Sprachen
Inhalt Wer? Über uns Termine Submissions Untermenü
« zurück

Issue no. 13

stadtsprachen magazin (2020)

Editorial

Im letzten Sommer gab es eine interessante Begegnung mit unseren Freunden von der Latinale, bei der Gabriela Cabezón Cámara aus Berlins Partnerstadt Buenos Aires auf die Berliner Autorin Lucy Fricke traf. Gabriela, die dann auch für den internationalen Man Booker Prize des letzten Jahres nominiert wurde (ebenso wie übrigens erneut stadtsprachen-Autorin Samanta Schweblin), schrieb für diese Begegnung mit dem Titel Topografien des Künftigen einen erstaunlichen Text über Berlin, den wir aus guten Gründen in die aktuelle stadtsprachen-Ausgabe aufgenommen haben: Pflanzenextase.

„Er ist in Deutschland aufgewachsen, ist ein deutscher Schriftsteller georgischer Herkunft, aber sein ganzes Denken war westeuropäisch-deutsch, obwohl er auch alle anderen westeuropäischen Sprachen sprach, also Englisch, Italienisch, Spanisch.“ sagt der Berliner Publizist Ekkehard Maaß (seit 1977 Betreiber des dienstältesten Literarischen Salons unserer Stadt) zum Tod des großen Berliner Schriftsteller Giwi Margwelaschwili am 13. März. Seine Rede zur Beisetzung des Dichters auf dem Heiligen Berg Matsminda, im Pantheon für Schriftsteller und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, in Tiflis, haben wir zu Ehren dieses ungewöhnlichen Autors in unser Magazin ebenso aufgenommen, wie zwei von dessen Texten. Margwelaschwili (der übrigens deutsch schrieb) habe mit der Nazizeit und der Sowjetherrschaft zwei totalitäre Regime erlebt und die Erfahrung gemacht, wie ideologische Texte zur Machtsicherung und Unterdrückung analysiert wurden. Sein Lebenswerk wird seit vielen Jahren vom Berliner Verbrecher Verlag betreut und veröffentlicht. Wie kaum eine andere literarische Persönlichkeit verkörpert dieser Autor die Verflechtung der internationalen Literaturszene Berlins der Gegenwart mit der europäischen Geschichte sowie das Ineinanderfließen von Sprachen und kulturellen Identitäten im pulsierenden Literaturleben unserer Stadt – wovon auch die Beiträge dieser Ausgabe vielstimmig Zeugnis abgelegen.

Denn natürlich pulsiert und lebt die Berliner Literatur auch in den Zeiten des Corona-Shutdowns weiter. Die vielen wunderbaren Literaturtreffs und Lesungen sind derzeit zwar ausgesetzt oder in Online-Aktionen umgewandelt. Aber gelesen und geschrieben wird mehr denn je. Das Marketing und das bunte Treiben mögen in der Krise sein; aber Nachdenken, Formulieren und Verstehen haben jetzt ihre große Zeit. Denn Literatur ist Text, und der, ganz egal in welcher Form, webt und fließt immer und unaufhörlich.

Martin Jankowski
Herausgeber

 

Inhalt

Avrina Prabala-Joslin: these are only quotidian details 

Kathrin Schadt: 52 hertzen

Laurence Ermacova: Pourquoi je m’appelle Ermacova ?

Giwi Margwelaschwili: Hamlet sein oder nicht sein

Mati Shemoelof: An den Sohn einer Hure

Julie Tirard: Contre-transfert 

Redfern Jon Barret: Shelter

Isabel Fargo Cole: Das magnetische Schauern 

Elena Rajeshvari: Gedichte

Bora Ćosić: Ein russischer Platz in Berlin

Giwi Margwelaschwili: Zwei T’s gegen ein O 

Martin Jankowski: On Beauty and Horror

Grizel Delgado: El sub

Federico Federici: asemic/concrete vispos

Panagiotis Arvantis: Fenster in Berlin

Ron Segal: Die Wildgans

Tzveta Sofronieva: Gedichte

Ekkehard Maaß: Grabrede für Giwi Margwelaschwili

Gabriela Cabezón Cámara: Pflanzenekstase

Jarno Eerola: Henry von Blockhearts & his butterfly loving family of robots

Zehava Khalfa: Sarah

Camila Nobiling: Der Koffer

≡ Menü ≡
Startseite Inhalt
Termine Submissions
Autor_innen Übersetzer_innen Moderator_innen
Über uns Partner Galerie
Kontakt Blog Facebook
Festival 2016 Events Presse