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Literatzky Berlin 2020

11 diciembre 2019, 15:29 - Blog - Martin Jankowski

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Wir freuen uns auf das deutsch-polnische Literaturfestival LITERATZKY BERLIN unseres Vereins (Berliner Literarische Aktion e.V.), dessen Förderung für 2020 der Hauptstadtkulturfonds soeben bekannt gegeben hat – herzliche Glückwünsche an alle ausgewählten Projekte & vielen Dank an die Jury!! Insbesondere danken wir unseren künftigen Kuratorinnen Magdalena Parys und Ewa Maria Slaska für die Inspiration zu diesem Vorhaben und freuen uns schon auf eine intensive Zusammenarbeit… Unser Festival wird die polnischen Literat*innen, ihre Szene und ihre Freunde in den Mittelpunkt rücken, denn das polnische Berlin ist die derzeit am schnellsten wachsende Sprachgruppe. Und Polen ja eigentlich auch nur einen Katzensprung von Berlin entfernt… sagen wir es so: Alle diskutieren noch über den guten alten Handke – aber wir werden 2020 über Olga Tokarczuk sprechen! STAY TUNED for more.


Open Call #12

27 noviembre 2019, 0:21 - Blog - Martin Jankowski

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ENDSPURT: Noch bis Samstag kann man Texte einreichen! The stadtsprachen magazin is open for submissions for our 12th release! ONLY Berlin-based “non-German” authors send us your fiction, poetry or non-fiction. All languages and language-versions of texts welcome. Deadline is November 30! Please check: https://stadtsprachen.de/en/submissions


Ü-Berlin!

19 noviembre 2019, 16:21 - Blog - Martin Jankowski

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Sie sind das Elixier der Weltliteraturstadt Berlin und werden doch übersehen – die vielen internationalen Übersetzerinnen und Übersetzer, die ihren Lebensort an der Spree haben und die deutschsprachige Literatur (oder auch andere Literaturen) in die Sprachen der Welt übertragen.  Ü-BERLIN bietet ein Forum für den Austausch von Geschichten und Erkenntnissen aus der doppelten Perspektive von „verschobener” Heimat und eigener Sprache. In einem Zukunftslabor werden Strategien der Überbrückung von ökonomischen wie künstlerischen Not- und Schieflagen reflektiert und Möglichkeiten von Vernetzung, Sichtbarkeit und Förderung ausgelotet. Ein kulturpolitischer Panel und ein literarischer Abend runden die öffentliche Veranstaltung ab. Am Samstag, den 23. November im LCB = Ü-Berlinerinnen und Ü-Berliner, beteiligt Euch!

PROGRAMM: hier

 


PARATAXE MEETS HAFEN LESUNG

18 octubre 2019, 17:20 - Blog - Martin Jankowski

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The 20th instalment of Hafen Lesung, the international & multilingual reading series in Hamburg, took place in Nachtasyl at the Thalia Theatre on the 10th of October, 2019. Performers included the Iranian poet Pegah Ahmadi, the Russian-Latvian writer Dmitri Dragilew, the Kurdish poet-inexile Yildiz Çakar, the Hamburg authors Lasse Eskold Nehren and Katrin Seddig, and Martin Jankowski of Parataxe / Stadtprachen Berlin. At the end of the event, Tomás Cohen (co-founder and co-organiser of Hafen Lesung) asked the audience for a moment of silence in memory of the victims of the attack in Halle, and gave the following closing remarks:

>>

All of us present here tonight have joined a movement that is slowly but effectively redefining the notion of what “national literature” could mean: literature no longer limited to being written in the dominant language of our country but incorporating literature that IS being written here, regardless of the language. Thus we experience what it means to live in Germany today through Persian, Kurdish, Russian, English – with the enrichment of cultural backgrounds that comes from authors living in Germany and writing in their mother tongues, their stories reminding us of history’s depth.

Though we are a non-institutional, independent reading series, this is the kind of openness we would like to see infiltrate the establishment. It is our duty to help coming generations recognise foreignness as positive; that, in the words of Novalis, “the exterior is an interior raised to the level of mystery / the exterior is a higher, translated interior”, and in doing so, by embracing the subtle transformative potential of literature, contribute our share of compassion, so that the violence visited upon Halle does not happen again.

In beginning these closing remarks, I asked for a moment of silence for the victims of yesterday’s attack. But, beyond that silence, I believe that through the loving attention you have given our readers tonight, to their works read in more than four languages, that by opening up to otherness, you have honoured those victims, too. You have joined our subtle struggle against close-mindedness that exists everywhere, including the literary establishment. Our heartfelt thanks to all of you for being here, for supporting this platform for foreignness in German literature, for strengthening our cause to represent that which does not comply with a limited notion of what means to be German – to help us redefine that meaning with poetry and prose, with open ears as instruments for wider hearts and minds.

<<

The entire team of PARATAXE and stadtsprachen magazin fully concur with this statement. Thank you, Tomás Cohen & team!


