\u03c3\u03bf\u03c5\u03bd \u03bd\u03b1 \u03b6\u03bf\u03c5\u03bd. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u039f\u03b9 \u03b2\u03bf\u03b7\u03b8\u03bf\u03af \u03c4\u03bf\u03c5 \u03ba\u03b1\u03bb\u03bb\u03b9\u03c4\u03ad\u03c7\u03bd\u03b7 \u03bc\u03b5 \u03c4\u03bf \u03ba\u03b1\u03c1\u03c6\u03c9\u03c4\u03b9\u03ba\u03cc \u03b3\u03b5\u03bd\u03bd\u03bf\u03cd\u03bd <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03ad\u03bd\u03b1 \u03ad\u03c1\u03b3\u03bf \u03c0\u03bf\u03c5 \u03b4\u03b5\u03bd \u03c4\u03bf\u03c5\u03c2 \u03b1\u03bd\u03ae\u03ba\u03b5\u03b9 \u03c0\u03b9\u03b1. \u039a\u03b1\u03c1\u03c6\u03ce\u03bd\u03bf\u03c5\u03bd <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03b1\u03ba\u03cc\u03bc\u03b1 \u03ba\u03b1\u03b9 \u03c4\u03b9\u03c2 \u03b1\u03c1\u03b3\u03af\u03b5\u03c2, \u03c4\u03b7 \u039c\u03b5\u03b3\u03ac\u03bb\u03b7 \u03a0\u03b1\u03c1\u03b1\u03c3\u03ba\u03b5\u03c5\u03ae<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03ba\u03b1\u03c1\u03c6\u03ce\u03bd\u03bf\u03c5\u03bd \u03ba\u03b1\u03b9 \u03c3\u03c5\u03c1\u03c1\u03ac\u03c0\u03c4\u03bf\u03c5\u03bd <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03c4\u03bf\u03c5 \u03ba\u03b1\u03bb\u03bb\u03b9\u03c4\u03ad\u03c7\u03bd\u03b7 \u03c4\u03bf \u03bc\u03b5\u03b3\u03ac\u03bb\u03bf \u03ad\u03c1\u03b3\u03bf. \u0391\u03bb\u03ae\u03b8\u03b5\u03b9\u03b1!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u039f \u0398\u03b5\u03cc\u03c2 \u03ad\u03c3\u03c4\u03b5\u03b9\u03bb\u03b5 \u03c4\u03bf\u03bd \u03c5\u03b9\u03cc \u03c4\u03bf\u03c5 \u03b3\u03b9\u03b1 \u03bd\u03b1 \u03bc\u03b1\u03c2 \u03bb\u03c5\u03c4\u03c1\u03ce\u03c3\u03b5\u03b9 \u2013 <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03bd\u2019 \u03b1\u03c0\u03b1\u03bb\u03bb\u03ac\u03be\u03b5\u03b9 \u03c4\u03b7\u03bd \u03b1\u03bd\u03b8\u03c1\u03c9\u03c0\u03cc\u03c4\u03b7\u03c4\u03b1 \u03b1\u03c0\u03cc \u03c4\u03b1 \u03c7\u03c1\u03ad\u03b7 \u03c4\u03b7\u03c2,<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03b7 \u03c0\u03af\u03c3\u03c4\u03b7 \u03c3\u03bf\u03c5 \u03b5\u03af\u03bd\u03b1\u03b9 \u03b7 \u03c0\u03af\u03c3\u03c4\u03c9\u03c3\u03ae \u03c3\u03bf\u03c5, \u03cc\u03c3\u03bf \u03c0\u03b9\u03bf \u03c5\u03c8\u03b7\u03bb\u03ae \u03c4\u03cc\u03c3\u03bf \u03c0\u03b9\u03bf \u03c0\u03b9\u03c3\u03c4\u03cc\u03c2. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u039a\u03b1\u03b9 \u03b7 \u03c3\u03c5\u03c3\u03c3\u03ce\u03c1\u03b5\u03c5\u03c3\u03b7 \u03c4\u03bf\u03c5 \u03c4\u03b5\u03c1\u03ac\u03c3\u03c4\u03b9\u03bf\u03c5 \u03c7\u03c1\u03ad\u03bf\u03c5\u03c2 \u03b5\u03af\u03bd\u03b1\u03b9<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03c4\u03cc\u03c4\u03b5 \u03b7 \u03c0\u03c1\u03bf\u03cb\u03c0\u03cc\u03b8\u03b5\u03c3\u03b7 \u03c4\u03b7\u03c2 \u03bb\u03cd\u03c4\u03c1\u03c9\u03c3\u03b7\u03c2. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u039a\u03b1\u03b9 \u03cc\u03bb\u03bf\u03b9 \u03b5\u03af\u03bd\u03b1\u03b9 \u03bc\u03b5\u03c4\u03b1\u03be\u03cd \u03c4\u03bf\u03c5\u03c2 \u03c7\u03c1\u03b5\u03c9\u03bc\u03ad\u03bd\u03bf\u03b9, \u03ae \u03c0\u03b1\u03bd\u03c4\u03c1\u03b5\u03cd\u03bf\u03bd\u03c4\u03b1\u03b9<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03ba\u03b1\u03b9 \u03b5\u03af\u03bd\u03b1\u03b9 \u03c4\u03cc\u03c4\u03b5 \u03cc\u03bb\u03bf\u03b9 \u03bc\u03b5\u03c4\u03b1\u03be\u03cd \u03c4\u03bf\u03c5\u03c2 \u03c3\u03c5\u03b3\u03b3\u03b5\u03bd\u03b5\u03af\u03c2. