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Release no. 6

stadtsprachen magazin (2018)

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Editorial no. 6

Lesen wir, um nicht dem Leben nachzutrauern, das wir nicht leben? Um Intimität und verlorene Verbindungen, Verluste und Liebe wiederzuentdecken? Durch den kräuselnden Faden der Prosa und Lyrik kartieren wir diese Momente der Intimität wie krumme Konstellationen auf den (Web-)Seiten unseres Magazins. Diese stillen Momente, geküsst und beflammt, das Geräusch von schlurfenden Füßen, kratzenden Schuhen.

Die Prosa ist ein Zeugnis der Vergangenheit, der Erinnerung. Der Ebbe und Flut der Gedanken, immerfließend und sich wandelnd. Was ist die Vergangenheit wert? Was sind Erinnerungen wert? Sind sie eine Währung? Tauschen wir Erinnerungen gegen Bewegung, und ist die Zeit das Maß? Können wir vorwärts gehen und uns trotzdem erinnern? Wir erinnern uns nicht. Wir rufen die Vergangenheit durch die Erinnerung nicht ins Bewusstsein zurück, sondern wir reanimieren sie. Unsere Prosa will dieses Flackern, die im Dunkeln entfachten Streichhölzer, aufzeichnen und wiederbeleben.

In diesem Sinne haben wir neue mehrsprachige Geschichten und Gedichte gesammelt, deren Duft über unseren Tastaturen den Bildschirm emporschwebt und sich im gesamten Magazin niedersetzt.

Joey Bahlsen & Birger Hoyer
Redaktion stadtsprachen magazin

 

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