Keine Sache der Vergangenheit …

14 octubre 2019, 18:34 - Blog - Martin Jankowski

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Sehr geehrte Redaktion,

vielen Dank, dass das Stadtsprachen-Magazin an den Esperanto-Übersetzer Manfred Retzlaff erinnert. Ein wenig überrascht war ich, dass im Editorial  das Esperanto als eine Sache der Vergangenheit dargestellt wird. Es heißt: “Die bekannteste Plansprache mit simpler Struktur und Anleihen aus vielen Weltsprachen war das Esperanto.” Ich denke eher, das _ist_ Esperanto. Schließlich erscheinen jährlich etwa 120 (gedruckte) Esperanto-Bücher. Ein paar tausend Lieder sind bisher in Esperanto veröffentlicht worden, viele sind auf youtube zu hören: Suchwort Esperanto muziko. Die Esperanto-Wikipedia enthält jetzt 269 438 Artikel in Esperanto, https://eo.wikipedia.org , etwa so viel wie die Wikipedia-Versionen auf Dänisch oder Slowakisch (253.462 für Dänisch und 231 260 für Slowakisch)

Das Esperanto-PEN-Zentrum ist Mitglied von PEN International, https://www.pen-international.org/centres/esperanto-centre/ , seit 1993. China veröffentlicht seit 2001 täglich Nachrichten in Esperanto, http://esperanto.china.org.cn/. Polen und Kroatien haben Esperanto 2014 bzw. 2019 als immaterielles Kulturerbe oder Kulturgut anerkannt.

Esperanto wird auch zunehmend gelernt. Duolingo gibt in der Summe mehr als 800.000 neue Esperanto-Lerner pro Jahr an, auf Englisch, Spanisch und Portugiesisch.

Zu den weitgehend unbekannten Phänomenen des Esperanto gehört im übrigen die Gemeinschaft der Esperanto-Muttersprachler. Die Zahl der Muttersprachler wird auf etwa 2000 geschätzt, Tendenz wachsend; vielleicht gehört die muttersprachliche Esperanto-Sprachgemeinschaft sogar zu den am schnellsten wachsenden muttersprachlichen Gemeinschaften, weil nicht nur Esperanto-Muttersprachler sich entscheiden, mit ihren Kindern Esperanto zu sprechen, sondern weit überwiegend Nicht-Muttersprachler (so wie ich vor 26 Jahren mit meiner Tochter).

Ein paar Ereignisse der jüngeren und älteren Esperanto-Geschichte sind hier zusammengestellt: http://esperantoland.org/dosieroj/Esperanto-Geschichte_Chronologie.pdf

Vermutlich ist Esperanto auch ein zweites Mal ein interessantes Thema gerade für Ihre internationale Leserschaft – je mehr Sprachen die Menschen sprechen, desto faszinierender pflegt für sie das Thema Esperanto zu sein. Dass man eine Sprache in einem Viertel der Zeit lernen kann, die man für ethnische Sprachen braucht, dass man ein Niveau erreichen kann, auf dem man praktisch ohne Fehler schreiben kann – das ist immer wieder hoch attraktiv gerade für Mehrsprachige, die sich sehr bewusst sind, wie lange Zeit man in der Regel wirklich für fremde (ethnische) Sprachen braucht und wie fern das eigene Sprechen noch von einer korrekten Sprache ist, sehr lange.

Mit freundlichen Grüßen

Louis v. Wunsch-Rolshoven
EsperantoLand, Vorsitzender
Deutscher Esperanto-Bund, Pressesprecher


Lu Wunsch-Rolshoven
EsperantoLand
Por la kreskigo de Esperantujo!
Für das Wachstum der Esperanto-Sprachgemeinschaft!

Internaciaj ferioj
http://www.esperanto.land

Novjara Renkontiĝo (NR)
Novjara Internacia Semajno (NIS)

Libroservo – Buchversand
Amaskomunikilaj kaj publikaj rilatoj
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
por/für GEA kaj/und EsperantoLand

Ni tre ĝojas pri via ebla donaco.
Wir freuen uns sehr über Ihre evtl. Spende.
Konto UEA kaj FEL: eold-g
Konten  http://www.esperantoland.org/nr/kondichoj.shtml#kontoj


Cool Pool

8 octubre 2019, 14:09 - Blog - Martin Jankowski

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Die Herbstlektüre ist da:
21 Autor*innen
11 Übersetzer*innen
11 Sprachen
stadtsprachen magazin #11

Wie wäre es, wenn wir neben dem babylonischen Sprachengewirr weltweit eine Sprache hätten, in der wir uns mit allen verständigen können? Das war der Traum vom Esperanto, den seit Beginn des 20. Jh. immer mehr Menschen träumen. In der neusten Ausgabe des stadtsprachen magazins heben wir mit dem Vermächtnis des Esperantisten Manfredo Ratislavo einen ganz besonderen Schatz: Er hat sich bis zu seinem Tod im Juni 2018 der Übersetzung deutscher Poesie ins Esperanto verschrieben (siehe Link unten). Zugleich würdigen wir so die leidenschaftliche Arbeit eines Übersetzers, der wie viele seiner Zunft zumeist im Schatten des Literaturbetriebs arbeitete. Die literarischen Übersetzer*innen Berlins werden mit ihrer unermüdlichen, schöpferischen Arbeit auch 2019 noch viel zu wenig beachtet und gewürdigt; dieser Umstand wird uns im kommenden Herbst noch beschäftigen – auf unserem PARATAXE Symposium VI am 23. November im LCB: Ü-Berlin!


Open Call: Ü-BERLIN!