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u0394\u03b9\u03b1\u03bb\u03cd\u03c9 \u03c4\u03bf\u03bd \u03c7\u03c1\u03cc\u03bd\u03bf \u03c3\u03b5 \u03c0\u03b1\u03c7\u03cd\u03c1\u03c1\u03b5\u03c5\u03c3\u03c4\u03b5\u03c2 \u03bb\u03bf\u03c3\u03b9\u03cc\u03bd. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03a4\u03c3\u03b1\u03bb\u03b1\u03b2\u03bf\u03c5\u03c4\u03ce \u03bc\u03b5\u03c2 \u03c3\u03c4\u03b7 \u03bb\u03ac\u03c3\u03c0\u03b7, \u03cc\u03c0\u03bf\u03c5 \u03bf\u03b9 \u03ce\u03c1\u03b5\u03c2<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03b3\u03b5\u03bc\u03af\u03b6\u03bf\u03c5\u03bd \u03bc\u03b5 \u03ba\u03b5\u03bd\u03cc, \u03b2\u03b3\u03ac\u03b6\u03bf\u03c5\u03bd \u03c6\u03bf\u03c5\u03c3\u03ba\u03ac\u03bb\u03b5\u03c2. \u03a7\u03c1\u03cc\u03bd\u03bf\u03c2 \u03ba\u03b1\u03b9 \u03c7\u03c1\u03ae\u03bc\u03b1.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u0394\u03b5\u03bd \u03b5\u03af\u03bd\u03b1\u03b9 \u03c0\u03b1\u03c1\u03ac \u03bc\u03cc\u03bd\u03bf \u03b7 \u03c0\u03c1\u03cc\u03c4\u03b1\u03c3\u03b7 \u03c3\u03b5\u03c1\u03b2\u03b9\u03c1\u03af\u03c3\u03bc\u03b1\u03c4\u03bf\u03c2 \u03b3\u03b9\u03b1 \u03b1\u03c5\u03c4\u03cc \u03c4\u03bf \u03c0\u03bf\u03af\u03b7\u03bc\u03b1. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u0391\u03c5\u03c4\u03cc \u03c0\u03bf\u03c5 \u03c7\u03ac\u03b8\u03b7\u03ba\u03b5: \u03c4\u03bf \u03be\u03b5\u03ba\u03af\u03bd\u03b7\u03bc\u03b1,<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03c0\u03bf\u03c5 \u03b4\u03b5\u03bd \u03b1\u03ba\u03bf\u03bb\u03bf\u03c5\u03b8\u03b5\u03af \u03ba\u03b1\u03bc\u03b9\u03ac \u03b5\u03bd\u03c4\u03bf\u03bb\u03ae, \u03c4\u03bf \u03b1\u03b2\u03ad\u03b2\u03b1\u03b9\u03bf \u03b2\u03ae\u03bc\u03b1<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03c0\u03c1\u03bf\u03c2 \u03c4\u03bf \u03be\u03ad\u03c6\u03c9\u03c4\u03bf, \u03b3\u03b9\u03b1 \u03bd\u03b1 \u03be\u03b5\u03c7\u03c9\u03c1\u03af\u03c3\u03b5\u03b9\u03c2 \u03c4\u03b1 \u03c3\u03c4\u03c1\u03ce\u03bc\u03b1\u03c4\u03b1,<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03c0\u03bf\u03c5 \u03b4\u03b5\u03bd \u03b4\u03b9\u03b1\u03bc\u03bf\u03c1\u03c6\u03ce\u03b8\u03b7\u03ba\u03b1\u03bd \u03b1\u03ba\u03cc\u03bc\u03b1.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u039a\u03b1\u03b9 \u03c4\u03cc\u03c4\u03b5 \u03be\u03b5\u03c7\u03ce\u03c1\u03b9\u03c3\u03b1\u03bd \u03bc\u03cc\u03bd\u03b1 \u03c4\u03bf\u03c5\u03c2<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"el-GR\">\u03c3\u03c4\u03bf \u03c6\u03c9\u03c2 \u03c4\u03c9\u03bd \u03c3\u03b7\u03bc\u03cd\u03b4\u03c9\u03bd \u03c0\u03bf\u03c5 \u03b1\u03c3\u03c4\u03c1\u03ac\u03c6\u03c4\u03bf\u03c5\u03bd. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">In dem Gedicht finden sich alle Elemente eines typischen Gedichts von Monika Rinck \u2013 wenn so etwas \u00fcberhaupt gibt: eine Mischung aus heiterem und n\u00fcchternem Ton, Witz und Ernst, Frechheit und Eleganz, Popkultur und Philosophie, Alltagsobjekten und abstrakten \u00dcberlegungen, die einem poetischen Denken dient, das vorwiegend durch Gedankenspr\u00fcnge sowie freie Assoziationen vorangetrieben wird und durch Klangfiguren oder sogar etymologische