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Ruinen der Nostalgie 8

Donna Stonecipher (2018)

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Wir fuhren in die Innenstadt und verloren die Orientierung. Da war ein Wald aus emporragenden neuen Türmen, ein Bruch in der vertrauten Landschaft. Die Wendungen und Kurven, denen wir lange unbewusst in unserem Auto folgten, um in die Innenstadt zu gelangen, ausradiert, wo jetzt ein Wald aus Türmen stand, wo einst nur Wald war. Wir parkten, verloren die Orientierung. Die niedrigen, verzierten Gebäude der Jahrhundertwende zum Vergessen abgerissen, um Platz für neue Glastürme zu schaffen, die zwischen Einbahnstraßen eingeklemmt waren, wie die, in die wir als zaghafte Teenager in einem blauen „AMC Hornet“ falsch herum gefahren waren, als wir unsere Schwester von ihrem Sommerjob abholten (Eisverkäuferin im alten Markt) (durch die Bürgerinitiative 1971 vor der Abrissbirne gerettet).   *   Wir suchten die Eisdiele, verloren die Orientierung.   *   Wir fuhren in die benachbarte Nachbarschaft und verloren die Orientierung—da war eine blaue Klappbrücke, doch was überbrückte sie? Zwei Hälften und doch kein Ganzes. Zurück beim Kanal, wo die Pappeln unserer Kindheit alle längst gefällt worden waren, gefällt, der Kanal jetzt—Kanalufer—Kanalufergrundstück – für die neuen Bewohner, die zahlen, um über den Sinn der Wandelbarkeit des sich bewegenden Wassers zu reflektieren.   *   Wir fuhren zu dem Holzhaus auf dem Gebirgskamm, in dem wir geboren worden waren, mit kleinen Fenstern, die den malerischen Blick auf die Berge kaschierten (kleine Fenster, weil damals sich niemand um Aussichten kümmerte) (so hatte unser Vater einst betont) (immer näher an die eigene Abrissbirne heranrückend) und verloren die Orientierung, denn jedes Haus auf dem Kamm hatte jetzt die Vorder- oder Hinterseite abgerissen, um Platz für Panoramafenster zu schaffen, die den neuen Bewohnern ein unvergängliches Bild der malerischen Berge schenkten—und—waren sie sichtbar?—von den aufsteigenden Ruinen unserer Nostalgie.

 

Aus dem Englischen von Joey Bahlsen

 

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