19 septiembre 2019, 21:05 - Blog - Martin Jankowski

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Open Call:

Sie sind das Elixier der Weltliteraturstadt Berlin und werden doch übersehen – die vielen internationalen Übersetzerinnen und Übersetzer, die ihren Lebensort an der Spree haben und die deutschsprachige Literatur (oder auch andere Literaturen) in die Sprachen der Welt übertragen. Parataxe, ein Projekt der Berliner Literarischen Aktion e.V., möchte diesen vielstimmigen Akteuren des Berliner kulturellen Lebens gemeinsam mit dem TOLEDO-Programm, dem Literarischen Colloquium Berlin und Literaturport eine Bühne bereitstellen und sie zu einem Symposium am 23. November 2019 ins LCB einladen. Ü-BERLIN bietet ein Forum für den Austausch von Geschichten und Erkenntnissen aus der doppelten Perspektive von „verschobener” Heimat und eigener Sprache. In einem Zukunftslabor werden Strategien der Überbrückung von ökonomischen wie künstlerischen Not- und Schieflagen reflektiert und Möglichkeiten von Vernetzung, Sichtbarkeit und Förderung ausgelotet. Ein kulturpolitischer Panel und ein literarischer Abend runden die öffentliche Veranstaltung ab.
Ü-Berlinerinnen und Ü-Berliner, beteiligt Euch! Bringt Euch ein mit Euren Erfahrungen, Euren Fragen und Visionen! Wir freuen uns auf Wortmeldungen per E-Mail an die Kuratorin Dorota Stroińska, dorota.stroinska@gmail.com – und auf einen inspirierten Samstag im LCB!

23. November ’19, 13.00 – 22.00 Uhr, LCB
Ü-Berlin – die internationalen Übersetzer*innen Berlins
PARATAXE Symposium VI

Konferenzsprache Deutsch. Eintritt frei, Imbissangebot in den Pausen. Um Anmeldung zum Symposium am Nachmittag wird gebeten unter: mail@lcb.de.

Das komplette Programm HIER!

Deutschsprachiges Programm.

Um Anmeldung wird gebeten: mail@lcb.de !
Keine Teilnahmegebühr, Pausen mit kostenpflichtigem Imbissangebot.
Eintritt zur Abendlesung: 8/5 €.

 

Wir danken allen Interessenten, Partnern, Unterstützern und Sympathisanten für ihre engagierte Mitarbeit bei der Vorbereitung dieses einzigartigen Symposiums!

Der Körper der Sprache: Wenn afrikanische Poesie auf russische Sprachkunst trifft

20 agosto 2019, 16:30 - Blog - Martin Jankowski

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Die Türen im Theater Panda in der Kulturbrauerei Prenzlauer Berg blieben an diesem sehr heißen Vorsommerabend freundlich geöffnet bei anhaltend großer Offenheit des anwesenden Publikums. Das stadtsprachen Team rund um Martin Jankowski hatte am 14. Juni 2019 zwei Dichter*innen gleichberechtigt nebeneinander auf der Bühne performen lassen. Ein Ausdruck der Haltung dieser Berliner Literaturplattform zur Vielfalt der Sprachen in dieser Stadt.

Parataxe heißt das gedruckte stadtsprachen magazin, das eine Anthologie fremdsprachiger Literatur von in Berlin sich aufhaltenden Künstlerinnen enthält und komplett übertragen in die deutsche Sprache ist. Jeder Beitrag steht für eine Sprache, alle stehen parataktisch nebeneinander.

Afrika und Weiblichkeit – der Körper der Poetik

Was alle Künstlerinnen im stadtsprachen Konglomerat zusammenhält, ist der Wunsch die eigenen Gedanken und Lebenswelten durch Sprache auszudrücken und das in der Poesiemetropole Berlin. Eine von ihnen ist Linda Gabriel, die die Bühne mit ihrer starken Präsenz ausfüllte. Geboren in Zimbabwe, aufgewachsen in Südafrika, schreibt sie auf Englisch und Shona und ist Teil der poetischen Festivalszenen Afrikas und Europas. Themen ihrer Gedichte sind Weiblichkeit, die täglichen Herausforderungen des Lebens in Afrika, Brutalität und HIV. Die Bühne nutzt sie auch, um Tabus schonungslos aufzudecken. Den Totgeschwiegenen gibt sie in nicht nur einem Gedicht eine Stimme.

© Graham Hains / stadtsprachen.de

Eines der Lieblingsgedichte Lindas, „Mai Tino“, handelt von einer Frau, die, das Morgengrauen mit ihren üppigen Hüften wegschwingend, sich ganz außerhalb ihrer Gewohnheit einen Joint ansteckt. Und nicht nur das, es folgen weitere eigentlich spezifisch männliche Handlungsweisen, wie eine Flasche Bier bestellen, die sie dann auch noch lustvoll zu den Lippen führt. Überhaupt Lust: Es macht Spaß Linda beim Performen ihrer eigenen Texte zuzusehen, wenn sie Stellen wie diese vorliest:

„On her way home she paid a visit to the man who had wanted her
From the very day they had relocated to this neighbour hood
She didn’t care that he didn’t have protection
Or falling pregnant
Lustly they devoured each other
She told him that they could do this all day
She wasn’t in a rush
three more times and a quickie filled her soul”

(Quelle: https://www.lyrikline.org/en/poems/mai-tino-11359)

Kurz: Im Gedicht „Mai Tino“ ist die Frau der Mann und kann ganz nach ihrer Art durch den Tag gleiten und sich gut dabei fühlen. Eine geschickte Art der Emanzipationslyrik! Überhaupt, die Gedichte sind politisch, emanzipativ und lebendig.