Verbindungen unterst\u00fctzt wird. Um nur einige davon zu erw\u00e4hnen: die Wiederholung der Endung \u201e\u2013en\u201c im zweiten Vers (\u201eDie Arm<i>en<\/i> sterb<i>en<\/i> und die Reich<i>en <\/i>werd<i>en<\/i> weiterleb<i>en<\/i>\u201c); die lautliche Verkn\u00fcpfung zwischen ging und Beginn sowie das Spiel zwischen Schritt, Lichtung, Schichten und Licht in der letzten Strophe; allen voran die Doppeldeutigkeit des Wortes \u201egl\u00e4ubiger\u201c (als Gl\u00e4ubiger wird im Finanzjargon derjenige bezeichnet, der von jemand anderen, dem Schuldner eine Geldleistung fordert) auf die die Lyrikerin ihre Gleichsetzung von Glauben und Kredit st\u00fctzt. (In der griechischen \u00dcbersetzung habe ich entsprechenderweise, da das Spiel mit dem Wort \u201egl\u00e4ubiger\u201c nicht reproduzierbar war, eine etymologische Verbindung bei den Worten geschaffen, mit denen ich \u201eGlauben\u201c und \u201eKredit\u201c \u00fcbertragen habe: \u201e<span lang=\"el-GR\">\u03c0\u03af\u03c3\u03c4\u03b7<\/span>\u201c und \u201e<span lang=\"el-GR\">\u03c0\u03af\u03c3\u03c4\u03c9\u03c3\u03b7<\/span>\u201c.<span lang=\"el-GR\">) <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">Um noch einmal abschlie\u00dfend auf die Freuden des Lyrik\u00fcbersetzens zur\u00fcckzukommen: Man lernt, wenn man Gedichte wie das oben zitierte von Monika Rinck \u00fcbersetzt, nicht die einzelnen W\u00f6rter, sondern vielmehr das Prinzip des Gedichts, die Kombinatorik der Elemente, das Zusammenspiel zwischen Form und Inhalt zu \u00fcbertragen. Man lernt vor allem auch, um beim dem Finanzjargon weiter zu bleiben, auf den Mehrwert der Bedeutung zu zielen. Und das ist nicht gerade wenig. Auch wenn man daf\u00fcr manchmal als komischer Vogel gelten muss.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Bei dem Text handelt es sich um die bearbeitete Version des von der Autorin im Rahmen des Symposiums \u201eParataxe VI. \u00dc-Berlin. Die internationalen \u00dcbersetzer*innen Berlins\u201c am 23.11.2019 im LCB gehaltenen Vortrags.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle Lyrik\u00fcbersetzer*innen haben wohl folgende Szene in kleinen Variationen zumindest schon einmal erlebt: Man sitzt oder steht in lockerer Runde zusammen, ein halbvolles oder halbleeres Glas in der Hand, ist irgendwann dran, sich vorzustellen oder wird gerade von jemandem vorgestellt, spricht seine \u00dcbersetzungst\u00e4tigkeit an und gesteht sogar, weil der Fragende insistiert zu wissen, was man [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"featured_media":11206,"template":"","categories":[18,12],"class_list":["post-11360","stsp_text","type-stsp_text","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-issue-12","category-non-fiction"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.7 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Lyrik\u00fcbersetzen als Extremsportart - stadtsprachen<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/stadtsprachen.de\/en\/text\/lyrikuebersetzen-als-extremsportart\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:locale:alternate\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Lyrik\u00fcbersetzen als Extremsportart - 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