Sprachen
Inhalt Wer? Über uns Termine Submissions Untermenü
« zurück

Schneesamen

Federico Federici (2019)

Leider ist der Eintrag nur auf Englisch verfügbar. Der Inhalt wird unten in einer verfügbaren Sprache angezeigt. Klicken Sie auf den Link, um die aktuelle Sprache zu ändern.

1.

 

Nichts anderes als Zahlen.

Wir alle sind Zahlen geworden.

Sie können uns zählen.

 

Wen die Engel umarmen,

verdammen die Menschen nicht.

 

Auf den Lippen der Welt,

bleiben nur deutliche Knochen,

die der Schnee zählt.

Mit unsrem Atem vermengt,

bewohnen die Namen

den erkalteten Wind,

der uns auf die leeren

Felder streut.

 

Aber unter dem Schnee,

dauert das Sterben länger,

deshalb vergraben wir dort

die Augen, die Münder

die Ohren. Dort, in einer

Mulde des Lands,

vor der verschlossenen

Tür der Welt,

verdunkelt sich der Winterschein.

Wir werden immer weißer,

weißer als der Winter:

Sie können uns nicht

nochmal zählen.

 

Jeder Schneesamen wird

einen Namen bewahren.

 

*

 

Nient’altro che numeri ovunque.

Ridotti a dei numeri, a loro

non spetta che il conto.

 

Tra le braccia degli angeli,

non c’è condanna degli uomini.

 

Sulla bocca del mondo

rimangono solo nitide

ossa che la neve conta.

Mescolati al nostro respiro,

abitano i nomi

il vento che si è raffreddato,

che ci semina

sui campi vuoti.

 

Ma sotto la neve

la morte è più lenta,

perciò vi scaviamo

una fossa per gli occhi,

le orecchie, la bocca. Là,

in una conca della terra,

davanti alla porta serrata

del Mondo,

si tinge di nero il chiarore

dell’inverno.

Ci faremo più bianchi

dell’inverno e sempre

più bianchi, che non

ci sapranno più contare.

 

Ogni chicco di neve

salverà un nome.

 

 

2.

 

Der Tod hat dir den Namen

gegeben, Du Luftblume

wohnst bei den Winden

jetzt, und durch die Furche

schüttelt dein feiner Schmerz

das hohe Gras. Nun schneit es

auf den Gipfeln des Geistes,

Grenze der Unsterblichkeit,

wo, wegen ihres Gewichts,

die Hand zittert und der richtige

Blick der Einsamkeit scheint.

 

*

 

Ti ha dato il nome

la morte, tu, fiore d’aria,

abiti ora nei venti,

il tuo dolore sottile

scuote l’erba cresciuta

nei fossi. Nevica ora

sulle vette dello spirito,

confini dell’immortalità,

dove, sotto il proprio peso,

trema la mano e luccica

giusto lo sguardo della solitudine.

 

 

3.

 

Schmerz

ist das schwere Seil,

das du leicht zupfst.

 

Im Stein,

das Gewicht von einem ganzen Berg.

 

*

 

Dolore

è la corda pesante

che pizzichi leggera.

 

Nella pietra

il peso di una montagna intera.

 

 

4.

 

Wieder geschlossene Blume

dieser Wind ist nicht dein Schlüssel

 

seit langem regiert kein Wort

deinen Garten,

 

das dich ausfragt,

wie andere es taten

vor mir.

 

*

 

Fiore di nuovo richiuso

il vento non è la tua chiave

 

da tempo, non comanda

il tuo giardino parola,

 

che ti interroga

come altri hanno fatto

prima di me.

≡ Menü ≡
Startseite Inhalt
Termine Submissions
Autor_innen Übersetzer_innen Moderator_innen
Über uns Partner Galerie
Kontakt Blog Facebook
Festival 2016 Events Presse