Mehr über Linda Gabriel unter https://stadtsprachen.de/author/linda-gabriel/ und

https://www.lyrikline.org/en/poems/mad-slam-not-war-11353.

Von der Üppigkeit afrikanischer Weiblichkeit zur Finesse russischsprachiger Avantgarde-Poesie

Dmitri Dragilew hatte für den Vortragen seiner Gedichte auf Deutsch die Slawistin, Übersetzerin und Autorin Ruth Wynneken mitgebracht. Sprache ist bei diesen beiden Granden der russischsprachigen Kunstszene Berlins das Alpha und Omega. Die Übertragung der komplexen Gedichte Dimitrijs sind eine wahre Herausforderung und so kam es, dass die eigentlich nur Vortragende seiner Gedichte, Ruth, in Vorbereitung auf die Lesung auch zur Übersetzerin wurde.

Die vielsprachigen Gedichte (neben Russisch finden sich auch lettische, deutsche, englische und jiddische Versatzstücke), beinhalten eine reichhaltige und teilweise exotische Lexik. Sprachbilder kommen oft in Form einer besonderen Metapher: der verschachtelten Metapher der Metarealisten. Deren großartigster Protagonist war der Russe Aleksej Parschikow, zu dessen Freundeskreis der Sprachkünstler Dmitri Dragilew einst gehörte. In den Gedichten des zeitgenössischen Berliner Autors werden längst verschwundene Realitäten der Sowjetzeit mit heutiger Seinserfahrung verknüpft und klanglich zu Wortkunstwerken verarbeitet.

Angesichts dieser sprachlichen Komplexität spürt man das Entsetzen des Übersetzers, dessen Haupt-Aufgaben es ist, Sprachäquivalente zu finden und diese in einen Klangteppich zu wirken. Denn als Musiker hat Dmitri auch den Klangkörper seiner Sprachkunst im Blick, den Texten merkt man  deutlich seine Affinität zur Jazzmusik an.

Seine Gedichte entfachen im Kopf seiner Zuhörer*innen eine Bewegung, die von der ruhigen Haltung während des Gedichtvortrags unterstützt wird. Eine performative Art der Lesung findet hier auf eine ganz subtile Art statt, aber sie findet statt.

Der Autor mit seiner Übersetzerin © Graham Hains / stadtsprachen.de

Was machen die Gedichte Dmitri Dragilews aus?

Das lyrische Ich steht vielleicht gar nicht so sehr im Zentrum der Gedichte, die einen vielbevölkerten, bunten Figurenkosmos beheimaten. Dabei stehen die gewählten Figuren, die teils aus Filmen, teils aus der klassischen russischen Literatur stammen oder sich aus anderen Quellen, die der vielgebildete Autor kennt,  mit ihrer Intertextualität für eine Ebene dahinter: die Namen bilden quasi die Korridore zwischen den Realitäten.

Es bleibt noch zu sagen, dass auch Dmitri Dragilew mit seiner Poesie integriert ist in den Kontext der russischen Welt. Die russische Literatur ist, wie Martin Jankowski darlegt, auch in Berlin lebendig und einflussreich.

 

Stefanie Beckmann

Öffentlichkeits- und Medienarbeit Internationale Gesellschaft für multimediale Kultur und europäische Kommunikation (www.radioakzent.de)


Senatsexperten äußern sich über PARATAXE

18 julio 2019, 10:19 - Blog - Martin Jankowski

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Die Expertenkommission des Berliner Senats schreibt in ihrem aktuellen Gutachten zur Spartenoffenen Förderung für Festivals und Reihen vom 11. Juli 2019 einiges Erfreuliche über unsere Arbeit…

>> Berlin ist eine Stadt, in der sehr viele Sprachen gesprochen werden, und kann auf eine dementsprechende internationale Literaturlandschaft verweisen. Neben großen Veranstaltungsplattformen wie dem Internationalen Literaturfestival, dem Poesiefestival Berlin oder den Programmen der renommierten Literaturhäuser hat es in den letzten Jahren auch im Bereich der kleineren Formate und Reihe interessante Entwicklungen gegeben. Mit großer Sensibilität und Professionalität wird hier an der Integration nichtdeutschsprachiger Autor*innen, die in der Hauptstadt leben, gearbeitet. Dennoch haben die Veranstalter*innen, gerade in diesem Bereich, mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen, die durchaus auch finanzieller Natur sind. Umso wichtiger, dass mit dem stadtweit angelegten Projekt PARATAXE ein überaus konsistentes und entwicklungsfähiges Format entstanden ist, das die aktuelle und vielsprachige Weltliteratur aus und in Berlin sichtbar macht. Es fördert den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen fremdsprachigen Autoren*innen, die hier leben und arbeiten, sowohl untereinander als auch mit den deutschsprachigen Kolleg*innen. Gleichzeitig wird die sprachliche Vielfalt der Literatur in dieser Stadt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Hinter dieser Initiative steckt ein aktives Netzwerk der freien Literaturszene Berlins. Es wird von Autor*innen, Übersetzer*innen, Veranstalter*innen, Expert*innen und vor allem von den vielsprachigen Communities selbst getragen. PARATAXE ist in allen Segmenten ein kluges, komplexes und nachhaltig aufgestelltes Modell. Mit einer längerfristigen Förderung wird das Projekt weiter an Stabilität gewinnen und die Literaturstadt Berlin bereichern. <<

Wir freuen uns über diese Würdigung unseres Projektes und bedanken uns sehr herzlich für die Unterstützung durch die Experten!

Der gesamte Beitrag findet sich HIER.


PARATAXE? GEHT WEITER!

5 junio 2019, 12:52 - Blog - Martin Jankowski

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Der Berliner Senat für Kultur und Europa ließ uns gestern mit einem Brief wissen, dass die PARATAXE erfreuliche Weise auch für die kommenden Jahre unterstützt werden soll. Wir freuen uns sehr, werden also unser Projekt weiterführen können und laden alle Partner und Interessenten sehr herzlich dazu ein es gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln! Feiert diese Neuigkeit sowie die letzte PARATAXE PRESENTATION vor der Sommerpause gemeinsam mit uns am Freitag nächster Woche: 14. Juni ’19, 20:00 Uhr im PANDA-Theater in Englisch, Russisch, Deutsch … mit Linda Gabriel (Simbabwe/Berlin) & Dmitri Dragilew (Lettland/Berlin)! Natürlich wird es am 14. Juni auch Neues vom stadtsprachen magazin geben: #10 kommt!

PS: Unser Parataxe Symposium FERNOSTBERLIN am 23. Mai im LCB war eine horizonterweiterndes Ereignis zu & mit den asiatischen Literaten Berlins. Jetzt haben wir die Keynotes und Fachbeiträge von Frau Dagmar Yu-Dembski, Frau Võ Thị Hảo, Herrn Thế Dṻng, Herrn Dr. Đăng Lãnh Hoàng, Frau Lê Minh Hà und Herrn Martin Jankowski jeweils zweisprachig zum Nachlesen und Studieren online gestellt = erhellend!
Einfach den jeweiligen Link im Programm anklicken.


FernostBerlin – echte Entdeckungen!

30 abril 2019, 18:54 - Blog - Martin Jankowski

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Dass die Vietnamesen einst Ostberlins wichtigste Migrantengruppe waren, ist bekannt: Heute gibt es überall Vietnambistros und tolle Blumen- und Obstläden – aber wo sind eigentlich die vietnamesischen Literaten? Die gute Nachricht: Es gibt sie! (Aber sie sind leider nicht so einfach zu finden wie etwa die türkischen Literaten Westberlins…) Wir haben nicht nur einige der wichtigsten vietnamesischen Autor*innen für Euch aufgetrieben, sondern auch wichtige chinesischsprachige, japanische, koreanische und Literat*innen & Expert*innen anderer asiatischer Sprachen aus ganz Berlin erstmals für Euch eingeladen. Dieses Symposium wird also eine außergewöhnliche Premiere für die Literaturszene der deutschen Hauptstadt: FernostBerlin – die asiatischen Autor*innen Berlins am 23. Mai von 10 bis 22 Uhr im LCB! Seid dabei, eine der erstaunlichsten und buntesten Seiten unserer Literaturszene zu entdecken, die bislang noch kaum im Bewusstsein des Berliner Publikums ist… das ganze Programm HIER!


PARATAXE PRINTausgabe kommt!

14 marzo 2019, 12:46 - Blog - Martin Jankowski

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Die neunte Ausgabe des stadtsprachen magazins erschien ausnahmsweise NICHT online – sondern als deutschsprachiges bookzine auf echtem Papier! Wir waren in Leipzig mit dieser publizistischen Premiere, die – mit tollen Bildern! – pünktlich zur Buchmesse und zum Frühlingsanfang erschienen ist: 30 Texte von 30 andersprachigen Berliner Autor*innen und 20 Übersetzer*innen aus 15 Sprachen… frische Weltliteratur aus Berlin!

Do, 21. März, 13:00: Präsentation PARATAXE bookzine! Leipziger Buchmesse, Halle 4, Stand F100.

Fr., 12. April, 20 Uhr: PARATAXE print PARTY! stadtsprachen magazin Launch – im Prachtwerk!

>>> PARATAXE – das berliner stadtsprachen magazin: deutschsprachige PRINTAUSGABE


Die Sprachen Berlins (2018)

21 noviembre 2018, 13:27 - Blog - Martin Jankowski

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Hugenotten, Russen, Polen, Türken, Vietnamesen – schon seit Jahrhunderten kommen Menschen verschiedenster Sprachen in unsere Stadt, deren Geschichte vor Urzeiten einst als slawische Siedlung begann. Heute wird Berlin immer internationaler: Fast jeder dritte Einwohner hat mittlerweile seine Wurzeln im Ausland. Damit liegt die Hauptstadt weit über dem Bundesdurchschnitt. Und die Zahl der deutschen Berliner mit Migrationsgeschichte wächst, wenn auch weniger stark als die der Berliner mit nicht-deutschem Pass. Derzeit gibt es etwa 203.561 Berliner Deutsch-Türken, Deutsch-Araber, Deutsch-Vietnamesen und Kinder aus binationalen Partnerschaften sowie ca. 637.700 Berliner Ausländer (2017).

Migrantenfamilien prägen inzwischen ganze Kieze der deutschen Hauptstadt: In Mitte hat jeder Zweite (52,5 Prozent) der 379.610 Einwohner (2018, „mit Migrationshintergrund“) einen ausländischen Hintergrund. In Neukölln sind es 45,6 Prozent, in Friedrichshain-Kreuzberg 43,0 Prozent. Auch die Einwohnerschaft von Charlottenburg-Wilmersdorf besteht zu mehr als einem Drittel (41,2 Prozent) aus Migranten. Bei den östlichen Bezirken liegt 2018 Lichtenberg mit 24,9 Prozent vorne – die wenigsten Menschen mit ausländischen Wurzeln leben in Treptow-Köpenick mit 14,9 Prozent. In Stadtteilen wie Neukölln, Kreuzberg und Wedding findet man typische Berliner Kieze, in denen deutlich mehr als jeder zweite Bewohner ein Migrant ist.

Berlin hatte 2016 zum ersten Mal seit 1944 wieder mehr als 3,5 Millionen Einwohner. Mitte 2018 waren 3,723 Millionen Menschen in der Stadt gemeldet, und 2018 noch einmal fast 12.000 (0,32 %) mehr Zuzügler als im Vorjahr. 178.304 Menschen zogen 2017 nach Berlin, 145.306 zogen weg. Hinzu kam ein Geburtenüberschuss: 40.238 Kinder wurden geboren, 34.344 Menschen starben. Neben Hamburg und Baden-Württemberg ist Berlin damit das einzige Bundesland, in dem mehr Menschen geboren werden als sterben.

Und Berlin wird internationaler: Unter den im vergangenen Jahr Zugezogenen finden sich vor allem Ausländer. Polen machen mit gut 6.007 Neuberlinern die größte Gruppe aus, es folgen Amerikaner (5.300), Rumänen (5.081), Bulgaren (4.844), Italiener (4.224). China liegt als stärkstes asiatisches Land mit einem Zuzug von 2.330 an sechster Stelle. (Zahlen von 2017). Die Zukunft Berlins ist – ebenso wie seine Entstehung, Geschichte und Gegenwart – ohne Migranten schlicht nicht vorstellbar. Von den Berliner Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren haben heute bereits 44,7 Prozent ausländische Wurzeln.

Die nachfolgende Aufzählung gibt Auskunft über die 25 häufigsten Staatsangehörigkeiten in Berlin. Sie geben gleichzeitig ein Abbild der insgesamt mehr als einhundertzwanzig Sprachen, die in unserer Stadt gesprochen werden: Türkei (98.046), Polen (57.109), Italien (29.912), Bulgarien (29.414), Russische Föderation (24.178),  Rumänien (22.395), USA (20.222),  Frankreich (19.664),  Serbien (einschließlich ehemaliges Serbien und Montenegro sowie einschließlich Kosovo = 19.601), Vietnam (17.281), Vereinigtes Königreich (15.898), Spanien (14.683), Griechenland (14.401), Kroatien (13.605), Ukraine (12.206), Bosnien und Herzegowina (11.742), Österreich (11.730), China (11.466), Libanon (8.138),  Iran (7.869), Niederlande (6.738), Mazedonien (6.161),  Ungarn (6.032), Schweiz (5.945), Thailand (4.960).

Berlin hatte bereits im Sommer 2018 schon eine weiter wachsende “ausländische Bevölkerung“ von 725.458 bei insgesamt 3.723.914 Einwohnern, das sind etwa 19 % Ausländeranteil.  Erweitert man die Perspektive auf Menschen „mit Migrationshintergrund“, ergibt sich für Berlin die Zahl von 1.244.297 (33,4%), das heißt: Fast jeder dritte Berliner hat bereits 2018 seine Wurzeln im Ausland – bei den unter 18-Jährigen laut Berliner Zeitung sogar jeder zweite. Im Jahr 2017 gab es im Land Berlin zudem 6479 offizielle Einbürgerungen.

Aber wie der kongolesische Berliner aus Paris, der Schriftsteller Wilfried N’Sondé einst sehr treffend auf die Frage nach seinen “eigentlichen Wurzeln” sagte: “Ich habe keine Wurzeln – ich habe zwei Beine.” Berlin ist und bleibt ein internationaler Anziehungspunkt für Menschen aller Kulturen und Sprachen – das wird sich in der näheren Zukunft eher noch verstärken, die Zahlen belegen das. Auch für die Gegenwartsliteraturen ist Berlin in wachsendem Maße ein Treffpunkt und Schmelztiegel der Sprachen, Kulturen und “Hintergründe”: Der literarische Stoff für das Projekt stadtsprachen wird uns also nicht ausgehen.

 

(Alle Zahlenangaben laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.)

BERLIN POLYLINGUAL!

19 noviembre 2018, 21:35 - Blog - Martin Jankowski

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PROGRAMM = HIER!

Presse = HIER!

Anmeldung unter dietze@lcb.de

HERZLICH WILLKOMMEN!


Parataxe on the Road

14 noviembre 2018, 12:16 - Blog - Martin Jankowski

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PARATAXE ON THE ROAD again…

From Nov 9 to 11 we were invited to visit the PISA BOOK FESTIVAL 2018. On SATURDAY, Nov 10 at 5 pm we presented our program Parataxe EXTRA LARGE together with Maurizio Amendola from CELA Europe in the BOOK CLUB at the Palazzo dei Congressi. Project director, writer and poet Martin Jankowski introduced two Berlin based authors and their texts at the Pisa Book Festival: The quadrilingual Ukrainian-born author Irina Bondas and the Brasilian-born poet Rafael Mantovani. Both read from their texts in original languages and Italian translations – created for this occassion by Anna Giannessi and Serena Tarascio – could be read simultaenously on the stage screen. And in addition: Brasilian Berliner Rafael (without beard!) read his Italian versions perfectly by himself! Grazie mille, Pisa and your wonderful audience …









Berlin Babylon JETZT

2 octubre 2018, 10:26 - Blog - Martin Jankowski

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Jetzt online: stadtsprachen magazin #7!

Frische Weltliteratur von 23 Autoren (10 männlich / 13 weiblich)! In 9 Sprachen (EN/DE/FR/ES/BU/AR/TUR/PL/PO) übersetzt von 13 hervorragenden Übersetzern: Dorothea Traupe, Joey Bahlsen, Ina Böhme, Irina Bondas, Laura Haber, Simone Reinhardt, Plamena Maleva, Julia Bakalski, Jolina Mix, Salah Yousif, Manuel Simon, Heddi Feilhauer und andere.

In welchen Sprachen schreibt Berlin heute? Die Schätze der aktuellen mehrsprachigen Berliner Weltliteratur werden hier im stadtsprachen magazin regelmäßig veröffentlicht und gesammelt. Texte, die man in dieser Vielfalt an Stimmen und Sprachen nirgendwo sonst lesen kann. Das Online-Archiv der stadtsprachen enthält bereits mehr als 160 Texte von mehr als siebzig Autoren in über zwanzig verschiedenen Sprachen. Und jede Woche mehr…

Die Entdeckungsreise in das Herz des Multiversums der Gegenwart geht weiter: Hier ist die babylonische Berliner Literatur von heute!


Call for Submissions

17 agosto 2018, 12:01 - Blog - Joey Bahlsen

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We are now open to submissions for our forthcoming release! Send us your prose, poetry or non-fiction. All languages (other than German) are welcome! Take your place in Berlin’s Echelon of multilingual and contemporary literature and poetry. Reach us at info@stadtsprachen.de. Our deadline is the 17th of September. We look forward to taking this literary endeavour with you.


Berlin New York = URBAN DICTIONARY

15 julio 2018, 23:09 - Blog - Martin Jankowski

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Turbulent, gebildet, frei und offen – seit Jahrzehnten wird Berlin mit New York verglichen. Doch die Welt hat sich verändert und mit ihr auch die Beziehung der Städte. In der Krise des Westens eröffnen sich neue thematische Perspektiven: New York und Berlin, die stets Ideen und Künstler ausgetauscht haben, sollen einander auf neue Weise wieder näherkommen. Berlin New York = Urban Dictionary brachte Schriftsteller und Dichterinnen beider Metropolen zusammen: New York besuchte die Berliner Literaturszene. Künstlerische Energien wurden neu verlinkt, Stadt-, Sprach- und Genregrenzen wurden in Zeiten gesellschaftlicher Driften aufgehoben. Berlin New York = Urban Dictionary verließ eingetretene Pfade und wählte als Veranstaltungsorte international bekannte Kunsträume und Galerien Berlins. Autoren und Medien waren aktiv, erste Fotos der Veranstaltungen sind online, siehe: www.nyb-festival.de


AFROBERLIN = cool …

1 mayo 2018, 13:06 - Blog - Martin Jankowski

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Is there an African literary scene in Berlin? Is there any African literature at all? No, says Taiye Selasi. We say: But what about all those wonderful writers & texts we found…? Highly interesting texts, books and great writers and activists from all over Berlin were our guests: On May 24th we discussed together with more than 30 authors and experts at our PARATAXE Symposium III AFROBERLIN and it was fantastic! By the shores of Lake Wannsee we went on a spectacular discovery tour on this wonderful May day – which included a party…. Many thanks to everyone who contributed and to the great audience and our friendly hosts at the LCB. The results (photos, texts, audio files of all contributions) of this unforgettable day will be published here a.s.a.p.!

Gibt es eine afrikanische Literaturszene in Berlin? Gibt es überhaupt afrikanische Literatur? Nein, sagt Taiye Selasi. Wir sagen: Aber sind all die wunderbaren Autoren & Texte, die wir gefunden haben….? Hochinteressante Texte, Bücher und große Schriftsteller und Aktivisten aus ganz Berlin waren unsere Gäste: Am 24. Mai haben wir gemeinsam mit 30 Autor*innen und Expert*innen auf unserem PARATAXE Symposium III AFROBERLIN diskutiert und es war: wirklich, wirklich erstaunlich! Für einen wunderschönen Maitag ging es auf eine wirklich tolle Entdeckungsreise an den Ufern des Wannsees – inklusive einer Party…… Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben und auch an das tolle Publikum und unsere freundlichen Gastgeber im LCB. Die Ergebnisse (Fotos, Texte, Audiodateien aller Beiträge) dieses unvergesslichen Tages werden hier baldmöglich veröffentlicht!

 

 


Interview mit Grigorii Arosev, Chefredakteur von Berlin.Berega

11 abril 2018, 16:30 - Blog - Joey Bahlsen

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Das Berliner Literaturmagazin Berlin.Berega und sein Chefredakteur Grigorii Arosev, geschätzte Partner der Parataxe und des stadtsprachen magazins und Experten für russische Gegenwartsliteratur aus Berlin im Gespräch mit der stadtsprachen Redaktion.

Wie kam es zur Gründung von Berlin.Berega? Was ist die Grundidee der Zeitschrift?

Ich bin ja selbst Autor. Als ich noch in Moskau lebte, wurde ich oft von Moskauer Literaturzeitschriften kontaktiert. Daher lernte ich, wie eine organisierte Redaktion arbeiten muss, was gut und was schlecht ist. Später zog ich nach Deutschland. Die russische Literatur hat eine vielfältige und bunte Geschichte im Land von Goethe, Tucholsky und Grass. Ich stellte aber sofort fest, dass es in Deutschland keine russischsprachige Literaturzeitschrift gibt, die sich mit den Literaturen der zwei Länder Deutschland und Russland beschäftigt.

Das ist unsere Grundidee und unser Grundsatz. Wir veröffentlichen russischsprachige Autoren, die in Deutschland leben. Wir veröffentlichen Beiträge über die Verbindungen der russischen und deutschen Literaturen. Wir veröffentlichen Übersetzungen aus dem Deutschen ins Russische.

Wir versuchen, die zwei Literaturen einander nahezubringen.

Wie sieht Ihre tägliche Arbeit als Chefredakteur aus?

Eigentlich ist “Berlin.Berega” keine Haupttätigkeit von uns allen. Das Projekt “Berlin.Berega” ist nichtkommerziell. Wir alle haben unsere beruflichen Aufgaben und Verpflichtungen – die Redaktion von “Berlin.Berega” besteht aus professionellen Journalisten, Grafikern, Lehrern, Erziehern und Übersetzern.

Wir geben zwei Hefte pro Jahr heraus. Das bedeutet, dass wir jährlich zwei aktive Phasen haben: von März bis April und von September bis Oktober. Dann arbeiten alle Redakteure fast täglich: Wir diskutieren, redigieren und beschließen. Als Chefredakteur trage ich die Verantwortung, stets darüber nachzudenken, was wir künftig besser machen können.

Wie sehen Sie die Rolle der klassischen Print-Literaturmagazine im Zeitalter des Internets?

Meiner Meinung nach darf man diese Literaturmagazine auf keinen Fall verschwinden lassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man Nachrichten, Lehrbücher und Fachliteratur in Zukunft nur im Internet bzw.
mit Geräten lesen wird
. Aber Prosa? Poesie? Die verliert dadurch ihre Seele. Viele von unseren AbonnentInnen und LeserInnen freuen sich, dass “Berlin.Berega” gedruckt wird. Es gefällt ihnen, durch die Seiten zu blättern, den “Buchduft” zu riechen. Am wichtigsten ist es, gute Texte zu liefern. Die Form spielt aber auch eine große Rolle.

Wie spiegelt sich die Stadt Berlin in den Werken der russischsprachigen Berliner Autoren wieder?

Fast alle Autoren versuchen, die Erlebnisse in Berlin in Worte zu fassen. Berlin ist nicht für alle gleich, weil sie auf eigene Art und Weise schreiben. Alle sehen die Stadt unterschiedlich, aber niemand bleibt Berlin gegenüber gleichgültig. In unserer Literaturzeitschrift kann man verschiedene Texte über Berlin finden: sowohl begeisterte und romantische als auch kritische.

Übrigens hat unsere junge Autorin Darja Benert in ihrem Beitrag in “Berlin.Berega” N2/2017 darüber geschrieben. Sie verwendet den Begriff „Interkulturelle Literatur” als Gegensatz zur veralteten „Migrationsliteratur”. Ihrer Meinung nach wenden die neuen “interkulturellen” Autoren sich regionalen und lokalen Themen zu. Im Fokus stehen dann konkrete Städte, Bezirke und Orte – sie sind nicht nur ein Hintergrund, sondern auch wichtige Teile von Sujets. Das fühle ich selbst auch als Autor.

Was können wir tun, um ausländische Autoren mehr ins Licht der deutschen Literaturöffentlichkeit zu rücken?

Ganz einfach: mehr Aufmerksamkeit. Das große Hindernis ist, dass ausländische Autoren nicht auf Deutsch schreiben. Um die Autoren ins Licht zu rücken, müssen ihre Werke ins Deutsche übersetzt werden. Dafür braucht man aber viel Geld, Zeit und Ausdauer. Die anderen Möglichkeiten sind Interviews, Beiträge, Besprechungen, Podiumsgespräche, …

Was können Sie uns zur neuesten Ausgabe des Berlin.Berega Magazins erzählen? Wo und wann ist sie erhältlich?

Wie üblich geben wir verschiedene Gedichte, Erzählungen und Beiträge heraus. Ich möchte besonders zwei Texte hervorheben: die für uns geschriebene Erzählung von Olga Breininger, die in Russland eine sehr populäre Schriftstellerin ist, und die russische Übersetzung der Erzählung “Liebe auf Israelisch” von Maxim Biller, begleitet von einem Interview mit der Übersetzerin Olga Radetzkaja.
Der schnellste und einfachste Weg zur neuesten Ausgabe ist eine Internet-Bestellung. Über unsere Webseite kann man in ein paar Tagen das gewünschte Heft bekommen.

Herzlichen Dank an Grigorii Arosev und die Berlin.Berega Redaktion!

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Weitere Informationen unter http://berlin-berega.de/


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